Fortbildung zur/zum Stationsassistentin/en
Das neue Curriculum Stationsasssistent/in (StA) ist da. Die Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat es Ende vergangenen Aprils verabschiedet. Im November soll die Fortbildung nach neuem Konzept zum ersten Mal an den Start gehen. Mit dem 120-stündigen StA-Curriculum trägt die ÄKN der Realität in deutschen Krankenhäusern Rechnung und ermöglicht eine strukturierte, qualifizierte Fortbildung für den Einsatz Medizinischer Fachangestellter (MFA) als Stationsassistentin/ Stationsassistent.

Dieses Berufsbild hat sich in vielen Kliniken in den vergangenen Jahren etabliert. Es ist Resultat eines fortwährenden, tiefgreifenden Wandels im Gesundheitssystem. Neue Strukturen entstehen, die Trennungslinie zwischen ambulanter und stationärer medizinischer Versorgung wird durchlässiger. Innerhalb der verschiedenen Bereiche selbst verändern sich die Aufgaben und Abgrenzungen voneinander ebenfalls. Dokumentation, Verwaltung, Pflege, ärztliche Behandlung, Abrechnung und viele andere Aufgaben mehr greifen immer stärker ineinander über.

Die Ärztekammer Niedersachsen hatte deshalb bereits 2003 erstmalig ein Curriculum Stationsassistentin/Stationsassistent erarbeitet und es als Wahlmodul in die Aufstiegsfortbildung zur Arztfachhelferin integriert. Es qualifizierte Arzthelferinnen zur Ausübung von zusätzlichen Aufgaben im stationären Bereich, die an nichtärztliches Personal delegiert werden können.

Seit der Einführung des StA-Curriculums seinerzeit haben sich die Strukturen des Gesundheitssystems, die rechtlichen Anforderungen an Dokumentation und Abrechnung, Budgets und Arbeitsfelder im ambulanten wie stationären Bereich abermals stark verändert. Es gibt immer weniger einheitliche Krankenhausstrukturen, zunehmend rücken komplexe Prozesse in den Vordergrund, die erweiterte Kompetenzen erfordern. Zudem ist mit Einführung der neuen Ausbildungsverordnung in 2006 schon die Grundausbildung zur Medizinischen Fachangestellten anspruchsvoller und umfassender geworden. Darauf aufsetzende Fortbildungen mussten entsprechend angepasst werden.

Aus diesem Grund hat die Ärztekammer Niedersachsen das StA-Curriculum nur wenige Jahre nach seiner Einführung novelliert. Es ist nun noch stärker an stationären Versorgungsprozessen orientiert und ebenfalls ein Wahlmodul innerhalb der Aufstiegsfortbildung zur Fachwirtin/zum Fachwirt für die ambulante medizinische Versorgung, dem neuen Konzept der ehemaligen Arztfachhelferin. Wie alle anderen Fortbildungsmodule kann auch dieses unabhängig von den Pflichtteilen der Fachwirtin absolviert werden.

Aufgaben und Kompetenzen der StA

Stationsassistent/innen kennen die Organisationsstrukturen und rechtlichen Grundlagen von Krankenhäusern, führen die ärztliche und pflegerische Dokumentation medizinischer Behandlung zusammen und verwalten Patientenakten. Vorbereiten und Erstellen der Abrechnung für stationär und ambulant behandelte Patienten zählen ebenso zu ihren Aufgaben wie organisatorische und Verwaltungstätigkeiten bei der Aufnahme, Behandlung und Entlassung von Patienten. Zu ihren Kompetenzen gehören zudem die klinikspezifische Kommunikation und das Organisationsmanagement eines Krankenhauses, sie beherrschen berufs- und krankenhausspezifische EDV-Systeme und führen delegierbare ärztliche Leistungen durch. Sie sind besonders qualifiziert im Schnittstellenmanagement zwischen verschiedenen Abteilungen, Berufsgruppen sowie Versorgungsbereichen in der Klinik und dem ambulanten Sektor.

Dokument erstellt am 14. Juli 2004, zuletzt aktualisiert am 21. Mai 2010 (ap)


Zu den Aufgaben der Stationsassistentin gehört auch das Abrechnungswesen, die Archivierung und Dokumentation.

Weitere Informationen:
Curriculum Stationsassistentin (pdf-Datei, 40 KB)
Fachwirt/in für die ambulante medizinische Versorgung