Ärztekammer

Niedersachsen

Für Fort- und Weiterbildung auf dem neuesten Stand

Ärztekammer

Ärztekammer

Niedersachsen

Service - vor Ort und bürgernah

Ärztekammer

Ärztekammer

Niedersachsen

Im Einsatz für eine optimale Gesundheitsversorgung

Ärztekammer

Marion Charlotte Renneberg: "Attraktivität des Berufs der Medizinischen Fachangestellten steigern!"

Re-Design für das Erscheinungsbild der ÄKN, Umzug der Landesgeschäftsstelle nur temporär und Neufassung der Reisekosten- und Entschädigungsordnung beschlossen.

Vizepräsidentin Marion Charlotte Renneberg, niedergelassene Hausärztin, richtete in ihrem Teil des Berichts zur Lage auf der Frühjahrs-Kammerversammlung am 1. April den Fokus auf eine nichtärztliche Berufsgruppe: die der Medizinischen Fachangestellten (MFA).

"Wir brauchen unsere gut ausgebildeten MFA", betonte Renneberg. Die Ausbildung zur/zum MFA sei in Deutschland zwar unter den fünf beliebtesten Berufen und gehöre auch zu den 25 am stärksten (von weiblichen Jugendlichen) besetzten Ausbildungsberufen - trotzdem fehle es in den Arztpraxen aber an Bewerberinnen. Das liege zu einem großen Teil auch daran, dass der MFA-Beruf vor allem für gut vorgebildete Schulabgänger nicht mehr die erste Wahl sei. Dies habe zur Folge, dass sowohl die Auszubildenden als auch die Ausbilder gleichermaßen mit der Gesamtsituation unzufrieden sind.

"Im Zentrum dieser Unzufriedenheit steht für die Auszubildenden oft die mangelnde Qualität der Ausbildung", bedauert die Vizepräsidentin. Gründe hierfür seien unter anderem fehlende Ansprechpartner während der Ausbildung, eine fehlende Ausbildungsstruktur sowie eine mangelhafte Kompetenz in der Vermittlung von Ausbildungsinhalten. Daraus würden Konflikte resultieren, die wiederum einen Wechsel des Ausbildungsplatzes oder sogar den Abbruch der Ausbildung beziehungsweise einen nachfolgenden Berufswechsel zur Folge haben können. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, forderte Renneberg, die Ausbildungsbetriebe zu stärken - zum Beispiel durch Qualifizierung der erfahrenen MFA über Fortbildungen zugunsten einer besseren Anleitung und Durchführung der Ausbildung sowie durch eine Stärkung der Kompetenz in Mitarbeiterführung und Kommunikation in den Ausbildungspraxen.

Re-Design der Wortmarke ÄKN

Ebenfalls unter TOP 2 stellte sich der neue Kommunikationschef der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Thomas Spieker, den Mitgliedern der Kammerversammlung vor und gab einen Überblick über seine Kommunikationsplanung 2017. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist das Re-Design der Wortmarke "ÄKN" mit einer Weiterentwicklung nach dem Motto "Mehr Ärzte - weniger Kammer". Insbesondere das überarbeitete Logo überzeugte die Anwesenden durch seine schlichte und dennoch ins Auge springende Art und erntete viel Lob. Ebenfalls neu: die Teilnahme eines Kamerateams zu Beginn der Kammerversammlung während des Berichts zur Lage. Für eine Videodarstellung von allen Aspekten der Arbeit in der Ärztekammer Niedersachsen begleitet das Kamerateam aktuell die Mitarbeiter der Kammer, um auch der niedersächsischen Ärzteschaft die Leistungen ihrer ÄKN deutlicher zu machen.

Umzug der Landesgeschäftsstelle nur temporär

Unter TOP 4 berichtete ÄKN-Geschäftsführer Ass. jur. Ralf Noordmann über den aktuellen Stand in Sachen Gebäudesituation an der Berliner Allee 20. Die Machbarkeitsstudie zu den möglichen Optionen der ÄKN sei inzwischen weitgehend fertiggestellt und befinde sich in der Schlussredaktion. Es ist geplant, aus den Ergebnissen der Studie eine Zusammenfassung zu generieren, die dann auf der ÄKN-Homepage zur Verfügung gestellt werden soll. Gemäß des Tendenzbeschlusses der Kammerversammlung vom 14. September 2016, der einen Verbleib am jetzigen Standort favorisierte, zeigt auch die Machbarkeitsstudie, dass der Verbleib am bisherigen Standort zu empfehlen ist.

"Mit Vorliegen des Flächen- und Funktionsprogramms der Betriebs- und Organisationsplaner können jetzt die ersten Entwürfe für die Gestaltung einer neuen Immobilie angefertigt werden", erklärte Noordmann. Diese dienen als Diskussionsgrundlage für weitere Entscheidungen in der nächsten Kammerversammlung am 14. Juni 2017. Parallel sei man in der finalen Phase der Vertragsverhandlungen für eine Interimsimmobilie. Deren Standort werde man bekanntgeben, sobald die Verträge unterzeichnet sind.

Ärztliche Weiterbildung im Fokus

Schwerpunkt der zweiten Tageshälfte war die Ärztliche Weiterbildung. Zunächst stellte Dr. med. Gisbert Voigt, ÄKN-Vorstandsmitglied und Mitglied der Projektgruppe "Neue (Muster-)Weiterbildungsordnung" der BÄK den aktuellen Stand zur geplanten Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) vor. Er begann bei dem Beschluss des 115. Deutschen Ärztetags 2012 in Nürnberg, der fordert, dass die Novellierung der MWBO an dem Ziel einer kompetenzbasierten Weiterbildung auszurichten sei. Dr. Voigt erläuterte ausführlich und mit großer Sachkenntnis den Begriff "Kompetenz" (= allgemeine Dispositionen von Menschen zur Bewältigung bestimmter lebensweltlicher Anforderungen), die Kompetenzzuordnung nach der Bloom’schen Taxonomie (Knowledge, Skills, Attitudes) und die auf dieser Basis zu entwickelnde Weiterbildungsordnung. "Nach der novellierten MWBO wird die Weiterbildung in Weiterbildungsblöcken vermittelt, die aus mehreren Einzelkompetenzen bestehen. Die Gesamtsumme aller Einzelkompetenzen ergeben dann die Facharztkompetenz", fasste der Pädiater zusammen. Für den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg kündigte Dr. Voigt unter anderem einen aktuellen Sachstandsbericht sowie die Vorstellung der Allgemeinen Inhalte und des weiteren Zeitplans an. Er erwarte zudem diverse Anträge zu neuen Bezeichnungen sowie zur geplanten Dokumentation des Weiterbildungsverlaufs.

Im Anschluss informierte Vizepräsidentin Marion Charlotte Renneberg die Mitglieder der Kammerversammlung über die laufenden Gespräche über eine Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung, speziell der Allgemeinmedizin, gemäß § 75a SGB V.

Neufassung der Reisekosten- und Entschädigungsordnung beschlossen

Die Kammerversammlung beschloss zudem eine Neufassung der Reisekosten- und Entschädigungsordnung. Nach ausführlichen Beratungen sowohl in der Kammerversammlung am 15. Februar 2017 als auch im zuständigen Ausschuss für Finanz- und Beitragsangelegenheiten legte der Ausschussvorsitzende Dr. med. Helmut Anderten den Delegierten nun eine überarbeitete Fassung zur Abstimmung vor, die nach nur wenigen Detailfragen bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung mit großer Mehrheit angenommen wurde. Mit dieser neuen Reisekosten- und Entschädigungsordnung wurde unter anderem die seit 1986 bestehende und schon seit Jahren nicht mehr angewendete sogenannte Dienstwagenregelung auch formal aufgehoben. Ausgeklammert blieben zwei Paragraphen zu pauschalierten Aufwandsentschädigungen - hierzu stellte Dr. Anderten Eckpunkte vor, anhand derer der Finanzausschuss für die nächste Sitzung einen Ausgestaltungsvorschlag erarbeiten wird. Die Eckpunkte wurden konzentriert diskutiert und abschließend ebenfalls - bei nur zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung - angenommen.

Autorin:
Stephanie Wente

Dokument erstellt am 18. Mai 2017, zuletzt aktualisiert am 25. September 2017