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Mit "White IT" für konsequenteren Kinderschutz

Dr. med. Gisbert Voigt erläutert die Ziele der Ärztekammer Niedersachsen im Kampf gegen Kinderpornographie:

Ein Jahr nach dem Projektstart von "White IT - Bündnis gegen Kinderpornographie“ hat Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann am 24. November 2010 vor der Presse eine erste positive Bilanz gezogen. Anlass war ein zweitägiges Symposium, zu dem sich zahlreiche Experten und Bündnispartner in Hannover trafen. Schünemann begrüßte ausdrücklich, dass sich in so kurzer Zeit eine Vielzahl neuer Partner dem Bündnis im Kampf gegen Kinderpornographie angeschlossen hätten. Derzeit gehören bereits mehr als 30 Mitglieder dem Bündnis an. Dies sind unter anderem die IT Wirtschaft (wie Microsoft, Fujitsu, IBM, Intel, Oracle, Software AG) die Wissenschaft (Universitäten Hannover, Darmstadt und Potsdam), Verbände (FSM, BITKOM, eco) aber auch Kinderschutzorganisationen (Innocence in Danger, Deutscher Kinderschutzbund) sowie die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). "Dies zeigt, dass die Bekämpfung der Kinderpornographie ein breites gesellschaftliches Anliegen ist und wir den Wunsch vieler Menschen und Institutionen aufgegriffen und ein Forum gegeben haben", sagte der Minister.

"Unser Part ist es, die ärztlichen und psychotherapeutischen Gesichtspunkte in die Diskussion einzubringen", erläuterte ÄKN-Vizepräsident Dr. med. Gisbert Voigt dem Fachpublikum. Kritisch reflektierte er die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. "Kinder werden in einer ‚sexualisierten’ Umwelt groß. Die Konfrontation mit dem Thema Sex ist ubiquitär", so Dr. Voigt. Schon heute werde einer von sieben Jugendlichen im Internet sexuell "angemacht". Die meisten Opfer seien zwischen 13 und 15 Jahre alt. Bereits im Kleinkindesalter müsse die Mediennutzung und der Zugang zu Medien konsequent gesteuert werden. "Fernsehgerät und Computer gehören im Vorschul- und Grundschulalter in kein Kinderzimmer. Besonders im Jugendalter bedarf es klarer Regeln und Kontrollen seitens der Eltern hinsichtlich der Computernutzung. Auch Handys zur Erstellung und Versand von Bildern müssen thematisiert werden“, forderte Dr. Voigt. Die ÄKN werde ihre Mitglieder in Fortbildungen noch gezielter über die Thematik Kinderpornographie informieren. Die Betreuung und Diagnostik von missbrauchten Kindern müsse auch die Frage nach pornographischer Ausbeutung umfassen.

Innenminister Uwe Schünemann hatte im vergangenen Jahr als eine der ersten konkreten Maßnahmen eine Grundlagenstudie zum Thema "Herstellung und Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet" durch das Kriminalwissenschaftliche Institut der Leibniz Universität Hannover angekündigt. Die ersten Ergebnisse wurden nun von Prof. Dr. jur. Bernd-Dieter Meier vorgestellt. Schünemann sagte, die Studie zeige, dass kriminelles Material zur Kinderpornographie eher über Online-Tauschbörsen vertrieben und weniger über das World Wide Web verkauft wird. Ein wichtiger Aspekt des Bündnisses sei auch die Intensivierung und Optimierung der Strafverfolgung. "Nur wer es ernstlich für möglich hält auch erwischt zu werden, lässt möglicherweise von seiner Tat ab", sagte der Minister. Schünemann betonte, er sei froh, dass das Landeskriminalamt Niedersachsen das Bündnis White IT bei seiner Arbeit mit innovativen Ideen und Know-how unterstütze. Als einen wichtigen Baustein der Aktivitäten erwähnte Schünemann auch an dieser Stelle die Plakataktion "Sicherheit geben". Alle niedersächsischen Kinder- und Allgemeinärzte hatten mit der Septemberausgabe des niedersächsischen Ärzteblatts ein Plakat zum Aufhängen in den Praxen erhalten, das Eltern für die Risiken ihrer Kinder im Internet sensibilisieren soll.

Weitere Informationen:

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 12. Dezember 2017