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Verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis – die medizinische und forensische Perspektive

Die medizinische Perspektive eines verantwortungsvollen Umgangs mit Cannabis weist zwei grundsätzlich unterschiedlich zu bewertende Aspekte auf:

Auf der einen Seite liegen positive wissenschaftliche Ergebnisse zum Nutzen cannabinoidhaltiger Medikamente für bestimmte Indikationsbereiche vor wie Spastiken, Übelkeit und Erbrechen insbesondere als Begleitsymptome einer Chemotherapie bei Tumorpatienten, Anorexie und Kachexie, chronische Schmerzsymptomatik und mit schwacher Evidenz auch für die symptomatische Behandlung von Erkrankungen wie Tourette-Syndrom oder Morbus Parkinson. Für cannabinoidhaltige Medikamente, für die ein wissenschaftlicher Nachweis für einen Nutzen besteht und die in standardisierter und entsprechend verabreichbarer Form vorliegen, sollte entsprechend dem vorliegenden Gesetzentwurf eine Verordnungsfähigkeit zu Lasten der GKV geschaffen werden. Die derzeit im Entwurf vorgesehene verpflichtende begleitende Datenerhebung wird aus ethischen und datenrechtlichen Grundlagen kritisch gesehen. Für medizinal-Cannabisblüten fehlt es an Studienergebnissen und somit an wissenschaftlicher Evidenz, so dass diese auch weiterhin von der Erstattungsfähigkeit ausgenommen sein sollten.

Auf der anderen Seite belegen wissenschaftliche Studien zahlreiche negative gesundheitliche Folgen von Cannabiskonsum (psychische Symptome einer akuten Cannabinoidintoxikation, mittelfristige Folgen des Konsums mit insbesondere kognitiven Störungen und Leistungsbeeinträchtigungen, Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung durch Cannabis-Konsum, somatische Folgen eines akuten und chronischen Cannabiskonsums). Diese Folgen für die Gesundheit des Einzelnen sowie die Gesundheit weiterer Personen durch Fremdgefährdung haben unmittelbare Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und rechtfertigen konsequente Maßnahmen der Primärprävention, also zielgerichteter Maßnahmen und Aktivitäten, um Krankheiten und gesundheitliche Schädigungen primär zu vermeiden. Eine breite Legalisierung des Cannabiskonsums widerspricht diesem Grundsatz einer wirksamen Primärprävention von Erkrankungen.

Dokument erstellt am 10. November 2016, zuletzt aktualisiert am 19. Juli 2018