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Ärzteforum

Aller-Elbe

Seminartag in Walsrode
28. Oktober 2017

Ärzteforum

Ärzteforum Aller-Elbe



Abstracts der Vorträge

Vitamin D - hormonelle Funktionen von der Empfängnis bis zum Tod
G. Siegfried Wedel, Facharzt für Innere Medizin, Uelzen

Eine konsequente Vitamin D-Prophylaxe wird außerhalb der Säuglingszeit nur von wenigen Ärz-ten propagiert.  D-Mangel hat aber über Osteomalazie, Hyperparathyreoidismus und Frakturen hinausgehende Konsequenzen. Nahezu ubiquitär steuern extrarenale Hormon D-Systeme hun-derte knochenunabhängiger Gene, die für Prozesse der Zellproliferation, Apoptose, Infektabwehr und das Immunsystem kodieren. Der Vortrag wird deshalb so scheinbar Vitamin D-ferne Themen wie: Fertilität, Schwangerschaftsrisiken, Schmerzsyndrome, Myopathien, Depression, Hirnleistungsstörungen, Tumorrisiken (Brust/Prostata/Colon), verfrühte Mortalität, D-leuchten und Forschungsergebnisse aufzeigen, die das Dogma D-armer Muttermilch gekippt haben.

Fazit: für ein möglichst gesundes Leben brauchen wir "Mehr Vitamin D für alle!". 
Vorab-Anregungen/Fragen/Wünsche/Streit sind über die E-Mail-Adresse fragen@vitaminDwissen.de erwünscht.


Dermatologie für Nichtdermatologen I - Prävention von Hautkrebs 
Dr. med. Andreas Kleinheinz, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten,
Elbe Kliniken Stade-Buxtehude GmbH

Im ersten Teil wollen wir gemeinsam möglichst viele Bilder von Patienten mit epithelialem und melanozytärem Hautkrebs sowie den Differenzialdiagnosen präsentieren und besprechen.


Parkinson - mehr als "Rigor-Tremor-Akinese"
Dr. med. Ulrike Heesemann, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie,
Helios Klinikum Uelzen

Lange wurde bei der Diagnose und Behandlung der Parkinsonerkrankung vor allem auf die Trias Rigor-Tremor-Akinese geachtet; dass das zu wenig ist und die Einschränkung der Lebensqualität von Betroffenen durch eine Vielzahl von Begleitsymptomen ebenso bedingt wird, wurde und wird immer noch öfter übersehen.

Worauf also ist zu achten, was ist noch zu berücksichtigen - und welche "red flags" gibt es, auf die es frühzeitig zu reagieren gilt? 


DMP KHK
Dipl.-Biochem. Ralf Weßel, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie, Verden

Neue Konzepte der Versorgung von Herzinsuffizienten Patienten - von der Praxis bis zum Assist-Device.
Wie können wir zusammen unsere Herzinsuffizienten Patienten besser betreuen.


Juristische Aspekte psychiatrischer Zwangsmaßnahmen
Ernst Homann, Amtsgericht Walsrode

Voraussetzungen der geschlossenen Unterbringung nach BGB und PsychKG.


Rund um die Weiterbildung
Markus Schwinn, Ärztekammer Niedersachsen, Hannover

In diesem Seminar soll Gelegenheit gegeben werden, nach einem kurzen Überblick über die Weiterbildungsordnung sowie über die Antragsverfahren inkl. typischer Problemfelder Fragen rund um die Weiterbildung direkt zu klären. Angesprochen werden u. a. Weiterbildungsermächtigungen, Pflichten der Weiterbilder, Zusätzliche Weiterbildungen und die Diskussion zur Überarbeitung der Muster-Weiterbildungsordnung. Der Referent ist Jurist und Sachgebietsleiter in der Ärztekammer.


Dermatologie für Nichtdermatologen II - Typische Hauterkrankungen
Dr. med. Andreas Kleinheinz, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Elbe Kliniken Stade-Buxtehude GmbH

Im zweiten Teil besteht die Möglichkeit, dass die Teilnehmer Fälle aus ihren Praxen mitbringen, die gemeinsam besprochen werden. Ansonsten werden typische dermatologische Hauterkrankungen präsentiert.


Schlaganfallbehandlung - der Weg zum Hirnkatheterlabor?
Dr. med. Ulrike Heesemann, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Helios Klinikum Uelzen

Der Schlaganfall ist schon lange als Notfall akzeptiert, die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren ständig weiterentwickelt. Die Option der Thrombektomie ist in den vergangenen beiden Jahren hinzugekommen und stellt eine kleine "Revolution" dar - und uns als Ärzte vor die Herausforderung, noch schneller und besser die betroffenen Patienten nach den für sie in Betracht kommenden Therapieverfahren zu selektionieren. Was also ist altbewährt, was ist neu in der Behandlung des akuten Schlaganfalls?


DMP Asthma + COPD
Dr. med. Olaf Dittrich, Facharzt für Innere Medizin/Lungen- und Bronchialheilkunde, Rotenburg

Welche neuen Therapie-Entwicklungen gibt es seit 2015 bei der Behandlung von Asthma und COPD.


HNO-Heilkunde für Hausärzte
Dr. med. Volker von der Damerau-Dambrowski, Facharzt für Allgemeinmedizin, Stade

Die Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Ohren, der Nase, im Mund, Rachen und Hals gehören zu den häufigsten Beratungs-Ursachen in der hausärztlichen Praxis. Daher sollte ein Facharzt für Allgemeinmedizin gute Kenntnisse bei der Untersuchung, Diagnostik und Behandlung in diesem Bereich besitzen.

Im Seminar werden die wichtigsten Erkrankungen dieser Organe vorgestellt und es werden sowohl die Untersuchungsmethoden als auch die notwendigen therapeutischen Maßnahmen aus Sicht des Facharztes für Allgemeinmedizin erklärt.


Pragmatisch - praktisches Fehlerseminar
Dr. med. Johannes Herzog, Facharzt für Innere Medizin, Uelzen

In unserem Lebens- und Arbeitsalltag ist es völlig normal, dass Fehler geschehen. Oft werden Fehler als individuelle Fehlleistungen wahrgenommen. Nach einem Appell, es besser zu machen, gehen wir zur Routine über. Spätestens, wenn wir denken "das ist ja noch mal gut gegangen" schleicht sich auch eine gewisse Unsicherheit ein. Was wäre, wenn nicht? Oder: Wenn das nochmal geschieht ...?

In unserem Fehlerseminar stellen wir Ihnen an Hand eines Falles aus der alltäglichen Praxis unser "pragmatisch-praktisches" Instrument zur Fehleranalyse vor. Ziel ist es dabei konstruktiv das positive Potential von einmal gemachten Fehlern zu erkennen sowie Maßnahmen zu entwickeln ähnliche Fehler in der Zukunft zu vermeiden. Alles ohne mit dem Finger auf vermeintlich Schuldige zu zeigen.

Nach kurzer Erläuterung des zu Grunde liegenden Fehlermodells erleben Sie, wie es möglich ist innerhalb einer halben Stunde im Team zielführend eine Fehleranalyse durchzuführen.

Voraussetzung: Teamplayer, Spaß an Verbesserung der Patientensicherheit.


Wirkung von Stimme und Körpersprache im Patientengespräch
Dorothee Zapke, Hannover

Patientengespräche sind oft nicht einfach und benötigen Präsenz und Sensibilität. Fachleute achten im Gespräch meist auf Inhalt und die Wortwahl. Die Bedeutung der Stimme und der Körpersprache für den Transport der Information wird dabei häufig unterschätzt. In diesem Vortrag erfahren Sie, wie Sie mit einem effektiven Stimm- und Körpersprachetraining Haltungen unmissverständlich transportieren können. Unbewusste nonverbale Ausdruckselemente werden entlarvt und die damit verbundenen Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung aufgedeckt. Sensibilisieren Sie sich neben einem empathischen Stimmeinsatz für nonverbale Schlüsselfaktoren wie Blickverhalten, Distanzen, Raumverhalten und Status.


Pädiatrie - Erkennen von Misshandlungen
Dr. med. Swen Geerken, Chefarzt Kinderabteilung/Neonatologie, HELIOS Klinikum Uelzen, Ärztliche Leitung MVZ Dannenberg/Elbe

Der Umgang mit Kindesmisshandlungen ist sicher eine der schwierigsten Facetten der kinder-ärztlichen Tätigkeit. Bei diesem gesellschaftlich oft tabuisiertem Thema mit phasenweise enormer medialer Präsenz ist man selber stets emotional betroffen und es fehlt einem die gewohnte Routine. Nebst den  Grundprinzipien eines kindgerechten Vorgehens werden "stark hinweisende Verletzungsmuster" anhand von Fallbeispielen entwickelt und der rechtliche Rahmen für das ärztliche Handeln dargestellt.


DMP Diabetes
Dr. med. Martin Veitenhansl, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie, Lilienthal

Der Diabetes mellitus betrifft immer mehr Menschen in Deutschland. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass aktuell in Deutschland beinahe jedes Quartal ein neues Präparat auf den Markt kommt - und teilweise auch wieder eines verschwindet - wird es zunehmend wichtiger und auch schwieriger für den betreuenden Arzt, den Überblick über eine "sinnvolle und richtige" sowie "wirtschaftliche Therapie" zu behalten. Im Seminar "DMP Diabetes" werde ich versuchen, diesen Überblick herzustellen und eine kritische Bewertung der verschiedenen - alt hergebrachten und auch neuen - Therapieformen vorzunehmen.


Neues in der minimal-invasiven Chirurgie und Endoprothetik am Knie
Dr. med. Heinrich Austrup, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ärztlicher Direktor Krankenhaus Winsen/Luhe

Therapieoptionen bei Knieerkrankungen - von der konservativen Behandlung bis zum Kniegelenkersatz.


Neue Grundlagenerkenntnisse über funktionelle Therapieverfahren wie manuelle Medizin / Physiotherapie / Osteopathie
Prof. Dr. med. Claus-Heinrich Siemsen, Facharzt für Orthopädie, Buxtehude

Vorgestellt werden neue naturwissenschaftliche Grundlagenerkenntnisse die die Wirkungsweise und den Heilerfolg funktioneller Therapieverfahren erklären können. Neben anatomischen, chemischen und elektrophysiologischen Vorgängen in Körperzellen und Organen spielen biomechanische Faktoren in Bindegewebszellen eine besondere Rolle bei funktionellen Störungen am Haltungs- und Bewegungsorgan.


Deeskalationstraining für den Ärztealltag
Dorothee Zapke, Hannover

Wie kann Konfliktpotential in angespannten Situationen rechtzeitig erkannt werden, und wie können wir darauf adäquat professionell reagieren?

In diesem Kurzseminar wird unter stimmlichen und körpersprachlichen Aspekten beleuchtet, wie Sie selbst unter starkem Stress einen kühlen Kopf bewahren können. Der Workshop sensibilisiert für bestimmte Ausdruckselemente, um einer Unsachlichkeit, Verweigerung oder Eskalation effektiv begegnen zu können.


Kindernotfälle in der Praxis und im Bereitschaftsdienst
Dr. med. Swen Gerken, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Uelzen

Aufgrund von geringer Routine, schwieriger Zugangsanlage und Emotionen (eigenen und Angehörigen), sind Kindernotfälle auch für erfahrene Kollegen, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkinder immer wieder sehr "stressbeladen". Woran erkenne ich klinisch rasch ein kritisch krankes Kind? Für die häufigsten Notfallsituationen wird anhand von Algorithmen und klinischen Beispielen ein praxisnahes strukturiertes Vorgehen entwickelt.


Entzündlich-rheumatische Erkrankungen - ein aktueller Überblick
Dr. med. Andreas Ackermann, Facharzt für Innere Medizin - Rheumatologie, Verden

Psoriasisarthritis - Grundlagen der Therapie und neuere Behandlungsmöglichkeiten.


Konservative und operative Behandlung bei Schulterschmerz
Dr. med. Heinrich Austrup, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ärztlicher Direktor Krankenhaus Winsen/Luhe

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bei Schultererkrankungen. Ein Überblick über konservative und operative Therapiemöglichkeiten.


Wenn die Seele verletzt wird - Traumata erkennen und die Behandlung einleiten
Dr. med. Martina Hug, Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychiatrische Klinik Uelzen

Seelische Traumata nehmen im Bewusstsein der Öffentlichkeit und in der Psychotherapie einen immer größeren Raum ein. Die Bedrohung durch Gewalt und Terroranschläge erscheint allgegenwärtig und im Nachgang zu Katastrophen zeigt sich die Hilflosigkeit der Helfer im Umgang mit den seelischen Verletzungen. Trotz effizienter Therapiemethoden bleibt nach wie vor ein Großteil der kritisch Betroffenen zu lange unbehandelt und entwickelt in der Folge sowohl gravierende psychische als auch somatische Symptome.


Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 15. November 2017