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Ärzteforum

Aller-Elbe

Seminartag in Walsrode
3. März 2018

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Ärzteforum Aller-Elbe



Abstracts der Vorträge

Essstörungen - Bulimia nervosa, Binge Eating Störung und Adipositas
Iris Pollmann, Fachärztin für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, MHH

Bei der  Betrachtung der Essstörungen steht für gewöhnlich die Anorexia nervosa im Vordergrund, die mit deutlich sichtbaren Symptomen einhergeht. Weniger "sichtbar", aber dafür mit höherer Prävalenz treten Bulimia nervosa und die Binge Eating Störung auf. Insbesondere in Gewichtsreduktionprogrammen oder vor Adipositas-chirurgischen Eingriffen trifft man bis zu einem Drittel Betroffene einer Binge Eating Störung an.  Bereits im DSM-V etabliert, wird nun die Aufnahme der Binge Eating Störung auch für das ICD-11 erwartet.

Der Vortrag fasst den modernen Stand von Diagnostik, Epidemiologie, Ätiologie, Therapie und Verlauf der Bulimia nervosa sowie der Binge Eating-Störung zusammen. Die aktuell überarbeiteten S3-Leitlinien für Essstörungen finden inhaltlich ebenso Berücksichtigung. Des Weiteren wird insbesondere auf den alltäglichen therapeutischen Umgang mit den betroffenen Patientinnen und Patienten sowie mögliche somatische Komplikationen und Komorbiditäten eingegangen.


"Nur viel oder viel zu viel" - Polymedikation
Priv.-Doz. Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Verden

Insbesondere multimorbide, ältere Patienten erhalten oft eine Polypharmakotherapie. Wie können umfangreiche Medikamentenpläne "bewertet" werden, wie kann ein Absetzen von Medikamenten in den Verschreibungsprozess integriert werden?


Adipositas und deren Folgeerkrankungen - wann braucht es Chirurgie?
Dr. med. Daniel Matz, Facharzt für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie, Rotenburg

Adipositas ist ein weltweit zunehmendes Problem, sowohl gesundheitlich und auch aus ökonomischer Sicht.

Der Vortrag soll die Bedeutung, Möglichkeiten und Indikationen der chirurgischen Therapie der Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen beleuchten.


Interdisziplinäres Management des Ösophaguskarzinoms
Priv.- Doz. Dr. med. O. Heizmann, Chefarzt, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg

Weltweit betrachtet ist das Ösophaguskarzinom die achthäufigste Tumorerkrankung. Von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge gelingt eine gute Versorgung der Patienten nur interdisziplinär. Der wichtigste Bestandteil der Therapie ist die komplette Tumorentfernung flankiert von endoskopischen und onkologischen Therapieverfahren in einem spezialisierten Onkologischen Zentrum.


Nephrologie
Jörg Hamann, Facharzt für Innere Medizin - Nephrologie, Walsrode

  • Wann muss ein Patient zum Nephrologen?
  • Update: Medikamenten-Dosierung bei Niereninsuffizienz
  • Peritoneal-Dialyse: Neue Möglichkeiten bei schweren Herzerkrankungen

Suizidalität und ihre Facetten
Dr. med. Vsevolod Silov, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Chefarzt, Schön Klinik Bad Arolsen

Den inhaltlichen Schwerpunkt des Seminars bildet die Früherkennung der Suizidalität und die Suizidprävention.


"Was tun wenn es brennt" - Harnwegsinfekt - aktuelle Leitlinie
Priv.-Doz. Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Verden

Therapiestrategien beim Harnwegsinfekt - Empfehlungen zur Diagnostik und (medikamentösen) Behandlung in unterschiedlichen Patientengruppen (vom Kind zum Pflegeheimbewohner) unter Berücksichtigung der 2016 überarbeiten Leitlinie Harnwegsinfektionen


Impfprophylaxe
Dr. med. Volker von der Damerau-Dambrowski, Facharzt für Allgemeinmedizin, Stade

Der Ausbruch von Masern in Deutschland 2017 zeigt uns, wie wichtig Schutzimpfungen gegen gefährliche Infektionskrankheiten sind; besonders der Hausarzt trägt hier eine große Verantwortung.

Dieses Seminar soll Sie mit dem notwendigen Rüstzeug für diese anspruchsvolle Aufgabe ausstatten.

  • Impfmanagement in der Praxis
  • Indikationen und Contra-Indikationen
  • Schutzimpfungen im Kindes- und Erwachsenenalter
  • Reiseimpfungen

Primärer Hyperparathyreoidismus-Diagnostik und Therapie
Priv.- Doz. Dr. med. O. Heizmann, Chefarzt, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg

Der primäre Hyperparathyreoidismus ist eine häufige endokrine Erkrankung. Die Patienten sind oft sehr lange scheinbar asymptomatisch. Beim Fortschreiten führt die Hyperkalzämie durch den primären Hyperparathyreodismus zu einer Reihe von funktionellen Symptomen, die oft fehlgedeutet werden. Das frühzeitige Erkennen und die Therapie verhindern die sekundären Veränderungen und steigern die Lebensqualität.


Ambulante Blutdruckeinstellung
Jörg Hamann, Facharzt für Innere Medizin – Nephrologie, Walsrode

  • Therapierefraktärer Hypertonus
  • Sekundärer Hypertonus
  • Blutdruckeinstellung bei chronischen Erkrankungen

Pragmatisch - praktisches Fehlerseminar
Dr. med. Johannes Herzog, Facharzt für Innere Medizin, Uelzen

In unserem Lebens- und Arbeitsalltag ist es völlig normal, dass Fehler geschehen. Oft werden Fehler als individuelle Fehlleistungen wahrgenommen. Nach einem Appell, es besser zu machen, gehen wir zur Routine über. Spätestens, wenn wir denken "das ist ja noch mal gut gegangen" schleicht sich auch eine gewisse Unsicherheit ein. Was wäre, wenn nicht? Oder: Wenn das nochmal geschieht ...?

In unserem Fehlerseminar stellen wir Ihnen an Hand eines Falles aus der alltäglichen Praxis unser "pragmatisch - praktisches" Instrument zur Fehleranalyse vor. Ziel ist es dabei konstruktiv das positive Potential von einmal gemachten Fehlern zu erkennen sowie Maßnahmen zu entwickeln ähnliche Fehler in der Zukunft zu vermeiden. Alles ohne mit dem Finger auf vermeintlich Schuldige zu zeigen.

Nach kurzer Erläuterung des zu Grunde liegenden Fehlermodells erleben Sie, wie es möglich ist innerhalb einer halben Stunde im Team zielführend eine Fehleranalyse durchzuführen.

Voraussetzung: Teamplayer, Spaß an Verbesserung der Patientensicherheit.


Wirkung von Stimme und Körpersprache im Patientengespräch
Dorothee Zapke, Hannover

Patientengespräche sind oft nicht einfach und benötigen Präsenz und Sensibilität. Fachleute achten im Gespräch meist auf Inhalt und die Wortwahl. Die Bedeutung der Stimme und der Körpersprache für den Transport der Information wird dabei häufig unterschätzt. In diesem Vortrag erfahren Sie, wie Sie mit einem effektiven Stimm- und Körpersprachetraining Haltungen unmissverständlich transportieren können. Unbewusste nonverbale Ausdruckselemente werden entlarvt und die damit verbundenen Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung  aufgedeckt. Sensibilisieren Sie sich neben einem empathischen Stimmeinsatz für nonverbale Schlüsselfaktoren wie Blickverhalten, Distanzen, Raumverhalten und Status.


ADHS (k)eine Modediagnose
Thomas Duda, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Hildesheim

Es gab ihn immer schon: den "Zappelphilipp" und den "Hans-guck-in–die-Luft". Auch Mozart, Einstein oder Churchill waren schulische Versager und doch so genial! Was ist dieses Syndrom der Extreme? Es werden Genese, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten von ADHS dargestellt. Differentialdiagnosen und Hilfen zur Früherkennung sollen diskutiert werden.


Kindliche Frakturen - was ist zu beachten und wie therapiert man richtig
Dr. med. Benjamin Rebhan, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Soltau


Delir - die unterschätze Gefahr
Dr. med. Konstantin Lekkos, Chefarzt Klinik für Altersmedizin, Helios Klinikum Hildesheim

Das Delir ist eine häufig nicht erkannte Erkrankung, die in jeder Altersstufe auftreten kann und eine erhebliche Beeinträchtigung für den Patienten bedeuten kann.

Studien zeigen, dass die Mortalitätsrate und die Pflegebedürftigkeit bei Patienten mit einem Delir signifikant steigt. Das Erkennen und richtige Behandeln eines Delirs kann diesen Effekt reduzieren. Sensibel auf Veränderungen im Verhaltensmuster und das rechtzeitige Erkennen sollte Ziel einer guten Diagnostik sein.


Auf dem Weg zum Premium-Doktor? Vom Umgang mit Bewertungen im Internet
Raimund Dehmlow, Team Kommunikation der Ärztekammer Niedersachsen

Patienten, die sich im Internet auf die Suche nach einem passenden Arzt machen, orientieren sich zunehmend an dort vorliegenden Bewertungen. Wie funktionieren Bewertungsportale und nach welchen Kriterien wird dort bewertet? Welche Möglichkeiten gibt es, gegen Bewertungen vorzugehen, die als unzutreffend empfunden werden und welche Strategien um Umgang mit Bewertungen empfiehlt die Ärztekammer Niedersachsen? Diesen Fragen widmet sich der Referent und liefert Lösungsvorschläge für die tägliche Praxis.


Deeskalationstraining im Ärztealltag
Dorothee Zapke, Hannover

Wie kann Konfliktpotential in angespannten Situationen rechtzeitig erkannt werden, und wie können wir darauf adäquat professionell reagieren?

In diesem Kurzseminar wird unter stimmlichen und körpersprachlichen Aspekten beleuchtet, wie Sie selbst unter starkem Stress einen kühlen Kopf bewahren können. Der Workshop sensibilisiert für bestimmte Ausdruckselemente, um einer Unsachlichkeit, Verweigerung oder Eskalation effektiv begegnen zu können.


Schlange vor dem Klo - Autismus erkennen und verstehen
Thomas Duda, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Hildesheim

Die Diagnose Autismus erfährt in letzter Zeit eine deutliche Inflation. Ein Kind isoliert sich - Autismus!? Ein Kind zeigt besondere Interessen - Autismus!? Ein Kind zeigt Auffälligkeiten im sozialen Miteinander- Autismus!?

Das Seminar soll dabei unterstützen differentialdiagnostische Überlegungen zu treffen, wann eine weitergehende differenzierte Diagnostik erforderlich ist und wann nicht.


"Notfälle in der Praxis"
Dr. med. Klaus-Gerrit Gerdts, Facharzt für Allgemeinmedizin - Notfallmedizin, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Cuxhaven, Advanced Cardiac Life Support Instructor und Pediatric Advanced Life Support Instructor der American Heart Association

Das Praxisteam muss zu jeder Zeit auf einen unerwarteten akuten Notfall vorbereitet sein. Akuter Brustschmerz, Atemnot, Hemiplegie, das "akute Kind" sind seltene, aber anspruchsvolle Herausforderungen.

Der Referent, langjährig in eigener Praxis niedergelassen und als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst verantwortlich für die Notfallversorgung im Landkreis Cuxhaven, bietet praxisgerechte Tipps und Tricks zur Überbrückung der "goldenen ersten zehn Minuten" bis zum Eintreffen des Notarztes und zur sinnvollen Ausstattung des Notfallkoffers. "Weniger ist mehr" lautet hier der Kernsatz.


Schlafstörungen
Dr. med. Konstantin Lekkos, Chefarzt Klinik für Altersmedizin, Helios Klinikum Hildesheim

Die Therapie von Schlafstörungen ist genauso schwierig, wie die Diagnose und die Ursachenfindung. Oft nehmen die Patienten gar nicht wahr, dass sie an einer Schlafstörung leiden, aber leiden an den daraus resultierenden Symptomen. Eine unbehandelte schwere Schlafstörung kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Im Laufe des Lebens verändert sich das Schlafmuster. Eine gute Anamnese ist besonders wichtig. Eine Therapie ist schwierig.


Patientenverfügungen aus medizinischer und juristischer Sicht
Mechthild Schmithüsen, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Nienburg
Ass. jur. Hubertus Wiegand, Bezirksstelle Verden, Ärztekammer Niedersachsen

Mit einer Patientenverfügung, in Kombination mit einer Vorsorgevollmacht und/oder einer Betreuungsverfügung, kann man sein Selbstbestimmungsrecht auch am Lebensende sicherstellen.

Was ist eine Patientenverfügung? Wo sind die Grenzen einer Patientenverfügung? Macht eine Patientenverfügung überhaupt Sinn? In diesem Seminar werden die juristischen und medizinischen Aspekte dargestellt.

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2018