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Leinetal

SAVE THE DATE!

Seminartag in Einbeck

22. Juni 2019

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Ärzteforum Leinetal


Themen und Abstracts im Überblick

Dermatologie Teil 1 und Teil 2
Referentin:  Dr. med. Katharina Amschler, Göttingen

In bis zu 20 % der Fälle stellen sich Patienten aufgrund von Hautproblemen hausärztlich vor. Häufige Vorstellungsgründe sind Infektionen der Haut wie Pilzerkrankungen sowie bakteriell und viral bedingte Hauterkrankungen. Das Erkennen dieser infektiös bedingten Hauterkrankungen sowie die entsprechende Diagnostik und Therapieoptionen soll anhand zahlreicher klinischer Bilder demonstriert werden. Zudem wird die Akne vulgaris als häufige Dermatose im Alter von Jugendlichen und die zugrunde liegenden Therapieoptionen vorgestellt.
Der zweite Teil beschäftigt sich insbesondere mit chronisch entzündlichen Dermatosen und hier vorranging mit der atopischen Dermatitis (im Säuglings-, und Erwachsenalter), der Psoriasis vulgaris und der akuten/chronischen Urtikaria. Im Anschluss daran wird der Schwerpunkt Onkologie in der Dermatologie vorgestellt. Hier geht es insbesondere um das Erkennen des weißen Hautkrebs (Basaliom, Plattenepithelkarzinom) und des schwarzen Hautkrebs anhand von zahlreichen klinischen Bildern.


Bedeutung des Riechens und Schmeckens für die Ernährung
Referent:  Dr. med. Manfred Eilts, Osterode

Die Sinne: Riechen und Schmecken verschaffen uns Genuss, warnen aber auch vor Ungenießbarem und Gefahren.
Gestörter Geruchssinn kann zu Fehl- und Mangelernährung, zu unausgewogener Ernährung führen, Folge kann eine einseitige Ernährung sein.
In dem Vortrag wird über den anatomischen und physiologischen Synergismus des Riech- und Geschmacksorgans und wesentliche Ursachen seiner Störung sowie über die Bedeutung des Riechen und Schmeckens für eine ausgewogene Ernährung referiert.
Die Psychopathologie von Riechen und Schmecken ganz allgemein und insbesondere in Bezug auf die Ernährung wird ebenso angesprochen und soll diskutierte werden, wie sinnvolles Pflegen der Nase und der Schleimhäute der Mundhöhle und wie Riechen und Schmecken trainiert werden kann, damit wir uns auch weiterhin gesund ernähren.


Das neue niedersächsische Bestattungsgesetz - Änderungen bei Leichenschau und Meldepflichten
Referent: Dr. med. Alfred Flaccus, Hildesheim

Seit Mitte 2018 gilt die Neufassung des Niedersächsischen Bestattungsgesetzes. Der Vortrag beschreibt die wichtigsten Neuerungen für den medizinischen Bereich in den Bereichen Praxis, Bereitschafts-/Notfalldienst und Klinik. Gleichzeitig werden Probleme und Fallstricke, die sich durch die neuen Meldepflichten ergeben, angesprochen. Anhand von Praxisbeispielen wird der Umgang mit dem neuen Gesetzestext erörtert."


Augenärztliche Notfälle im allgemeinen Bereitschaftsdienst
Referent: Dr. med. Stefan Kienzle, Herzberg am Harz

Nicht selten werden Ärzte im allgemeinen Bereitschaftsdienst oder während der Sprechstunde mit augenärztlichen Notfällen konfrontiert. Oft steht man ratlos vor den Patienten und ist unsicher, welche Therapie man anwenden soll, und der nächste Augenarzt ist weit. Der Vortrag möchte hierzu eine praktische Entscheidungshilfe geben. Die wichtigsten Notfälle werden systematisch vorgestellt und es wird ein Katalog konkreter Handlungsanweisungen, teilweise auch mit praktischen Übungen, erarbeitet. Ziel ist es, einfache Notfälle selbst fachgerecht behandeln zu können und zu wissen, wann es besser ist, die Patienten direkt zum Facharzt zu überweisen.


Hüft-und Knieendoprothetik – Aktuelle Entwicklungen
Referent: Dr. med. Stefan Kolbeck, Bad Gandersheim

Die Hüft- und Knieendoprothetik ist auch weiterhin in der Versorgung der fortgeschrittenen Arthrose des Hüft- und Kniegelenkes die wichtigste therapeutische Option der Orthopädischen Chirurgie. Im Rahmen des Vortrages  werden aktuellen Entwicklungen dargestellt. Neben der Modifikation der Zugangswege (minimalinvasive Verfahren) werden auch spezielle der individuellen Situation der Patienten angepasste Versorgungsmöglichkeiten (unicondyläre Knieendoprothetik) erläutert. Hinzu kommt die Darstellung von computerassistierten Navigationsverfahren. Auch alternative operative Verfahren wie Knorpeltransplantation und Umstellungsoperationen, die insbesondere bei jüngeren Patienten in Frage kommen, werden erläutert.


Adipositas-Chirurgie bei krankhafter Fettsucht - es geht nicht um Schönheit!
Referent: Dr. med. Jens Kuhlgatz, Northeim

Das Körpergewicht der Menschen in Deutschland und in westlichen Ländern steigt kontinuierlich an. Etwa 67 % der Männer und 53 % der Frauen sind übergewichtig. Alarmierend ist das Steigen der Adipositasprävalenz, mehr als 23 % der Männer und fast 24 % der Frauen sind adipös, eine sog. Adipositas Grad III liegt bei etwa 3 % der Frauen und etwa 1,5 % der Männer vor.
Adipositas Grad III ist mit einer Reihe bedeutsamer Erkrankungen assoziiert, wie z. B. Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ II, Lipidstoffwechselstörungen, Bluthochdruck u.a.
Unbehandelt fällt die Lebenserwartung statistisch ab einem BMI von über 40 kg/m² um
ca. 7 Jahre, im Bereich von über 50 kg/m² um ca. 14 Jahre.
Nicht operative multimodale Therapiemaßnahmen führen nur in einem ganz geringen Prozentsatz zu einem dauerhaften Erfolg bezüglich der Gewichtsreduktion und positiver Beeinflussung der bestehenden Komorbiditäten.
Die Zahl der adipositaschirurgischen Eingriffe hat in den letzten Jahren auch in Deutschland ständig zugenommen. Beigetragen haben dazu neue Techniken, die Minimierung der operativen Zugangswege sowie auch enorme Wissenszuwachs durch wissenschaftliche Studien und die Erkenntnis, dass eine nachhaltige Gewichtsreduktion bei Adipositas Grad III bei der absoluten Mehrheit der Betroffenen nur durch einen adipositaschirurgischen Eingriff erreicht werden kann.
Stärker in den Fokus treten die sogenannten metabolischen Operationen, die nicht nur primär der Gewichtsreduktion dienen, sondern auch über die Gewichtsreduktion und metabolischen Veränderungen des Gesundheitszustandes die Lebensqualität sowie die Lebenserwartung erheblich verbessern.
In dem Vortrag werden die aktuellen adipositaschirurgischen Verfahren, die Vorteile, Nachteile und Langzeitverläufe dargestellt sowie auch ein Ausblick auf zukünftige interventionelle Therapiestrategien gegeben.
Eingegangen wird auch auf die im Jahr 2018 aktualisierte S3-Leitlinie zur Adipositas-Chirurgie. Eine ausführliche Diskussion ist ausdrücklich gewünscht.


Multimodale Lauftherapie (MML) als problembewältigende und ressourcenstärkende Intervention - Exemplarische Forschungsbefunde
Referentin: Prof. Dr. Sabine Mertel, Hildesheim

Die Multimodale Lauftherapie (MML) (Mertel 2014) ist eine neuartige psychosoziale Bewegungstherapie. Systematisch kontrollierte und supervidierte, aerobe Laufeinheiten werden im Wechsel von Gehen und Laufen angeboten. Die Laufeinheiten werden nach Ausdauer und Intensität - von 0 bis 30 Minuten - gesteigert. Die multimodale Therapie lässt sich gut fallspezifisch mit anderen Verfahren wie Beratungseinheiten, Psycho-Physioedukation, Entspannungsübungen sowie Psycho-, Pharmako-, und Physiotherapie kombinieren. Die MML ist individuums- und lebensweltbezogen und lässt sich im ambulanten und stationären Bereich für Einzelne und Gruppen organisieren. Es wird davon ausgegangen, dass körperliche Bewegung außen mit Bewegung im Innern einhergeht. Ziel ist, das aktive Körper-Leib-Erleben zu nutzen, um Körperbewusstheit und Selbstwirksamkeit zu verbessern sowie soziale, schöpferische Interaktion, Teilhabe und Resonanzfähigkeit zu erleben. Das Aktivieren von gesundheitlichen Protektivfaktoren führt zu tiefgreifenden Einstellungs- und Handlungsveränderungen, wie auch zur Verringerung körperlicher und psychischer Beschwerden. Die MML als soziale ausdauernde Aktivität wird präventiv und kurativ eingesetzt.
In der Präsentation soll ein erster Einblick in die Anwendung der MML im stationären wie ambulanten Bereich mit Menschen mit psychischen Erkrankungen gegeben werden (Implementation und Laufpraxis). Exemplarische Forschungsbefunde von aktuellen qualitativ-quantitativen Studien zur MML veranschaulichen das spezifische Setting und die Wirkungsweisen (physische, psychische und soziale Parameter) dieser Interventions- und Behandlungsmethode.
Die Multimodale Lauftherapie (MML) wird seit 2015 europaweit erstmalig als hochschulzertifizierte, berufsbegleitende Weiterbildung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim angeboten.


Können Tiere unsere Arbeit erleichtern? – Oder alles Schabernack?
Tiergestütze Therapie in der neuropädiatrischen Ambulanz und Station

Referentin: Dr. med. Antje Mey, Braunschweig

Nox, ein 5 Jahre alter Border Collie unterstützt die Arbeit in der neuropädiatrischen Ambulanz und auf der neuropädiatrischen Station in der Kinderklinik Braunschweig seit 2015. Er ist ein fest angestellter Therapiehund, der eigens für die Neuropädiatrie Braunschweig trainiert wurde. Er arbeitet dort täglich und unterstützt die Ableitung von EEG´s sowie die Blutentnahmen an Kindern aller Altersklassen.Er hilft ihnen bei der mindestens 30zig minütigen EEG Ableitung still zu liegen; er nimmt Angst bei Blutentnahmen und gibt Unterstützung bei der neurologischen Untersuchung. Auch in der pädiatrischen Palliativmedizin macht er sich nützlich. Wie macht er das? Geht es den Kindern bei der Untersuchung mit Hund besser? Gibt es einen gemessenen medizinischen Benefit?Was muss bei der Arbeit mit Hunden beachtet werden?


Update-Moderne interdisziplinäre und multimodale Konzepte in der Therapie solider Tumore
Referent: Prof. Dr. med. Jörg Pelz, Hildesheim

In den letzten Jahren konnten große Fortschritte in der Therapie von soliden Tumoren erzielt werden. Insbesondere die interdisziplinären und multimodalen Ansätze zeigen zum Teil erstaunliche Ergebnisse. Als drei Säulen sind hierbei vor Allem die medikamentöse, die operative und die Strahlentherapie zu nennen. Somit können auch initial palliative und/oder systemisch metastasierte Patienten teilweise in kurativer Intention behandelt werden. Zu nennen ist hier beispielsweise die multimodale Behandlung der Peritonealkarzinose, neoaduvante Chemotherapien als Induktionsansatz zur Erzielung der sekundären Resektabilität bei Lebermetastasen oder lokalablative Verfahren. Einige dieser Therapiekonzepte werden im Forum detailliert erläutert.


Kindernotfälle im Bereitschaftsdienst
Referent: Dr. med. Marie-Annette Ränsch, Hannover

Notfälle mit Kindern machen nur etwa 5 % aller Behandlungen im allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst aus. Entsprechend gering ist die praktische Expertise und Sorge vor Fehleinschätzungen bzw. Behandlungen. Dieses Seminar soll einen Überblick über die häufigsten Krankheitsbilder und ihre Akutbehandlung geben, um dem Praktiker etwas mehr Sicherheit im Falle eines Kindernotfalls zu geben.


Vergiftungen im Kindesalter
Referent: Prof. Dr. med. Andreas Schaper, Göttingen

In einer kurzen Übersicht werden die drei Grundpfeiler (das "Drei Säulen-Modell") der Klinischen Toxikologie dargestellt: die Primäre Giftentfernung (Magenspülung und Aktivkohlegabe), die Sekundäre Giftentfernung (u.a. Hämodialyse, Hämoperfusion, verspätete und repetitive Gabe von Aktivkohle) und die Indikation zur Gabe spezifischer Antidota. Darüber hinaus werden für die tägliche Praxis relevante Vergiftungen im Kindes- und Jugendalter dargestellt. Die Auswahl wurde aus Sicht des Giftnotrufs gewählt. Entweder handelt es sich um besonders häufige Noxen oder die Vergiftungen sind durch nicht allgemein bekannte diagnostische oder therapeutische Aspekte charakterisiert. Besonders hervorgehoben werden u.a. folgende Noxen: Eisenhut, toxische Alkohole, ätzende Substanzen, Opioide.


Pilzvergiftungen
Referent: Prof. Dr. med. Andreas Schaper, Göttingen

Erläutert werden 18 Pilzvergiftungssyndrome. Diese Einteilung stammt von dem Schweizer Arzt und Mykologen René Flammer, der eines der deutschsprachigen Standardwerke zu Pilzvergiftungen verfasst hat. Neben einigen Pilzsyndromen, die primär den Magen-Darm-Trakt betreffen und i. d. R. keine lebensbedrohlichen Intoxikationen verursachen, werden mehrere spezifische Syndrome mit relevanten diagnostischen oder therapeutischen Besonderheiten hervorgehoben. Das wichtigste Pilzvergiftungssyndrom ist das Phalloides-Syndrom. Dieses wird vom Knollenblätterpilz und anderen amatoxinhaltigen Pilzen verursacht. Charakteristisch für diese Vergiftung ist das Auftreten von Magen-Darm-Symptomen mit einer Latenz von ungefähr 12 Stunden. Beim Verdacht auf das Vorliegen einer relevanten Knollenblätterpilzvergiftung wird häufig eine Magenspülung mit anschließender Applikation von medizinischer Kohle empfohlen. Diagnostisch wegweisend ist ein Nachweis des Giftes im Urin; allerdings auch erst nach einer Latenz von mehreren Stunden. Hauptangriffspunkt für das Gift ist die Leber. Mitunter kann eine Lebertransplantation indiziert sein. Neben symptomorientierten therapeutischen Maßnahmen existiert für die Behandlung das Antidot Silibinin. Weiterhin werden folgende Pilzvergiftungssyndrome erläutert: das Gyromitrin-Syndrom (u.a. durch Frühjahrslorchel), das Muscarin-Syndrom (Risspilze und Trichterlinge), das Orellanin-Syndrom (Nierenschädigung mit sehr langer Latenz) und einige weitere eher seltene Pilzvergiftungssyndrome.


Kopfschmerz-Erkrankungen
Referent: Dr. med. Ekkehard Schönbrunn, Hildesheim

Das Referat stellt die Einteilung der Kopfschmerz-Erkrankungen in idiopathische und symptomatische Formen dar. Es werden Warnzeichen ("red flags") aufgezeigt, die für eine symptomatische Genese sprechen und weitere diagnostische Schritte für diesen Fall vorgeschlagen. Im Weiteren werden klinische Symptomatologie, Diagnostik, Differentialdiagnose und neue Therapiemöglichkeiten der häufigsten idiopathischen Kopfschmerz-Erkrankungen (Migräne mit und ohne Aura, Spannungskopfschmerz und Cluster-Kopfschmerz) dargestellt und ein kurzer Überblick die selteneren Formen idiopathischer Kopfschmerzen, v. a. der trigemino-autonomen Kopfschmerzen, gegeben. Einzelne Fallbeispiele sollen die Teilnehmer dazu anregen, ihre Erfahrungen aus dem Praxisalltag in die Diskussion einzubringen.


Was gibt es Neues von der Prostata?
Referent:  Dr. med. Heribert Schorn, Göttingen

Prostatakrebsdiagnostik: Stellenwert des multiparametrischen MRT der Prostata und Fusionsbiopsie. Was sagt die Leitlinie dazu. Was machen die Kassen? Zur Diskussion der medikamentösen Erstlinen-Therapie beim Hormonrefraktären Prostatakarzinom. Macht die initiale Chemotherapie nicht doch Sinn. Gutartige Prostatavergrößerung: Was tun bei sehr großem Prostatavolumen und obstruktiven Miktionsbeschwerden. Vorteile der HOLEP (Holmium-Prostata-Enukleation). Ist die Mikrowellen Therapie TUMT noch eine Alternative? Minimal invasive Maßnahmen bei nicht so ausgeprägter Prostatavergrößerung: REZUM, mit Dampf zum Ziel, Botox-Injektionen und andere Maßnahmen.


Ernährung und geistige Leistungsfähigkeit – Demenzprävention durch einen gesunden Speiseplan?
Referentin: Dr. med. Christiane Walter, Göttingen

Während sich die Forschung intensiv um die Entwicklung sowohl von medikamentösen Behandlungsstrategien zur Therapie insbesondere der Demenz bei Alzheimer-Krankheit als auch  von prädiktiven Testverfahren zur entsprechenden Frühdiagnostik bemüht, sind praktikable Lösungen hier derzeit noch nicht in Sicht. Die Frage nach persönlichen Präventionsmöglichkeiten wird daher von Patienten in Klinik und Praxis immer wieder aufgegriffen.
Angesichts der älter werdenden Bevölkerung ist mit einer Zunahme der absoluten Zahl an Demenzerkrankungen zu rechnen, wenngleich der zu beobachtende Anstieg hier zuletzt milder ausfiel als erwartet. Mögliche Gründe hierfür könnten ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein der älteren Bevölkerung bzw. ärztlich besser gehandhabte kardiovaskuläre und metabolische Risikofaktoren sein.
Der Vortrag gibt ein kurzes Update zu Pathogenese, (Früh)Diagnostik und Therapiemöglichkeiten der Demenzen und greift Hypothesen zum Einfluss des persönlichen Lebensstils auf die Demenzprävention bzw. auf den Zeitpunkt der klinischen Manifestation auf.


Prävention von Burnout, Depression und Süchten bei Ärzten und

Suchterkrankungen bei Ärztinnen und Ärzten

Referent: Dr. med. Ahmad Bransi, Extertal-Laßbruch

Auch Ärzte werden krank. Neben einer möglichen genetischen Disposition existiert eine Reihe anderer Einflussfaktoren, die die Entwicklung einer psychischen Störung bei Ärztinnen und Ärzten begünstigt. Hier können z. B. verschiedene psychosoziale Faktoren mit Beginn in der Kindheit und Jugend, wie belastende Familiensituation in der Kindheit, Traumata etc. eine Rolle spielen. Daneben werden regelmäßig berufliche und persönliche Belastungsfaktoren identifiziert, die im Zuge der modernen Lebensführung und der Entwicklung in der Arbeitswelt einen Einfluss auf die seelische Gesundheit haben.

Besonders im ärztlichen Beruf scheint eine enorme, sowohl persönliche als auch gesellschaftliche und arbeitsmarktbedingte Anspruchshaltung zu existieren, die es begünstigt, dass Ärztinnen und Ärzte eine psychische Störung entwickeln, wie Burnout, Depression, Angst- oder Suchtkrankheit. Zu betonen sind z. B. die hohe Anspruchshaltung an sich selbst verbunden mit einem überhöhten Selbst- und Fremdbild des "unverwundbaren Helfers", welche im beruflichen Alltag auf eine immer mehr steigende Arbeitsbelastung trifft, verbunden mit geringen Erholungszeiten und zunehmendem Erleben von Hilflosigkeit: "hilflose Helfer".

Im Vortrag sollen die Belastungselemente und entsprechende Resilienzfaktoren geschildert werden.

Dokument erstellt am 25. April 2019, zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2019