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Niedersachsen

Ärztliche Flüchtlingshilfe in Niedersachsen

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Berufliche Integration

Approbation und Berufserlaubnis für zugewanderte Ärzte

Um in Niedersachsen als Ärztin/Arzt arbeiten zu dürfen, benötigt man eine Approbation (§ 3 der Bundesärzteordnung) oder eine Berufserlaubnis (§ 10 Bundesärzteordnung).

Für die Erteilung von Approbationen und Berufserlaubnissen an Ärztinnen und Ärzte, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben und in Niedersachsen ihren Beruf ausüben wollen, ist der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (NiZzA) zuständig.

Für die Erteilung der Berufserlaubnis muss der Nachweis einer abgeschlossenen ärztlichen Ausbildung erbracht werden.

Berufserlaubnis beantragen: NiZzA, Abteilung 1

Die Approbation wird erteilt, wenn die Gleichwertigkeit der ausländischen Ausbildung mit der deutschen festgestellt worden ist. Wenn diese nach Überprüfung nicht festgestellt werden kann, muss die/der Antragsteller/in eine Kenntnisprüfung absolvieren.

Approbation beantragen: NiZzA, Abteilung 1

Die Kenntnisprüfung besteht aus einer Patientenvorstellung und einem 60- bis 90-minütigen Prüfungsgespräch. Die Prüfung bezieht sich auf die Fächer Chirurgie und Innere Medizin. Die Fragestellungen sollen Aspekte aus den Bereichen Bildgebende Verfahren, Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie, Notfallmedizin und Strahlenschutz sowie Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung berücksichtigen und die ärztliche Gesprächsführung umfassen. Die Kenntnisprüfung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn die Prüfungskommission die Patientenvorstellung und das Prüfungsgespräch als bestanden bewertet. Die Kenntnisprüfung kann zweimal wiederholt werden. Die Kosten für diese Prüfung betragen 500 Euro.

Zur Kenntnisprüfung anmelden: NiZzA, Abteilung 1

Für die Erteilung der Approbation und Berufserlaubnis ist außerdem nachzuweisen, dass die/der Antragsteller/in über die für die Ausübung der ärztlichen Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt (§ 3 Absatz 1 Nr. 5 Bundesärzteordnung). Dieser Nachweis ist in einer Fachsprachprüfung zu erbringen. Die Prüfung (Sprachniveau C1) besteht aus einem simulierten Arzt-Patienten-Gespräch (Dauer: 20 Minuten), der Dokumentation dieses Gesprächs (20 Minuten) und einem Arzt-Arzt-Gespräch (20 Minuten). Die Fachsprachprüfung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn das Bewertungsgremium festgestellt hat, dass die/er Antragsteller/in die Anforderungen erfüllt. Die Kosten für diese Prüfung betragen 350 Euro. Zur Vorbereitung auf die Prüfung dient die Sammlung "Lernmaterialien Berufliche Integration" (pdf-Datei, 223 KB).

Zur Fachsprachprüfung anmelden: NiZzA, Abteilung 1


Fortbildung

"Ärzte im Asyl" sind berechtigt, an ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, sofern sie sich als Ärztin/Arzt legitimieren können. Wenn Teilnahmegebühren anfallen sind diese auch von den "Ärzten im Asyl" zu entrichten.

Weitere Informationen: Ärztliche Fortbildungsveranstaltungen in Niedersachsen


Hospitation

Hospitationen umfassen das Kennenlernen einer Einrichtung, nicht die aktive Mitarbeit. Hospitanten lernen während ihres Aufenthaltes den Ablauf, die Struktur, besondere Diagnoseverfahren oder spezielle Geräte usw. kennen. Sie dürfen keinesfalls Aufgaben von Arbeitnehmern wahrnehmen. Eine schriftliche Vereinbarung über die Rahmenbedingungen der Hospitation sowie die Absprache mit der zuständigen Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) wird empfohlen.

Hospitationen können nicht als Weiterbildungszeit anerkannt werden. Es müssen Belehrungen zur Verschwiegenheitspflicht und schriftliche Erklärungen zur Übernahme und Pflicht zur Einhaltung der Verschwiegenheitspflicht erfolgen.

Hospitanten sind in der Regel nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Als Formel gilt: Keine praktische Tätigkeit = kein Versicherungsschutz. Nur Zuschauen ist keine versicherte Tätigkeit und kann daher auch nicht versichert sein. Im Zweifelsfall sollte eine schriftliche Anfrage an die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erfolgen.

Kliniken und Praxen, die Hospitationen für "Ärzte im Asyl" anbieten möchten, können der Ärztekammer Niedersachsen ihr Angebot online übermitteln.

Hospitation für "Ärzte im Asyl" anbieten ...


Lotsen für "Ärzte im Asyl"

Die gezielte Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung und der erfolgreiche Abschluss der mit der Erlangung der Berufserlaubnis und Approbation erforderlichen Prozeduren erfordern ein Coaching durch ehrenamtlich tätige Fachkollegen. Die Ärztekammer Niedersachsen organisiert deshalb Lotsen für "Ärzte im Asyl".

Ärzte, die sich als Lotse für "Ärzte im Asyl" betätigen möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei der Ärztekammer Niedersachsen zu melden.

Lotsin/Lotse für "Ärzte im Asyl" werden ...


Medizinische Fachbibliotheken

  • Göttingen, Bereichsbibliothek Medizin (Robert-Koch-Str. 40, www.sub.uni-goettingen.de/):
    Den Benutzern wird ein Ausweis ausgestellt, das Ablaufdatum an das Datum des Aufenthaltstitels angepasst. Die einmalige Gebühr von 5 Euro für den Ausweis muss bezahlt werden.
  • Hannover, Bibliothek der Medizinischen Hochschule (Carl-Neuberg-Str. 1, www.mh-hannover.de/):
    Der elektronische Aufenthaltstitel eAT (Muster im Anhang) in Verbindung mit dem Reisepass reicht zur Legitimation aus. Nutzer müssen die sonst anfallenden 5 Euro für den Bibliotheksausweis nicht entrichten und werden als Privatnutzer aufgenommen. Die Mitgliedschaft läuft 2 Jahre und die Ausleihe von Büchern ist gestattet.
  • Oldenburg, BIS - Bibliotheks- und Informationssystem (Zentralbibliothek Haarentor und Bereichsbibliothek Wechloy, www.bis.uni-oldenburg.de/):
    Legitimation durch elektronischen Aufenthaltstitel eAT in Verbindung mit dem Reisepass. Kosten für den Bibliotheksausweis: 5 Euro.

Sprachliche Qualifizierung

Wegweiserkurse

In den Erstaufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen wurden Wegweiserkurse etabliert, die einen Umfang von einer Woche haben. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Kurse setzen sich aus zwei Modulen zusammen: vormittags Sprachunterricht, nachmittags Informationen zu den Themen Bildungssystem, Mobilität, Politik und Recht. Ein weiterer Teil befasst sich mit den Grundlagen des deutschen Gesundheitssystems. Abgedeckt werden die Themen "Arztbesuch", "Gesundheitsprävention", "Krankenhausaufenthalt", "Notruf" und "Suchtprävention".


Allgemeine Sprachkurse

Im Rahmen der Aufenthaltsgestattung (Betreuung durch Gemeinden und Bundesagentur für Arbeit) ist auf freiwilliger Basis die Teilnahme an einem allgemeinen Sprachkurs im Umfang von 200 Stunden möglich. Flüchtlinge aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien können unmittelbar an einem Integrationskurs teilnehmen.


Integrationskurse

Im Rahmen der Aufenthaltserlaubnis (Betreuung durch die Jobcenter) ist die Teilnahme an einem Integrationskurs für alle Asylsuchenden möglich. Der Kurs besteht aus einem Sprach- und einem Orientierungskurs. Nach insgesamt 660 Stunden (in Spezialkursen kann die Stundenzahl abweichen) endet er mit einem Sprachtest und dem Test "Leben in Deutschland". Das Ziel: Alle Teilnehmer sollen das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erreichen. Wird nur Sprachniveau A2 erreicht, können auf Antrag zusätzlich 300 Unterrichtsstunden absolviert werden.


Fachsprachkurse

Für eine Approbation oder Berufserlaubnis ist das Erreichen des Sprachniveaus B2 erforderlich. Fachsprachkurse, die dieses Sprachniveau vermitteln, können auf Antrag genehmigt werden.

Welche Kursangebote gibt es?

  • Deutsch für Ärztinnen und Ärzte

Die Kurse "Deutsch für Ärztinnen und Ärzte" werden in Göttingen durchgeführt. Sie verstehen sich als interkulturelles Sprachtraining zur Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung und den Erwerb der Berufserlaubnis bzw. Approbation. Weitere Informationen: www.deutsch-for-docs.de

  • Deutsch für den Beruf

Das Projekt "Deutsch für den Beruf" wird im Rahmen des Programms "Berufsbezogene Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund (ESF-BAMF-Programm)" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert. In Hannover führt die Koordinierungsstelle ALBuM die verschiedenen Kursangebote zusammen: www.album-hannover.de

  • Deutsch für internationale Ärztinnen und Ärzte

Der Kurs bei der VHS Braunschweig richtet sich an internationale Medizinerinnen und Mediziner mit unterschiedlichen Muttersprachen und dient der Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung. Voraussetzung für die Teilnahme sind Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau B2: www.vhs-braunschweig.de (Kursprogramm, pdf-Datei, 9.525 KB)

  • Deutsch und Medizin im Berufsalltag für ausländische Ärztinnen und Ärzte

Der Kurs des IWK Osnabrück dient der Vorbereitung auf Fachsprachprüfung und der Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten von Ärztinnen und Ärzten im Berufsalltag. Eine Förderung durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters nach Einzelfallentscheidung ist möglich. Weitere Informationen: www.iwk.eu

  • ESF-BAMF-Programm

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet Kurse für berufsbezogene Sprachförderung über vom BAMF ausgewählte Schulen für Menschen mit Migrationshintergrund im so genannten ESF-BAMF-Programm an. Die Kurse verbinden Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und die Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen. Weitere Informationen: Übersicht der Träger von Sprachkursen und deren Kooperationspartner in den Bundesländern (pdf-Datei, 235 KB) 

  • IQ Netzwerk Niedersachsen

Das IQ Netzwerk Niedersachsen mit seinen 13 Beratungsstellen bietet Kurse zur sprachlichen Qualifizierung von internationalen Ärztinnen und Ärzten auf das Sprachniveau C1 (GER) im berufsbezogenen Kontext und B2 (GER) im allgemeinsprachlichen Kontext an. Die Ärzte werden bei der Verbesserung ihrer mündlichen und schriftlichen Sprachfähigkeit gefördert und auf die Fachsprachprüfung vorbereitet. Das Angebot richtet sich an Ärzte, die eine Berufserlaubnis haben und sich in einem Beschäftigungsverhältnis in Niedersachsen befinden. Weitere Informationen: www.migrationsportal.de

  • Sprachliche Qualifizierung für ausländische Ärztinnen und Ärzte

Der Kurs der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern richtet sich an alle ausländischen Ärzte, die die Fachsprachprüfung zur Erlangung der Approbation oder Berufserlaubnis ablegen möchten und dient der sprachlichen Vorbereitung auf den Klinikalltag in Deutschland. Weitere Informationen: www.aek-mv.de


Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 29. März 2017