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Kein Antibiotikum! Warum?

"Doktor, mach’s mal schnell weg" - mit dieser Erwartungshaltung kommen viele Patientinnen und Patienten in die Praxen. Schnell ist er da, der Ruf nach einem wirksamen Antibiotikum - oft auch bei nur kleinen viralen Infekten. Doch mit dem wachsenden Verbrauch von Antibiotika nimmt auch die Entwicklung von Resistenzen gegen die Wirkstoffe besorgniserregend zu. Das Ergebnis: Antibiotika werden immer wirkungsloser.

Das niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium startete deshalb 2012 gemeinsam mit der Ärztekammer Niedersachsen, der Apothekerkammer Niedersachsen und dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt eine Kampagne zur Minimierung des Antibiotikaverbrauchs in Niedersachsen und einen Fünf-Punkte-Plan.

Der Fünf-Punkte-Plan im Detail: 

  • Fortbildungsinitiative

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) ist beauftragt, gemeinsam mit der Ärztekammer Niedersachsen und einem Expertennetzwerk ab 2013 eine Fortbildungsinitiative für Ärztinnen und Ärzten bzw. Apothekerinnen und Apotheker zu starten, um sie zu Antibiotikabeauftragten zu qualifizieren, die in Krankenhäusern beratend zur Verfügung stehen.

  • Antibiotika-Fibel

Der überwiegende Anteil der Antibiotika wird im ambulanten Bereich verschrieben. Deshalb entwickelt das NLGA aktuell eine Antibiotika-Fibel für die niedergelassene Ärzteschaft, die praxisnahe Tipps für eine zurückhaltende Antibiotikatherapie enthält.

  • Informationsoffensive

Mit einer Informationsoffensive sollen Patientinnen und Patienten bzw. die Eltern von erkrankten Kindern via Apotheken und Arztpraxen erreicht und über die Wirkung und Nichtwirkung von Antibiotika aufgeklärt werden.

  • Webseite - www.antibiotikastrategie.niedersachsen.de

Auf einer Webseite werden Informationen für medizinisches Personal und für die Bevölkerung gezielt, umfassend und rund um die Uhr zur Verfügung gestellt: www.antibiotikastrategie.niedersachsen.de

  • ARMIN

ARMIN (Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen) bietet Fachinformationen insbesondere für die Ärzteschaft sowie auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Resistenzlage in Niedersachsen. Dadurch besteht eine Grundlage für die Beratung zur Antibiotika-Therapie sowie die Möglichkeit, Entwicklungen über die Zeit zu beobachten und somit die Maßnahmen indirekt zu evaluieren.

ARMIN dokumentiert kontinuierlich die Resistenzentwicklung ausgewählter Infektionserreger in Niedersachsen sowohl in den Krankenhäusern als auch im niedergelassenen Bereich. Damit ist ARMIN bundesweit eines der ersten Überwachungssysteme zur Antibiotikaresistenz, das eine umfassende Datenbasis liefert. Mit ARMIN wurden außerdem erstmals systematisch Resistenzdaten auf einer regional kleinräumigen Ebene erhoben. Inzwischen konnten 11 Labore gewonnen werden, die ihre Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen für Niedersachsen und Bremen zur Verfügung stellen.

Informationsblatt "Kein Antibiotikum! Warum?" ...

Dokument erstellt am 10. Januar 2017, zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2017