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Oldenburg Hannover, (ÄKN)
Gute 220 Online-Teilnehmende begrüßte Dr. med. Gilbert Rosar (v.l.n.r.), Ärztlicher Direktor des Bad Zwischenahner Reha-Zentrums am Meer, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ärztevereins Oldenburg Dr. med. Volker Nüstedt, dem Vorsitzenden der Ärztekammer-Bezirksstelle Oldenburg Professor Dr. med. Djordje Lazovic und Professor Dr. med. Claus-Henning Köhne, Vorsitzender des Fortbildungsausschusses der ÄKN-Bezirksstelle Oldenburg, zum 22. Oldenburger Ärztetag.Gute 220 Online-Teilnehmende begrüßte Dr. med. Gilbert Rosar (v.l.n.r.), Ärztlicher Direktor des Bad Zwischenahner Reha-Zentrums am Meer, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ärztevereins Oldenburg Dr. med. Volker Nüstedt, dem Vorsitzenden der Ärztekammer-Bezirksstelle Oldenburg Professor Dr. med. Djordje Lazovic und Professor Dr. med. Claus-Henning Köhne, Vorsitzender des Fortbildungsausschusses der ÄKN-Bezirksstelle Oldenburg, zum 22. Oldenburger Ärztetag. Foto: ÄKN
22. Oldenburger Ärztetag der Bezirksstelle Oldenburg der Ärztekammer Niedersachsen in Bad Zwischenahn: Im Mittelpunkt der Fortbildung standen Chancen und Risiken von Biologika

Bad Zwischenahn, 13. November 2022. Biologika mit rund 180 Wirkstoffen haben in den vergangenen Jahren in ganz unterschiedlichen Bereichen der Medizin Einzug gehalten. Dadurch wurde die Versorgung von vielen Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis, Psoriasis (Schuppenflechte), chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und vor allem auch Krebs enorm verbessert. Die Biologika, die aus lebenden Zellen aufwendig hergestellt werden, setzen dabei auf unterschiedliche Wirkweisen: Sie stellen fehlende körpereigene Stoffe bereit, hemmen Botenstoffe oder blockieren Rezeptoren. Dadurch haben sie das Potential, Krankheiten gezielt zu therapieren, aber es kommt auch zu besonderen Nebenwirkungen.

Den „Chancen und Risiken der Biologika“ widmete sich daher am vergangenen Samstag, 12. November, der 22. Oldenburger Ärztetag der Bezirksstelle Oldenburg der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) in der Wandelhalle des Kurhauses in Bad Zwischenahn. Professor Dr. med. habil. Djordje Lazovic, Vorsitzender der ÄKN-Bezirksstelle Oldenburg, und Dr. med. Gilbert Rosar, Ärztlicher Direktor des Bad Zwischenahner Reha-Zentrums am Meer, konnten gut 220 interessierte Ärztinnen und Ärzte zu der alljährlichen Fortbildungsveranstaltung begrüßen. Auch in diesem Jahr fand die Tagung aus Rücksicht auf die Gefahren der COVID-19-Pandemie nicht in Präsenz, sondern als Webex-Konferenz statt, wobei die Teilnehmenden im Anschluss an die Fachvorträge Gelegenheit zu Nachfragen hatten.

Um über einige Einsatzgebiete für Biologika, aber auch spezifische Nebenwirkungen zu informieren, hatten Professor Dr. med. Claus-Henning Köhne (Vorsitzender des Fortbildungsausschusses der ÄKN-Bezirksstelle Oldenburg) und Dr. med. Volker Nüstedt (Vorsitzender des Oldenburger Ärztevereins) gemeinsam mit dem Ausschuss die Tagung konzipiert: „Für uns Allgemeinmediziner ist es wichtig, über Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen informiert zu sein, weil wir die Therapien in den Facharztpraxen begleiten“, sagte der Oldenburger Hausarzt Nüstedt. Lazovic (Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Pius-Hospital Oldenburg) und Köhne (Direktor der Klinik für Innere Medizin – Onkologie und Hämatologie am Klinikum Oldenburg) ergänzten, dass es darüber hinaus für alle an der Versorgung beteiligten Ärztinnen und Ärzte wichtig sei, mehr über die Biologika-Wirkstoffe und die präzise ausgerichteten Therapien zu erfahren. Denn für alle gehe es darum, häufig auftretende Nebenwirkungen richtig einordnen zu können. Das seien etwa Infektionen generell oder zum Beispiel im Falle der Haut Ausschläge, entzündliche Veränderungen sowie neu auftretende Schuppenflechten.

Das Programm der fünfstündigen Fortbildung deckte entsprechend viele wichtige Gebiete für den Einsatz von Biologika ab: Über die „Fortschritte in der Antikörpertherapie von Krebserkrankungen“, aktuell zum Beispiel beim Rektumkarzinom, berichtete zum Auftakt der Veranstaltung Professor. Dr. med. Volker Heinemann, Direktor des Comprehensive Cancer Centers München. Über die „Biologika aus pharmakologischer Sicht“ unter anderem im Hinblick auf die vermehrt zur Verfügung stehenden günstigeren Ersatzprodukte – die Biosimilare – sprach im Anschluss Professor Dr. med. Bernhard H. Rauch, der die Abteilung für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Oldenburg leitet. „Die Chancen und Risiken der Biologika in der Neurologie“ bei der Behandlung von Multipler Sklerose und anderen Erkrankungen standen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. med. Catharina Korsukewitz von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster. Der „Immun- und Antikörpertherapie in der Rheumatologie“ – zum Beispiel der erfolgreichen Anwendung bei der Rheumatoiden Arthritis – widmete sich der Hamburger Rheumatologe Dr. med. Jan Philipp Bremer. Mit dem Vortrag von Privatdozent Dr. med. Ulf Helwig, niedergelassener Gastroenterologe in Oldenburg, über den differenzierten „Einsatz von Biologika und Small Molecules bei der Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“ wie Colitis ulcerosa endete die Fortbildung. Früher habe man mit den Therapien oft die ganze Tür eingetreten, sagte der Bezirksstellenvorsitzende Lazovic zum Abschluss der Tagung: „Heute haben wir immer mehr passgenaue Schlüssel, um im Rahmen der personalisierten Medizin immer mehr Türen für unsere Therapien elegant zu öffnen.“

Mehr zum Programm im Flyer zum 22. Oldenburger Ärztetag

Alle Vorträge zum Nachschauen jetzt im Video auf dem ÄKN-YouTube-Kanal


Kontakt:
Thomas Spieker, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen
Telefon: 0511 380-2220, E-Mail: kommunikation@aekn.de

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