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Achtung: Lebensgefährliche Pilze! Ärzte müssen Vergiftungen melden

Hannover, 27. Juli 2017 (olr) - Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat erneut fünf Patienten mit einer lebensbedrohlichen Pilzvergiftung aufgenommen. Nach Angaben der Hochschule stammten sie aus Osteuropa und hatten den hochgiftigen Knollenblätterpilz irrtümlich für essbar gehalten. Ärzte müssen Vergiftungen auf der Grundlage des § 16e des Chemikaliengesetzes melden.

Extrem giftig: Der Knollenblätterpilz. Foto: awfoto - fotolia.comExtrem giftig: Der Knollenblätterpilz.

Im vergangenen Jahr hatte die MHH mehr als 30 Asylbewerber mit Pilzvergiftungen behandelt, die den Knollenblätterpilz wegen seiner großen Ähnlichkeit mit essbaren Arten in den Herkunftsländern verzehrt hatten.

Der Knollenblätterpilz wächst im Zeitraum von August bis Oktober in Laub- und Laubmischwäldern. Zu erkennen ist er an einem drei bis 15 Zentimeter breiten Hut, der glockig bis schirmartig ausgebreitet ist. An der Unterseite befinden sich weiße Lamellen. Die Farbe des Giftpilzes ist grün, grün-gelb oder weiß.

Der Knollenblätterpilz ist einer der giftigsten Pilze in Deutschland und für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Der Pilz ist sehr gefährlich, da sein Gift erst mehrere Stunden nach dem Verzehr wirkt und dann bereits im ganzen Körper aufgenommen ist. Gerettet werden können nur Vergiftete, die schnell behandelt werden und nicht viel vom Knollenblätterpilz gegessen haben.

Um Vergiftungen zu vermeiden, hat die MHH ein Poster in acht Sprachen entworfen, das vor dem Giftpilz warnt und aktuell zur Verfügung steht:

Poster, arabisch (pdf-Datei, 162 KB); Poster, kurdisch (pdf-Datei, 111 KB); Poster, persisch (pdf-Datei, 245 KB);  Poster, deutsch (pdf-Datei, 363 KB); Poster, russisch (pdf-Datei, 112 KB); Poster, englisch (pdf-Datei, 45 KB); Poster, türkisch (pdf-Datei, 276 KB); Poster, französisch (pdf-Datei, 182 KB)

Vergiftungen sind meldepflichtig. Ärzte müssen Vergiftungen, auch im Verdachtsfall, an die Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) melden. Grundlage für die Meldepflicht ist § 16e des Chemikaliengesetzes. Auf der Website des BfR steht für diesen Zweck ein Meldeformular (Mitteilung von Vergiftungen) zur Verfügung.

Weitere Informationen: Meldeformular "Mitteilung von Vergiftungen" (pdf-Datei, 107 KB)


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Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 18. August 2017