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In 560 Fällen wichtige Spuren gesichert / Positive Bilanz nach fünf Jahren "ProBeweis"

Hannover, 31. August 2017 (äkn) - Vor fünf Jahren startete das Netzwerk ProBeweis an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Inzwischen ist das Netzwerk zur professionellen Beweissicherung für Opfer von häuslicher und/oder sexueller Gewalt mit 30 Untersuchungsstellen in 26 Städten Niedersachsens vertreten. Seit 2012 konnten durch das Projekt in insgesamt 560 Fällen gerichtsverwertbare Befunde und Spuren einer Gewalttat gesichert und dokumentiert werden.

Die Untersuchung und Spurensicherung bei ProBeweis erfolgt losgelöst von einer Anzeige bei der Polizei. Ein prozessrelevantes Gutachten kann nach späterer Anzeige durch die Opfer so bei Bedarf auch noch mehrere Jahre nach der Tat abgerufen werden.

"Vielen Betroffenen fällt es schwer, direkt nach erlebter häuslicher oder sexueller Gewalt eine Anzeige zu erstatten. Für ein mögliches späteres Gerichtsverfahren ist es jedoch sehr wichtig, sofort nach der Tat fachgerecht Spuren wie Würgemale, Hämatome oder Sperma zu sichern, medizinische Befunde zu erheben und alles zu dokumentieren", erklärt Professorin Dr. med. Anette Debertin vom MHH-Institut für Rechtsmedizin, die das Projekt leitet. "In unseren Untersuchungsstellen haben die Opfer die Gelegenheit, Beweise zeitnah, gerichtsfest, kostenlos und vertraulich sichern zu lassen.“

Im Institut für Rechtsmedizin werden die Asservate für mindestens drei Jahre und die schriftliche Dokumentation für 30 Jahre gelagert. Das Angebot richtet sich gezielt an Betroffene, die noch keine Anzeige erstattet haben.

Weitere Informationen: www.probeweis.de

Autor:
Jörg Blume

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 21. September 2017