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Kinderschutzambulanz der MHH: Änderung in der Online-Beratung

Hannover, 31. August 2017 (Todt) - Die Kinderschutzambulanz am Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bietet seit dem Jahr 2010 niedergelassenen und klinisch tätigen Ärzten eine fachlich kompetente Beratung bei Verdachtsfällen von Kindesmisshandlung und -missbrauch.

Foto: ruigsantos - Fotolia

Der Zugang zu einer niederschwelligen rechtsmedizinischen Expertise – unabhängig von einer Strafanzeige – leistet einen wichtigen Beitrag in der nachhaltigen Versorgung und Untersuchung von gewaltbetroffenen Kindern. Somit steht das rechtsmedizinische Expertenwissen unkompliziert und flächendeckend in Niedersachsen bereit und ermöglicht eine schnelle forensisch-ambulante Befundsicherung und Diagnostik außerhalb des klinischen Alltags.

Neben der telefonischen Beratung über die Telefonhotline, den klinisch-forensischen Untersuchungen in der Kinderschutzambulanz und den wohnortnahen Konsilen besteht die Möglichkeit einer rechtsmedizinischen Online-Beratung. Bei unklaren Befunden kann durch die behandelnden Ärzte digitales Bildmaterial angefertigt und die entsprechenden Aufnahmen telemetrisch über das System Cryptshare an die Kinderschutzambulanz übersandt werden. Cryptshare ermöglicht eine sichere und verschlüsselte Datenübermittlung über E-Mail mit einem maximalen Datenvolumen von 512 MB pro Transfer, ist in die Funktionalität des Windows-Outlook integriert und kann auch als Web-Client benutzt werden. Die verschlüsselten Daten werden nicht direkt als Anlage verschickt, stattdessen werden diese vom MHH-Cryptshare-Server heruntergeladen. Das persönliche Passwort zur Entschlüsselung des übersandten Anhangs muss nachfolgend aus Datenschutzsicherheit zwingend auf einem separaten Weg (beispielsweise Telefon oder Fax) übermittelt werden. Nach Mitteilung des Passworts werden die schriftlichen und fotografischen Befunde rechtsmedizinisch (mit)beurteilt und weitere Maßnahmen besprochen.

Die Telekonsile bieten im Flächenland Niedersachsen die Möglichkeit einer ortsunabhängigen, zeitsparenden, standardisierten und effektiven Einschätzung sowie Hilfestellung bei der Diagnostik körperlicher und sexueller Gewalt im Kindesalter. Das bisher durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen vorgehaltene Forensikon wurde ab dem 1. April 2017 durch das benutzerfreundlichere Programm Cryptshare abgelöst.

Weitere Informationen: cryptshare.mh-hannover.de

Autorin:
Dr. med. Melanie Todt
Institut für Rechtsmedizin, MHH

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 21. September 2017