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Niedersächsische Gesundheitsregionen: Kooperationspartner fördern acht weitere Projekte

Hannover, 16. November 2017 (ms) - Das Niedersächsische Gesundheitsministerium, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), die gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen und die Ärztekammer Niedersachsen fördern neue Versorgungsansätze in den niedersächsischen Gesundheitsregionen. In der vierten Förderrunde hat ein Lenkungsgremium auf Landesebene von 18 Anträgen nun acht Projekte ausgewählt. Gefördert werden Projekte, die regionale Herausforderungen erkennen und Abhilfe schaffen.

Niedersachsens amtierende Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt sagt dazu: "Innovative Projekte stärken das Versorgungsangebot in den Gesundheitsregionen. Immer häufiger werden auch digitale Konzepte umgesetzt. Vor allem auf dem Land und beispielsweise auf den Inseln eröffnet der Einsatz von Telemedizin ganz neue Chancen. Das kommt den Menschen vor Ort zugute und regt andere Akteure im Gesundheitsbereich zum Nachahmen an."

Die geförderten Projekte sind:

  • Landkreis Celle: Ein Kurzfilmwettbewerb bringt das Thema Gesundheit auf die Leinwand und stärkt damit die Gesundheitskompetenz im Schulalter. Fördersumme: 20.500 Euro
  • Landkreis Grafschaft Bentheim: Ein präventives Multiplikatorenprojekt zur Förderung  der psychischen Flexibilität und Gesundheit soll Heranwachsenden helfen, eigenständiger und gelassener mit seelischem Leid umzugehen. Es dient so der Resilienzförderung. Fördersumme: 95.400 Euro 
  • JadeWeser: Das Projekt zielt auf die Gewinnung von ärztlichem Nachwuchs, indem Medizinstudentinnen und -studenten durch Kurs- und Bildungsangebote an die Region gebunden werden. Fördersumme: 84.001,70 Euro
  • Landkreis Leer: Ziel des Projektes ist die Verbesserung der augenärztlichen Versorgung auf der Insel Borkum und der Aufbau eines telemedizinischen Netzwerkes zwischen Patientinnen und Patienten, Inselklinik, Haus- bzw. Fachärztin/-arzt und den Kliniken auf dem Festland. Fördersumme: 90.410 Euro 
  • Landkreis Lüneburg: Das Projekt zielt auf die Vernetzung der gesundheitlichen Versorgung durch den Aufbau einer nachhaltigen kooperativen Struktur zwischen den Versorgungspartnern psychisch kranker Kinder. Fördersumme: 100.000 Euro 
  • Landkreis und Stadt Osnabrück: Ehrenamtliche werden zu interkulturellen Pflegelotsen ausgebildet, um die Gesundheitsversorgung von Migranteninnen und Migranten zu unterstützen und Hemmschwellen und allgemeine Versorgungsbarrieren abzubauen. Fördersumme: 52.750 Euro
  • Landkreis Peine: Für die Verringerung von Suiziden bzw. suizidalen Handlungen bei Kindern und Jugendlichen werden ihnen sowie ihren Eltern und Lehrkräften umfassende Aufklärungsinformationen und Kompetenzen vermittelt. Fördersumme: 59.500 Euro
  • Region Hannover: Das Projekt will durch ganzheitliche Versorgungsstrukturen und die Vernetzung aller Akteure eine demenzsensible Kommune schaffen. Fördersumme: 100.000 Euro

Ärztekammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker sagt: "Ärztemangel und Digitalisierung im Gesundheitswesen erfordern eine Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen. Die moderne ärztliche Versorgung muss patientenorientiert, effektiv, sozial und wirtschaftlich zugleich sein. Nur gemeinsam unter Beteiligung aller Akteure im Gesundheitswesen kann es gelingen, diese Herausforderung zu meistern. Das Projekt 'Gesundheitsregionen Niedersachsen' und die Förderung ausgewählter, innovativer Projekte sind ein sehr geeignetes Instrument zu diesem Zweck. Deshalb unterstützt die Ärztekammer Niedersachsen diese Initiative mit ihrer fachlichen Expertise und auch finanziell. Ich freue mich sehr über das große Engagement der zahlreichen Initiativen und Einrichtungen, das bei den geförderten Projekten zum Ausdruck kommt."

Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN: "Die breite Beteiligung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten an den Projekten, das hohe Engagement aller Projekt-Beteiligten vor Ort und die Entwicklung interessanter, regional passender Versorgungsangebote zeigen, dass sich die Gesundheitsregionen Niedersachsen positiv entwickelt haben. Die geförderten Projekte sind auf die lokalen Bedingungen abgestimmt und sollen so die Versorgungsstrukturen vor Ort optimieren."

"Wir investieren in eine möglichst gesunde Zukunft. Die neuen Projekte werden in den Gesundheitsregionen wichtige Impulse liefern. Unser gemeinsames Ziel ist eine patientenorientierte, qualitative Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems", betont Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

"Die Projektideen zeigen, wie wertvoll Austausch und Vernetzung der regionalen Akteure in der Gesundheitsversorgung sind. Die Ersatzkassen freuen sich, dieses Engagement zu unterstützen", sagt Jörg Niemann, Leiter der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek).

"Die Betriebskrankenkassen werden die Gesundheitsregionen weiter unterstützen", erklärte Burkhard Spahn, Vorstand des BKK Landesverbandes Mitte. "Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung stärkt die Regionen in Niedersachsen. Das zeigen die Projekte, die in diesem Jahr unterstützt werden", machte er weiter deutlich.

Mit dem Ende 2014 von der Landesregierung initiierten Projekt der „Gesundheitsregionen Niedersachsen“ werden die niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte dabei unterstützt, neue Konzepte in der örtlichen Gesundheitsversorgung zu entwickeln und umzusetzen. Für die Gesundheitsregionen stellt das Land für den Zeitraum von 2014 bis 2017 pro Jahr 600.000 Euro zur Verfügung, die Förderung soll ab dem Jahr 2018 fortgesetzt werden. Dazu kommen durch die Beteiligung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der AOK Niedersachsen, der Ersatzkassen sowie des BKK Landesverbandes Mitte pro Jahr 430.000 Euro. Die Ärztekammer Niedersachsen unterstützt das Projekt ab 2017 mit 30.000 Euro. Insgesamt beteiligen sich bereits 35 Gesundheitsregionen und erhalten zum Aufbau der erforderlichen Arbeitsstrukturen zunächst jeweils bis zu 25.000 Euro.


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Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 1. Dezember 2017