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"Vereint gegen den Feind" - Hygienenetzwerk Südostniedersachsen kämpft gegen MRSA und andere multiresistente Erreger

Hannover, 23. August 2018 (äkn) - Die Gefahr von multiresistenten MRSA-Erregern wird oft in den Medien beschworen. Seit 2009 kümmert sich in der Braunschweiger Region ein Zusammenschluss der Gesundheitsversorger um das Problem: das Hygienenetzwerk Südostniedersachsen, das sich um die acht Gesundheitsämter der Region gebildet hat.

Nach dem gleichen Prinzip entstanden bundesweit ähnliche Strukturen. „Der Gesetzgeber wollte das, um antibiotika­resistente Erreger besser be­kämpfen zu können“, berichtet Vorstands­mitglied Dr. med. Brigitte Buhr-Riehm, Amtsärztin und Leiterin des Gesundheits­amts Braunschweig

Was mit dem „Krankenhauskeim“ MRSA angefangen hatte, ist jetzt zu einer generellen Aufgabe rund um alle resistenten Erreger und die damit verbundenen Resistenz­situationen geworden. Im Fokus stehen das Anti­bi­otika­manage­ment und der medizinische Alltag, in dem Ärzte und Pflegepersonal mit resistenten Erregern umgehen müssen. „Das ist die Kern­aufgabe der Hy­giene­netz­werke“, sagt die Amtsleiterin.

Zum Hy­giene­netz­werk Südost­niedersachsen gehören verschiedene Arbeits­gruppen der Gesundheits­versorger, etwa von Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Rettungsdiensten des Gebiets, allerdings nur sehr wenige Vertreter von am­bu­lan­ten Pflege­diensten und nieder­ge­lassenen Ärzten. Beirat und Partner sind maßgebliche Institutionen der Gesundheits­ver­sorgung, die in Südost­niedersachsen beheimatet sind.

Im Zentrum eines jeden Hygienenetzwerks stehe prinzipiell ein Maximalversorger, erklärt Buhr-Riehm. Das sei ein großes Krankenhaus wie das Klinikum Braunschweig, das die Region Südostniedersachsen als Einzugsgebiet habe. „Die Patientenströme bewegen sich dahin und von dort wieder weg in die Peripherie“, so Buhr-Riehm. An dieser Struktur habe sich der Aufbau des Hygienenetzwerks orientiert.

Entlang des Patientenpfads wurden von den Gesundheitsversorgern, die im Netzwerk mitarbeiten, beispielsweise die Informationsflüsse in puncto Besiedelungen und Infektionen mit resistenten Erregern strukturiert. „Wir schauen jetzt bei der Entlassung eines MRSA-Patienten, wer darüber alles Bescheid wissen muss“, erläutert die Leiterin des Braunschweiger Gesundheitsamts. Um den Informationsfluss zu lenken, sei etwa der Überleitungsbogen für Krankenhausentlassungen entsprechend modifiziert worden.


Eine der Hauptaufgaben des Hygienenetzwerks der letzten Jahre waren sogenannte Sanierungsschulungen, die Mitarbeitern von Alten- und Pflegeheimen angeboten werden. Dabei können die Altenpflegekräfte lernen, wie sie mit MRSA-besiedelten Patienten nach der Krankenhausentlassung umgehen sollten, um eine Ausbreitung der Erreger in der Gemeinschaft möglichst zu verhindern. Bis heute seien bereits 800 Pflegkräfte, gebündelt am Gesundheitsamt Braunschweig, von besonders ausgebildeten Gesundheitsingenieuren geschult worden, berichtet die Amtsleiterin.

Auch Wagen und Wege der Rettungsdienste hat das Hygienenetzwerk bereits unter die Lupe genommen, um mögliche Besiedelungen aufzudecken und zu beseitigen. Mikrobiologen haben sich die Resistenzlage der Krankenhäuser angeschaut. Referenten, zu denen auch Vorstandsmitglieder gehören, schulen hygienebeauftragte Ärzte in den Krankenhäusern.

Bislang liegt der Schwerpunkt der freiwilligen Mitwirkung im stationären Bereich und bei den Alten- und Pflegeheimen. „Der ambulante Pflegebereich ist noch ausbaufähig“, sagt Buhr-Riehm. Es sei schwierig, die ambulanten Pflegedienste und die häufig mitpflegenden Angehörigen mit ins Boot zu holen. Auch ein verstärktes Engagement niedergelassener Ärzte sei wünschenswert.

Autorin:
Christine Koch

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 20. September 2018