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Schlichtungsstelle verzeichnet Rückgang der Anträge auf Anerkennung von ärztlichen Behandlungsfehlern

Hannover, 22. März 2017 (äkn) - Ärztekammer-Präsidentin Dr. Wenker: "Transparente Kultur der Fehleridentifizierung verbessert die Patientensicherheit".

Dr. med. Martina Wenker: "Transparente Kultur der Fehleridentifizierung verbessert die Patientensicherheit". Foto: ÄKN/A. PagelDr. med. Martina Wenker: "Transparente Kultur der Fehleridentifizierung verbessert die Patientensicherheit". Foto: ÄKN/A. Pagel

Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und die  Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern stellten der Niedersächsischen Landespressekonferenz heute die neue Behandlungsfehlerstatistik für Niedersachsen vor. Die Antragsentwicklung der letzten Jahre im Kammerbereich Niedersachsen zeigt im Vergleichszeitraum einen Rückgang der Antragszahlen von 1.560 im Jahr 2012 auf 1.353 im Jahr 2016.

Im Jahr 2016 wurden 813 Verfahren mit einer Sachentscheidung über die geltend gemachten Schadenersatzansprüche abgeschlossen. Der Prozentsatz der begründeten Ansprüche lag im Jahr 2016 im Kammerbereich Niedersachsen bei 28,7 Prozent der Sachentscheidungen.

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. med. Martina Wenker, kommentiert: "Es ist wichtig, Fehler zu erkennen und daraus zu lernen. Eine transparente Kultur der Fehleridentifizierung verbessert die Patientensicherheit. Sie ermöglicht uns auch Fortschritte bei der Fortbildung der Ärztinnen und Ärzte. Für uns in Niedersachsen ist es gut und sachdienlich, dass die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern zusammen mit dem medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) auch Fortbildungen für Ärztliche Gutachter durchführt. Dies dient der Förderung der Qualität der Ärztlichen Gutachten bei einem zu prüfenden Verdacht einer fehlerhaften ärztlichen Behandlung der Patienten. Ärztinnen und Ärzte geben ihr Bestes für die Behandlung ihrer Patienten. Aber wenn Fehler vermutet werden oder tatsächlich passieren, kann Patientinnen und Patienten durch das Angebot einer kostenfreien medizinisch und juristischen Prüfung ihrer medizinischen Behandlung im Rahmen des Schlichtungsverfahrens kompetent geholfen werden. Offenheit und Transparenz sind wichtig. Eine außergerichtliche schnelle Schlichtung hilft insbesondere den Betroffenen und den Angehörigen."

Die Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, Ass. jur. Kerstin Kols, erläuterte der Landespressekonferenz die Tätigkeiten der Schlichtungsstelle: "Die Schlichtungsstelle bietet ein für Patienten und Ärzte kostenfreies außergerichtliches Streitschlichtungsverfahren an. Ärzte und Juristen überprüfen zusammen die vom Patienten bemängelte medizinische Behandlung auf Grundlage eines externen Gutachtens. In über 85 Prozent der Verfahren kann für alle Beteiligten ein kostenintensives belastendes und langwidriges zivilrechtliches Klageverfahren vermieden werden. Schließlich gehen in über 96 Prozent die Entscheidungen der Schlichtungsstelle sowohl durch die Patienten, als auch durch die Gerichte konform. Schlichten statt Richten funktioniert auf hohem Niveau."

Um die Sicherheit der Patienten und die Fehlerprophylaxe in der ärztlichen Praxis zu verbessern, werden der ärztlichen Aus- und Fortbildung anonymisierte Daten aus der Arbeit der Schlichtungsstelle zur Verfügung gestellt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1976 bietet die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern Patienten, Ärzten und Haftpflichtversicherern eine Plattform für die außergerichtliche Klärung von Arzthaftungsstreitigkeiten. Inzwischen haben mehr als 101.000 Patienten ihre Dienste in Anspruch genommen. Die norddeutsche Schlichtungsstelle ist zuständig für Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Am 23. März präsentiert die Bundesärztekammer die bundesweite Behandlungsfehlerstatistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin.

Schlichtungsverfahren aus Niedersachsen im Jahr 2016: Antragsentwicklung Norddeutsche Schlichtungsstelle 2012 bis 2016 (pdf-Datei, 291 KB)

Kontakt:
Thomas Spieker, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen, Tel.: 0511/380-2220, E-Mail: presse@aekn.de

Ass. jur. Kerstin Kols, Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, Tel.: 0511/380-2416, E-Mail: info@schlichtungsstelle.de


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Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 22. August 2017