newsletter

Ärztekammer

Niedersachsen

Für Fort- und Weiterbildung auf dem neuesten Stand

Ärztekammer

Ärztekammer

Niedersachsen

Service - vor Ort und bürgernah

Ärztekammer

Ärztekammer

Niedersachsen

Im Einsatz für eine optimale Gesundheitsversorgung

Ärztekammer

Presseinformationen

Ärztekammer Niedersachsen: Lärm stresst und schädigt die Gesundheit

Hannover, 21. April 2017 (äkn) - Präsidentin Dr. med. Martina Wenker sieht große Risiken insbesondere durch permanenten Verkehrslärm und extreme Beschallung über Kopfhörer / "Tag gegen Lärm" am 26. April 2017

Am Straßenrand einer Hauptverkehrsstraße beträgt der Lärmpegel rund 80 Dezibel. Foto: ÄKN / Andreas PagelAm Straßenrand einer Hauptverkehrsstraße beträgt der Lärmpegel rund 80 Dezibel. Foto: ÄKN / Andreas Pagel

"Viele Menschen wissen nicht, dass dauerhafter Lärm nicht nur dem Gehör schadet, sondern auch immense Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem sowie das Schlafverhalten hat", mahnt die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. med. Martina Wenker. Bereits das Wohnen an einer Hauptverkehrsstraße erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Mit Besorgnis sieht sie, dass Kinder und Jugendliche zunehmend mit Kopfhörern im städtischen Verkehr unterwegs sind: "Diese am Smartphone angeschlossenen Geräte beschallen das Innenohr mit bis zu über 120 Dezibel, was der Belastung durch ein lautes Rockkonzert entspricht. Langfristig kann das dem Hörvermögen dauerhaften Schaden zufügen, es steigt das Risiko von Schwerhörigkeit und Tinnitus. Außerdem werden andere Verkehrsgeräusche ausgeblendet, mitunter auch Warnsignale - so erhöht sich gleichsam auch das Unfallrisiko. Mit Lärm sollte man keinen Lärm bekämpfen."

Einen direkten Einfluss auf das Hörvermögen haben die sogenannten "auralen" Lärmwirkungen, die durch extremen Lärm am Arbeitsplatz, bei Rockkonzerten oder Knallereignissen direkt im Ohr hervorgerufen werden. Ein dauerhaft hoher Schallpegel schadet dem Gehör dabei ebenso wie kurzzeitig hohe Schallspitzen. Auf den gesamten Organismus wirken hingegen die sogenannten "extra-auralen" Lärmwirkungen ein, die körperliche Stressreaktionen auslösen und schon bei niedrigen Schallpegeln auftreten können. Bei Lärm werden im menschlichen Organismus Stresshormone ausgeschüttet und damit das Nervensystem aktiviert. Dieser Prozess geschieht unbewusst und bleibt bestehen, solange der Lärm auf das Ohr einwirkt. Auch und gerade nachts, denn selbst wenn wir schlafen bleibt unser Ohr "wach" und registriert alle Geräusche, die uns im Fall einer Gefahr - also eines lauten Geräusches - aus dem Schlaf hochschrecken lassen. 

"Durch eine permanente Geräuschkulisse läuft der Organismus tagsüber auf Hochtouren und kommt auch in der Nacht nicht zur Ruhe", erklärt Dr. Wenker. "Das führt bei andauernder Lärmbelastung zu Konzentrations- und Schlafstörungen und erhöht durch einen dauerhaft gesteigerten Blutdruck das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Über diese Gefahren muss intensiver aufgeklärt werden", sagt die ÄKN-Präsidentin. Die Politik sei gefordert, dem Lärmschutz eine viel größere Bedeutung beizumessen - sowohl in der Präventionsarbeit als auch in der modernen Verkehrsplanung.

Wer wissen möchte, wie stark eine Lärmbelästigung genau ist, kann diese zum Beispiel mit der kostenlosen Lärm-App des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte messen. Sie ist sowohl für Apple- als auch für Android-Smartphones erhältlich.

Kontakt:

Thomas Spieker, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen

Telefon: 0511/380-2220, E-Mail: presse@aekn.de


Wenn Sie regelmäßig aktuelle Informationen von der Ärztekammer Niedersachsen erhalten möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter!

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2017