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Welt-Hepatitis-Tag 2017: Hepatitis eliminieren

Hannover, 27. Juli 2017 (äkn) - Die Ärztekammer Niedersachsen fordert anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli 2017, die Bevölkerung verstärkt auf Impf- und Heilungsmöglichkeiten von Hepatitis-Infektionen aufmerksam zu machen.

Nach aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit 257 Millionen Menschen mit Hepatitis B und 71 Millionen Menschen mit Hepatitis C. Auch in Deutschland sind Hunderttausende von chronischer Hepatitis B und C betroffen.

"Die WHO-Hauptversammlung hat bereits 2016 beschlossen, Hepatitis B und C bis 2030 global einzudämmen beziehungsweise zu eliminieren", erklärt Ärztekammerpräsidentin Dr. Martina Wenker. Dieses Ziel ist keineswegs utopisch, so die Internistin: "Hepatitis B-Infektionen lassen sich durch Schutzimpfungen verhindern und eine Hepatits C ist dank neuer Medikamente heute fast immer heilbar."

Mehrere hunderttausend Deutsche leiden unter einer chronisch fortschreitenden Lebererkrankung, die Dunkelziffer ist jedoch wesentlich höher, so Professor Dr. med. Michael Peter Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung: "Bei der Prüfung im Rahmen von Blutspenden sind etwa 0,4 Prozent der Spender mit Hepatitis C infiziert - schaut man sich die Ergebnisse von Blutuntersuchungen in Notaufnahmen an, sind es schon über 3 Prozent!" Grund für diese hohe Dunkelziffer ist laut dem Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover das „schlechte Image“ von Lebererkrankungen. "Früher wurde eine Lebererkrankung immer sofort mit einem übermäßigen Alkoholkonsum in Verbindung gebracht", erläutert Manns, "aber leberkrank heißt nicht gleich alkoholkrank!"

Dieses Image ändert sich jedoch langsam, wie auch die Fallzahlen für Niedersachsen zeigen: wurden 2014 noch 37 Hepatitis B- und 240 Hepatitis C-Fälle gemeldet, so gab es 2016 bereits 122 Hepatitis B- und 283 Hepatitis C-Meldungen. Manns ergänzt: "Seit 2014 sind mehrere neue Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C zugelassen, die über 90 Prozent der Betroffenen schon beim ersten Therapieversuch dauerhaft von ihrer Infektion befreien. Damit ist das Ziel, die Hepatitis C bis 2030 zu eliminieren, überhaupt erst denkbar geworden. Die zuvor mit Interferon durchgeführten Therapien konnten zwar ebenfalls zur Heilung führen, erreichten dieses Ziel aber deutlich seltener und waren für ihre Nebenwirkungen berüchtigt."

"Vor dem Hintergrund, dass Infektionen mit dem Hepatitis C-Virus, die eine hohe Chronifizierungsrate von bis zu 80 Prozent aufweisen, die Hauptursache für eine Lebertransplantation darstellen, muss in der Bevölkerung mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden", fordert die Ärztekammerpräsidentin. "Neben der Verhinderung, d.h. einer Prävention, der über Blut aber auch sexuell übertragbaren Hepatitis B und C-Infektionen ist ebenso eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung chronischer Hepatitis-Infektionen unverzichtbar", betont Manns.

Weitere Informationen:

Kontakt:

Thomas Spieker, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen

Telefon: 0511/380-2220, E-Mail: presse@aekn.de


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Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 22. August 2017