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Einladend, ökologisch, stadtbildprägend - Entwurf für neues Ärztehaus an der Berliner Allee vorgestellt

Hannover, 16. März 2018 (äkn) - Ärztekammer Niedersachsen entscheidet sich für ein abgestuftes Bürogebäude mit gläserner Fassade / Überzeugender Entwurf des Berliner Architektenbüros Grüntuch Ernst.

Die Mitglieder der Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) haben sich einstimmig für ein abgestuftes Gebäude mit transparenter Fassade, begrünten Terrassen und nutzungsorientierten Strukturen entschieden. "Der Entwurf des Berliner Architektenbüros Grüntuch Ernst überzeugt durch sein individuelles und nutzungsorientiertes Raumkonzept, seine städtebauliche Integration und seinen hohen ökologischen Anspruch", erläutert Kammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker.

Bereits zum Ende des vergangenen Jahres hatten die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle den Standort an der Berliner Allee 20/Ecke Schiffgraben verlassen und ein Interimsgebäude in der Karl-Wiechert-Allee 18-22 bezogen. Das alte Gebäude muss wegen gravierender baulicher Mängel und aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Mitarbeiter abgerissen werden. Es ist in einem erheblichen Umfang mit Schadstoffen wie Asbest und Formaldehyden belastet. Außerdem konnten zeitgemäße Brandschutzauflagen nicht erfüllt werden und es gab gravierende Probleme mit eindringendem Grundwasser. Ohne den dauerhaften Einsatz von Pumpen wären die Kellerbereiche bereits jetzt permanent überflutet. Eine gefährliche Situation, denn die komplette Elektroinstallation war über sogenannte Bodenkanäle ausgeführt worden - über Kabel, die im Wasser liegen, obwohl das Material eine entsprechende Wasserdichtigkeit nicht aufweist.

Mit dem Neubau erhält die ÄKN an ihrem traditionellen Standort im Zentrum Hannovers eine zeitgemäße neue Landesgeschäftsstelle. Der Baukörper verläuft mit seiner langen Flanke entlang der Berliner Allee und schafft so eine beruhigende Rahmung für den großen Stadtblock mit seinen drei sehr verschiedenen Gebäuden. Die sanft geschwungene Fassade mit einem mittigen Haupteingang an der Berliner Allee wirkt einladend und zugänglich. Durch die graduelle Höhenstaffelung und die entsprechende Gliederung der Fassade fügt sich der große Baukörper sensibel und selbstbewusst in seine heterogene Umgebung ein. Begrünte Dachflächen schaffen eine wohltuende Balance zwischen urbanem Leben und direktem Naturbezug und tragen zu einem ökologisch nachhaltigen Gebäudebetrieb bei. Die aufwärtsstrebende Dynamik der skulpturalen Figur wächst in einer gegenläufigen Schleife empor zu einem zehngeschossigen Hochpunkt an der vielbefahrenen Straßenkreuzung von Berliner Allee und Schiffgraben. Mit seiner klaren Eleganz und der charakteristischen Volumenstaffelung setzt das Haus ein stadtbildprägendes Zeichen.

"Der Neubau vereint die Funktionen eines effizienten Bürogebäudes mit einem modernen Zentrum für Schulungen und Veranstaltungen. Das Gebäude ist zugleich repräsentativer Sitz der Landesgeschäftsstelle und offenes Haus für die institutionelle Selbstverwaltung der rund 41.000 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen", beschreibt der Hauptgeschäftsführer der ÄKN, Professor Dr. med. Nils R. Frühauf, MBA. So entstehen Räume für Fortbildungen, für das Prüfungswesen von Ärzten und Medizinischen Fachangestellten, für Patientenforen, öffentliche Veranstaltungen und Kunst. Das neue Ärztehaus wird ein Haus der Begegnung. Diese Vernetzung findet ihren architektonischen Ausdruck in einer dreigeschossigen Wandelhalle im Zentrum des Hauses. Sie verbindet alle gemeinschaftlichen Bereiche: die Seminar- und Konferenzräume im Erdgeschoss, das Kasino (Cafeteria) in der ersten Etage und die Prüfungsräume im zweiten Geschoss. Das großzügige Raumgefühl und die helle, freundliche Atmosphäre der Wandelhalle stärken den offenen und kommunikativen Charakter des Hauses. Die klare Gliederung und geschossübergreifende Blickbezüge nach innen und außen erleichtern die Orientierung. „Die Büroebenen mit insgesamt circa 200 Büroräumen sind so organisiert, dass eine flexible Raumaufteilung möglich ist und auch die Flure als Aufenthaltsorte genutzt werden können. Optimierte Bürogrundrisse ermöglichen einen nachhaltigen, effizienten Betrieb", erklärt Frühauf.

"Der Neubau bildet einen klaren, prägnanten Stadtbaustein, der die zugrundeliegenden Werte erkennbar vertritt: Transparenz und Offenheit, Vernetzung und Nachhaltigkeit, Repräsentation, Klarheit und Vertrauen", erklärt Kammerpräsidentin Wenker. Sie untermauert nochmals die Notwendigkeit eines Neubaus: "Wir haben den Neubaubedarf durch fachkundige und unabhängige Stellen mit der gebotenen Sorgfalt ermitteln lassen. Das haben wir getan, weil wir verantwortungsvoll mit den Beitragsmitteln der freien Berufsgruppe der rund 41.000 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen umgehen. Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so auch unsere Beschäftigten in der Ärztekammer Niedersachsen, haben das Recht, in gesunder Umgebung zu arbeiten. Die Ärztekammer Niedersachsen hat eine Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Die ÄKN kalkuliert die reinen Baukosten auf insgesamt rund 50 Millionen Euro und rechnet mit einer Fertigstellung des neuen Gebäudes in circa vier Jahren.


Die Architekten:

Armand Grüntuch und Almut Grüntuch-Ernst haben 1991 ihr gemeinsames Architekturbüro in Berlin gegründet. Er hat an der RWTH Aachen und der IUAV Venedig studiert, sie an der Universität Stuttgart und der AA in London. Beide haben an der HdK Berlin gelehrt. Seit 2011 ist Almut Grüntuch-Ernst Professorin an der TU Braunschweig. Von 2010 bis 2015 war sie Mitglied der Kommission für Stadtgestaltung München und ist seit 2016 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Armand Grüntuch ist seit 2016 Mitglied des Beirats der Bundesstiftung Baukultur.

Das Werk umfasst Wohn- und Bürogebäude, Verkehrsbauten, Hotels und Bildungseinrichtungen, aber auch Sonderaufgaben wie die Konzeption und Gestaltung des deutschen Beitrags auf der Architekturbiennale 2006 in Venedig. Ihre Bauten tragen zur Transformation und Funktionsmischung, Vielfalt und Verdichtung des urbanen Raums bei. Die hohe Qualität ihrer realisierten Projekte, u.a. in Berlin, Hamburg, Leipzig und zuletzt Chemnitz und Madrid, führt zu zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen. Internet: www.gruentuchernst.de


Kontakt:
Thomas Spieker, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen
Telefon: 0511 380-2220, E-Mail: kommunikation@aekn.de 


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Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 20. April 2018