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Krebsvorsorge

Autor

Dr. med. Thomas Suermann

Facharzt für Innere Medizin
Präventionsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN)


Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin sind 1998 in Deutschland rund 347.000 Menschen (168.462 Männer und 178.755 Frauen) an bösartigen Neubildungen, also Krebs, erkrankt. Jährlich sind circa 208.000 Todesfälle auf Krebs zurückzuführen. Damit stellt Krebs die zweithäufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauferkrankungen dar. Nur etwa 30% dieser Menschen war jünger als 60 Jahre. Diese Tatsache zeigt eindrucksvoll, dass Krebs in erheblichem Maße eine Alterserkrankung ist. Zum Vergleich: 1998 lebten in der Bundesrepublik Deutschland rund 82 Millionen Einwohner.

Was ist Krebs?

Unser Körper besteht aus Milliarden unterschiedlichster Zellen, von denen jede einzelne auf bestimmte Aufgaben spezialisiert ist. Wie das menschliche Leben insgesamt, so ist auch die Lebensdauer jeder Körperzelle begrenzt. Im gesunden Gewebe sterben daher jede Sekunde Tausende von Zellen ab und werden durch neue Zellen ersetzt und zwar genau in der Anzahl und mit der Funktionsbestimmung, wie sie benötigt werden.

Bei den Erkrankungen aber, die gemeinhin unter dem Begriff Krebs zusammengefasst werden, gerät dieser wohl abgestimmte Mechanismus durcheinander. Es kommt zu einer unkontrollierten Zellteilung, zu bösartigen Wucherungen, die selbst keine positiven Funktionen im Organismus erfüllen, sondern sogar auf gesundes Gewebe zerstörend wirken.

Häufigste Krebsneubildung beim Mann ist zur Zeit der Prostatakrebs (circa 31.500 Neuerkrankungen pro Jahr), gefolgt vom Lungenkrebs (28.000 Neuerkrankungen pro Jahr) und Darmkrebs (circa 27.000 Neuerkrankungen pro Jahr). Bei den Frauen steht der Brustkrebs (circa 46.500 Neuerkrankungen pro Jahr) an erster Stelle, gefolgt vom Darmkrebs (circa 30.400 Neuerkrankungen pro Jahr). Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs sind dank der Krebsvorsorgemaßnahmen auf circa 10.000 bzw. circa 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr zurückgegangen.

In den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wird Krebs als zweithäufigste Todesursache geführt. Nach Ansicht namhafter Experten ließe sich allerdings in bis zu 80% der Fälle die Erkrankung vermeiden: Es gibt Faktoren, die die Entstehung bestimmter Krebsarten begünstigen können. Die Vermeidung und Bekämpfung dieser sogenannten "Risikofaktoren" sind das Hauptziel der Prävention des Krebs. Als unumstrittene Risikofaktoren gelten Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, zu starke Sonnenbestrahlung und bestimmte krebsauslösende Stoffe wie zum Beispiel Asbest, aber auch die Ernährung wird in diesem Zusammenhang genannt.

Etwa 35% aller Todesfälle an Krebs sind auf falsche Ernährung zurückzuführen.

Zwar sind die Nachweise schwierig zu führen, aber es gibt viele Hinweise darauf, daß jeder durch eine gesunde Ernährung einen wichtigen Beitrag in der Vorbeugung des Krebses leisten kann. Neben der sogenannten "Primärprävention" (der Strategie zur Vermeidung eines Krebses) machen sich Ärzte in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen seit Jahren für die sogenannte "Sekundärprävention" (die Strategie zur frühzeitigen Erkennung eines entstandenen Krebses) durch Krebsfrüherkennungsuntersuchungen stark.

Nur rund 15 Prozent der Männer und 35% der Frauen nehmen jährlich an diesen Untersuchungen teil.

Verhalten Sie sich dem Thema Krebs gegenüber auch so wie die drei Affen: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen?

Wenn es so ist, so brauchen Sie sich dafür nicht zu schämen. Denn diese Haltung haben auch die meisten Ihrer Mitbürger. Die Teilnehmerzahlen an den Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen belegen dies.

Die wesentliche Ursache für dieses Verhalten ist Angst, die vor allem aus der Auffassung genährt wird, eine Krebserkrankung komme einem Todesurteil gleich. Doch frühzeitig erkannt, steigen die Chancen auf Heilung. Eine frühzeitige Entdeckung aber verbessert nicht nur die Heilungschancen, sondern auch die notwendigen Behandlungsmethoden sind im Frühstadium einer Krebserkrankung weit weniger belastend als bei einer erst spät einsetzenden Behandlung.

Aktiv das eigene Leben in die Hand nehmen, das sollte Ihr Motto auch gegenüber dem Krebs sein.

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 22. August 2017