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Evaluation

Gute ärztliche Weiterbildung stellt zunehmend ein wesentliches Element im Wettbewerb um weiterzubildende Ärzte dar. Ihnen bietet ein prosperierender Stellenmarkt zurzeit zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Das gemeinsame Projekt "Evaluation der Weiterbildung“ von Bundesärztekammer und allen Landesärztekammern soll Stärken und Schwächen ärztlicher Weiterbildung aufdecken.

Der ersten Befragung zur Situation der ärztlichen Weiterbildung im Jahr 2009 folgte bereits die zweite im Jahr 2011. Sowohl Weiterbildungsermächtigte (abgekürzt im Rahmen des Projekts: "WBB“ für Weiterbildungsbefugte) als auch Ärzte in Weiterbildung ("WBA“ für Weiterbildungsassistenten) können die Ergebnisse bundes-, landes- und stättenbezogen im Internet abrufen: www.evaluation-weiterbildung.de.

Die Ergebnisse der Evaluation sind dargestellt im:

  • Bundesrapport,
  • den jeweiligen Länderrapporten
  • und in den individuellen Befugtenberichten.

Nicht jede Weiterbildungsstätte ist hierbei zu finden. Individuelle Befugtenberichte setzen voraus, dass sich der WBB und seine WBA an der Evaluation beteiligt haben. Zur Wahrung der Anonymität der WBA muss entweder eine ausreichende Anzahl an Rückmeldungen der WBA vorliegen oder der WBA einer Veröffentlichung zugestimmt haben. Sofern dann die WBB einer Bekanntmachung nicht widersprochen haben, sind die sogenannten "Spinnendiagramme“, kurz "Spinnen“, im Internet veröffentlicht. Diese Diagramme sind auf der o.g. Webseite unter dem Abschnitt: "Öffentliche weiterbildungsstättenbezogene Ergebnisspinne“ hinterlegt.

Inhalte der Befragung

Den WBA wurden 106 Fragen gestellt - und zwar zur Vermittlung von Fachkompetenzen, Lernkultur, Führungskultur, Kultur zur Fehlervermeidung, Entscheidungskultur, Betriebskultur und zu wissenschaftlich begründeter Medizin. Der Fragekomplex Globalbeurteilung umfasste Bewertungsmöglichkeiten wie "Ich bin insgesamt zufrieden mit der jetzigen Arbeitssituation an meiner Weiterbildungsstätte“.

Die WBB erhielten 60 Fragen, ebenfalls zu den oben genannten Komplexen sowie zu weiteren Themen, etwa Wochenarbeitszeit, Arbeitszeitgesetz, Budget für Fort- und Weiterbildung sowie Umgang mit den Ergebnissen der ersten Befragung.

Vergleicht man die Spinnendiagramme der Jahre 2009 und 2011, erkennt man in allen Dimensionen leichte positive Trends, deutlichere bei den Kriterien "Kultur zur Fehlervermeidung“ und "wissenschaftlich begründete Medizin“, zuvor "Anwendung evidenzbasierter Medizin“.

Höhere Rücklaufquoten bei den WBA

Da es eine Erfassung des Status quo von WBA derzeit nicht gibt, konnten diese 2009 nur indirekt über die WBB erreicht werden. 2011 eröffneten die Landesärztekammern den WBA aber die Möglichkeit, Kontakt zu ihrer jeweiligen Kammer aufzunehmen und so auf dem direkten Weg an der Befragung teilzunehmen.


Die Anzahl der von den Landesärztekammern gemeldeten WBB betrug bei der zweiten Befragungsrunde für Deutschland 40.039, für Niedersachsen 3.159. Davon waren bundesweit 17.392 aktive WBB, niedersachsenweit 1.272. Die Rücklaufquoten der WBB betrugen 2009 bundesweit 60,43 Prozent, in Niedersachsen 55,79 Prozent (12. Rang). Im Jahr 2011 waren es bundesweit 53,33 Prozent, in Niedersachsen 48,51 Prozent (9. Rang).


Die Rücklaufquoten der WBA betrugen 2009 bundesweit 32,75 Prozent, in Niedersachsen 29,54 Prozent (vorletzter Rang). Im Jahr 2011 waren es bundesweit 38,62 Prozent, in Niedersachsen 42,94 Prozent (9. Rang). Offen ist, worauf die Verbesserung der WBA-Teilnahme zurückgeführt werden kann. Der Grund könnte möglicherweise in der Aufnahme eines Passus zur verpflichtenden Teilnahme an qualitätssichernden Maßnahmen in die niedersächsische Weiterbildungsordnung liegen. Auch die 2011 ermöglichte direkte Vergabe des Zugangscodes an die WBA oder die verbesserten Informationsmöglichkeiten könnten zu den höheren Rücklaufquoten beigetragen haben. Jedenfalls konnte - bei immer noch hoher Beteiligung der WBB - die eigentliche Zielgruppe der WBA nicht im erhofften Umfang erreicht werden!

Vergleich zwischen Niedersachsen und der Bundesebene

Die Befragungsergebnisse der WBA in Niedersachsen zur Arbeitssituation weichen kaum von denen auf Bundesebene ab. Eine Abweichung gibt es zum Beispiel beim Thema Eigenaktivität: 33,95 Prozent der niedersächsischen WBA beantworteten die Frage "nach der Gelegenheit, an einer wissenschaftlichen Publikation zu arbeiten“ mit "ja“, auf Bundesebene sind es 40,54 Prozent. Dagegen wurden zwei Fragen zur Weiterbildungssituation annähernd mit dem gleichen Zufriedenheitsgrad wie auf Bundesebene beantwortet. Zum einen die Frage, welche Person in erster Linie die praktische Weiterbildung betreut und zweitens, ob dem WBA ein strukturierter Weiterbildungsplan zur Kenntnis gegeben wurde.

Die Bewertung, ob schriftliche und mündliche Weiterbildungsziele/ Lernziele vereinbart wurden, fällt in Niedersachsen deutlich besser aus: 30,53 Prozent bejahen dies im Gegensatz zu nur 26,49 Prozent bundesweit. Gleichwohl gaben immer noch 28,74 Prozent der Befragten in Niedersachsen und 32,70 Prozent bundesweit an, dass gar keine konkreten Weiterbildungsziele vereinbart worden sind.

Insgesamt weisen die jeweiligen Ergebnisspinnen in 2009 fast deckungsgleiche Beurteilungen auf Landes- und Bundesebene auf. Ebenso korrespondieren die Beurteilungen niedersachsen- wie bundesweit im Jahr 2011.

Deutliche Unterschiede zwischen der Bundes- und der Landesebene bestehen wiederum in den WBB-Antworten zur Teilnahme an der Befragung im Jahr 2009 und zum Umgang mit dem Befugtenbericht:

  • Der Einschätzung "Meine Weiterbildungsstätte wurde in der Befragung gerecht beurteilt“ stimmten lediglich 68,94 Prozent der niedersächsischen WBB zu, bundesweit waren es 80,11 Prozent.
  • "Die Ergebnisse der Befragung 2009 sind wegen ungenügender Beteiligung der WBA für meine Weiterbildungsstätte statistisch nicht aussagekräftig“ beantworteten in Niedersachsen 56,06 Prozent mit ja, bundesweit lediglich 44,98 Prozent.


Gute Noten für das Fachgebiet Allgemeinmedizin

Aus den Ergebnissen der WBA-Befragung lässt sich auch ablesen, dass der ambulante Bereich bei der Beurteilung von Fachkompetenz, Lernkultur, Führungskultur, Kultur zur Fehlervermeidung, Entscheidungskultur, Betriebskultur und wissenschaftlich begründete Medizin deutlich besser abschneidet als der stationäre. Dies gilt auch für die Globalbeurteilung.

Innerhalb der Fachrichtungsgruppen fällt bundesweit auf, dass die WBA im Gebiet Allgemeinmedizin alle Fragenkomplexe deutlich besser benoten, sprich zufriedener sind. Dies legen ebenfalls die entsprechenden Ergebnisse der Befragung der allgemeinmedizinischen WBB offen. Auch die Rücklaufquote pro Weiterbildungsstätte nach Fachrichtungsgruppen zeigt für die Allgemeinärzte in Niedersachsen mit 44,45 Prozent einen herausragenden Wert - im Gegensatz zu 22,36 Prozent deutschlandweit!

Zuletzt folgt hier ein Vergleich der Beurteilungen, die niedersächsische WBA und WBB auf den Fragenkomplex "wissenschaftlich begründete Medizin“ abgegeben haben: Die Schulnote der WBA beträgt 3,33. Die WBB vergeben eine 2,17. Auch in allen anderen Fragenkomplexen gibt es von den niedersächsischen WBB insgesamt deutlich bessere Noten als von den niedersächsischen WBA.

Fazit

In Zeiten der Diktate von Ökonomie und der Anpreisung schlechter als gute Nachrichten, in denen pauschale Diskreditierungen der Ärzteschaft immer noch an der Tagesordnung sind, sollte ein kollegiales Miteinander statt Gegeneinander motivationsfördernd wirken können. Wer es vermag, mit einem utilitaristischem "do ut des“, auch in der Weiterbildung, ob als WBB oder als WBA, positive Anreize zu setzen, kann sich die Freude am Beruf erhalten: "Salus aegroti suprema lex.“

Weitere Informationen: Interessierte können dem Beitrag "Im Ergebnis eine gute Zwei minus" (Deutsches Ärzteblatt, Jg. 108, Heft 50, vom 16. 12. 2011) weitere Details entnehmen.

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 24. Mai 2017