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Wohnungslosenprojekt

Projekt "Aufsuchende Gesundheitsfürsorge für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in Hannover"

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Ergebnisse

Evaluationsergebnisse 2000 bis 2010

Aus den ersten zehn Jahren des Projektes liegen Evaluationsergebnisse vor:

  • Es zeigt sich eine steigende Inanspruchnahme der ärztlichen Sprechstunden im Rahmen des Projekts mit einer Zunahme der Behandlungsfälle pro Jahr um 90% auf ca. 2.300 Arzt-Patient-Kontakte.
  • Weniger wohnungslose Behandlungsfälle (ohne festen Wohnsitz = "auf Platte") (2010-2011: ~11%) nehmen die medizinische Versorgung in Anspruch, sondern vermehrt Menschen aus der sogenannten "Armutsbevölkerung", die sich Praxisgebühr oder Zuzahlungen vermutlich nicht leisten können.
  • Veränderung der zu behandelnden Krankheitsbilder: Patienten/Patientinnen kommen nicht mehr hauptsächlich mit Hauterkrankungen (in 2010: 10%) oder Verletzungen (in 2010: 7%), sondern überwiegend aufgrund von chronischen Leiden, wie psychische Erkrankungen (in 2010: 14%) oder Herz-Kreislauf-Krankheiten (in 2010: 17%).
  • Über 50% der behandelten Patienten leiden an mindestens einer Grunderkrankung.
  • Ältere Frauen suchen häufiger und wiederholt das medizinische Angebot auf: der Anteil über 50-Jähriger hat deutlich zugenommen (von 25% auf 47%).
  • Ein Zugang zum Regelversorgungssystem kann immer besser hergestellt werden, d.h. die Zahl der Überweisungen konnte gesteigert werden (von 4% auf 18%).

Evaluationsergebnisse 2011 bis 2012

  • Von allen Besuchen im Jahr 2011 war in 71% der Fälle angegeben, dass mindestens eine Grunderkrankung  bekannt sei. Besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen scheint ein gesteigerter Bedarf zu bestehen.
  • Bei  54% der Dokumentationskarten aus dem Jahr 2011 wurde eine Angabe zum Status der Wohnungslosen- bzw.  Regelversorgung gemacht (22% unbekannt, 24% keine Angabe). Bei diesen Fällen zeigte sich, dass 50% der Behandlungsfälle nur in der WV-Versorgung betreut werden. Die andere Hälfte wechselt zwischen Regelversorgung und Wohnungslosenversorgung.
  • Bei 63% der Fälle war primär ein organisatorischer Anlass (Kostenübernahmen)  als Grund des Besuchs angegeben. Davon wurden 44% der Fälle vorstellig, um sich ein Rezept ausstellen zu lassen. Die Kosten dabei wurden größtenteils (> 90%) übernommen.

Evaluationsergebnisse 2013 bis 2014

  • In den Jahren 2013/2014 ist die Zahl der Behandlungsfälle in der Wohnungslosenversorgung leicht gesunken.
  • Von 2012 auf 2014 stieg der Anteil der NICHT in Deutschland gesetzlich Versicherten Behandlungsfälle um 13%.
  • Die Zahl der Fälle, die nicht in einer eigenen Wohnung sondern „auf Platte“ leben ist seit 2012 stetig gestiegen [9,6% (2012) -> 14,7% (2013) -> 18,6% (2014)]. Die Anzahl der Fälle mit einer eigenen Wohnung sank in dem selben Zeitraum um fast 10%.

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 22. Mai 2018