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Niedersächsisches Frühgeborenen-Nachuntersuchungsprojekt

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Zielsetzung

Im Jahr 2004 wurde im Bundesland Niedersachsen das Niedersächsische Frühgeborenen-Nachuntersuchungsprojekt, eine landesweite Nachuntersuchung von Frühgeborenen mit einem Gestationsalter unter 28 Schwangerschaftswochen (SSW) initiiert. Ziel des Projektes ist es, Aussagen zum Überleben und zur Entwicklung der Kinder zu treffen. Durch Auswahl geeigneter Untersuchungszeitpunkte können rechtzeitig vor dem Kindergarten- und Schulbesuch Entwicklungsdefizite erkannt und relevante Therapien initiiert werden.

Mittlerweile läuft das Projekt seit zwölf Jahren erfolgreich. Es wurden bereits mehr als 1.800 Kinder nachuntersucht. Die Projektdurchführung (Konzeption, Datenmanagement, Projektmanagement, wissenschaftliche Auswertungen, Öffentlichkeitsarbeit) erfolgt durch das Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ), Ärztekammer Niedersachsen. Eine wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch ein Projektteam (Ärzte, Psychologen und Methodiker) und verschiedenen Expertengremien.

Im Projekt werden Daten zur Entwicklung der extrem unreifen Frühgeborenen generiert, mit dem Ziel eine sektorübergreifende Optimierung der Versorgungsqualität zu erreichen (die richtige Fördermaßnahme zum richtigen Zeitpunkt für das richtige Kind). Es sollen Qualitätsverbesserungen in Form optimierter Therapiestrategien mit allen an dem Versorgungsprozess Beteiligten entwickelt werden, um langfristig optimale Entwicklungschancen und damit mehr Lebensqualität und eine bestmögliche Integration in Schule und Beruf für diese kleinsten Frühgeborenen zu erzielen.

  1. Optimierung der Lebensqualität und Lebensperspektive:
    Durch systematische und frühzeitige Untersuchungen / Diagnostik sollen therapeutische Interventionen / Maßnahmen zum frühest möglichen Zeitpunkt initiiert werden. Durch diese frühzeitige Intervention ist eine Verbesserung der motorischen, sprachlichen und neurologischen Entwicklung und damit der Lebensqualität bei Frühgeborenen und ihren Familien zu erreichen. So kann die soziale, schulische und berufliche Integration besser gelingen.
  2. Optimierung der therapeutischen Maßnahmen:
    Nicht nur schwerwiegende Behinderungen müssen erkannt und behandelt werden, sondern auch Teilleistungsstörungen und Einschränkungen in den Bereichen Motorik, psychosoziale Entwicklung, Sprachentwicklung und frühe kognitive Entwicklung. Durch geeignete medizinisch-therapeutische und pädagogische Interventionen lassen sich aber insbesondere die Teilleistungsprobleme gut behandeln und mildern. Je früher therapeutische Maßnahmen zielgerichtet und in einem Versorgungsnetzwerk einsetzen, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
  3. Optimierung der Qualität der Primärversorgung:
    Die Langzeitergebnisse bieten Potentiale zur Analyse des geburtshilflichen und neonatologischen Managements (Primärversorgung). So können retrospektiv für die geburtshilflichen Abteilungen sowie die Kinderkliniken Qualitätsverbesserungen in Form optimierter Therapiestrategien entwickelt werden.
  4. Optimierung des Einsatzes der zur Verfügung stehenden Mittel:
    Die vorhandenen Ressourcen der bestehenden Regelversorgungssysteme sollen gezielter und damit ökonomischer eingesetzt werden, um durch frühzeitige Prävention und damit Verhinderung von Langzeitfolgen die Kosten im Sozialsystem nachhaltig zu verringern. Durch die spätere berufliche Integration der kleinsten Frühgeborenen sollen volkswirtschaftlich betrachtet positive Effekte erzielt werden.

Dokument erstellt am 11. September 2017, zuletzt aktualisiert am 20. April 2018