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Qualitätsmanagement - was ist das?

Zentrum für Qualität und Management
im Gesundheitswesen (ZQ)

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Qualitätsmanagement

Benchmarking

Benchmarking ist der kontinuierliche Prozess, Produkte, Dienstleistungen und Praktiken gegen den stärksten Mitbewerber oder die Firmen, die als Industrieführer angesehen werden, zu messen.

(Camp (1994), S. 13; Camp, R. C. (1994): Benchmarking. Hanser, München, S. 13)

Benchmarking erfolgt im allgemeinen in fünf Phasen mit den folgenden Prozessschritten:
I. Planungsphase
1. Benchmarking-Objekt identifizieren
2. Benchmarking-Partner (Vergleichsunternehmen) identifizieren
3. Methoden der Datensammlung bestimmen und Datensammlung durchführen
II. Analysephase
4. Leistungslücken identifizieren
5. Zukünftige Leistungsstandards festlegen
III. Integrationsphase
6. Benchmarking-Ergebnisse kommunizieren und Akzeptanz erringen
7. Funktionale (wettbewerbsorientierte) Ziele bestimmen
IV. Umsetzungsphase
8. Umsetzungs- bzw. Implementierungsplanung entwickeln
9. Umsetzung bzw. Implementierung durchführen und Fortschritte überwachen
10. Benchmarking-Ergebnisse regelmäßig überprüfen (Rekalibrierung)
V. Reifephase
11. Spitzenposition anstreben
12. Benchmarking vollständig in die (Geschäfts-)Prozesse integrieren

Die im Benchmarking verwendeten Kennzahlen können sich im Gesundheitswesen auf Struktur- (z.B. Ressourceneinsatz für die Erfüllung vergleichbarer Aufgaben), Prozess- (z.B. OP-Wechselzeiten) oder Ergebnisqualität (z.B. Komplikationsraten) beziehen.

Benchmarking ist "die Suche nach 'Best Practice' [...], wodurch relativ zur Konkurrenz eine überlegene Leistung erzielt werden soll." Es ist  "ein Zielsetzungsprozess, nicht nur die Festsetzung von Zielgrößen (Benchmarks), sondern es zeigt auch den richtigen Weg dorthin (Benchmarking), basierend auf der Erfahrung anderer, verknüpft mit eigener Kreativität und unternehmensspezifischer Adaption." Nach Camp lautet eine Arbeitsdefinition für das Benchmarking: "Benchmarking ist die Suche nach den besten Industriepraktiken, die zu Spitzenleistungen führen."

Man unterscheidet drei Arten von Benchmarking:

  1. internes Benchmarking (Internal Benchmarking): Vergleich innerhalb eines Unternehmens,
  2. wettbewerbsorientiertes Benchmarking (Competitive Benchmarking): Vergleich mit dem direkten Wettbewerber bezüglich des gleich oder ähnlichen Produktes,
  3. funktionales Benchmarking (Functional Benchmarking): Vergleich mit den Klassenbesten (Best in Class), die einen Prozess, ein Produkt oder eine Dienstleistung unabhängig von der Branche hervorragend beherrschen.

Benchmarking-Projekte können demzufolge zwischen Einrichtungen gleicher oder ganz unterschiedlicher Branchen (z.B. Kennzahlen über die Kundenbetreuung zwischen Krankenhaus und Fluggesellschaft) durchgeführt werden. Je weiter in einer Benchmarkgruppe, die sich zum Zwecke der gemeinsamen Lernens zusammengetan hat, die jeweils eigenen Vorgehensweisen und Ergebnisse offengelegt werden, um so höher ist der Lerneffekt für die Teilnehmer. Daher sind Benchmarkgruppen von nicht direkt konkurrierenden Einrichtungen oft produktiver. Von den Besten wird erwartet, dass sie Einblick in ihre eigenen Lösungen gestatten. Dafür erhalten sie einen Bekanntheitsgrad in Bezug auf ihre gute Leistung.

Bewertung des Qualitätsmanagementsystems

Regelmäßige, systematische Beurteilung der Eignung, Angemessenheit, Wirksamkeit und Effizienz des Qualitätsmanagementsystems in Übereinstimmung mit der Qualitätspolitik und den Qualitätszielen durch die oberste Leitung

(DIN ISO 9000:2005, Nr. 2.8.3)

Die oberste Leitung muss das Qualitätsmanagementsystem der Organisation in geplanten Abständen bewerten, um dessen fortdauernde Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit sicherzustellen. Diese Bewertung schließt die Ermittlung des Handlungsbedarfs, auch im Hinblick auf Möglichkeiten für Verbesserungen und Änderungsbedarf für das Qualitätsmanagementsystem, sowie der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele (Anpassung an sich ändernde Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien) ein. (zitiert nach: DIN EN ISO 9000:2005 Nr. 2.8.3 und DIN EN ISO 9001:2000, Nr. 5.6.1)
Eingaben für die Managementbewertung müssen Informationen zu Folgendem enthalten:

  • Ergebnisse von Audits,
  • Rückmeldungen von Kunden,
  • Prozessleistung und Produktkonformität,
  • Status von Vorbeugungs- und Korrekturmaßnahmen,
  • Folgemaßnahmen vorangegangener Managementbewertungen,
  • Änderungen, die sich auf das Qualitätsmanagementsystem auswirken könnten, und
  • Empfehlungen für Verbesserungen.

Die Ergebnisse der Managementbewertung müssen Entscheidungen und Maßnahmen zu Folgendem enthalten:

  • Verbesserung der Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems und seiner Prozesse,
  • Produktverbesserung in Bezug auf Kundenanforderungen, und
  • Bedarf an Ressourcen.

Damit wird betont, dass auch Aufbau und Weiterentwicklung eines Qualitätsmanagementsystems regelmäßig unter den Aspekten Wirksamkeit und Effizienz zu bewerten ist, um auch hier den Nachweis der ständigen Verbesserung zu führen.

Eine geeignete Methode zur systematischen Bewertung des Qualitätsmanagementsystems sowie der Leistungsfähigkeit der Organisation sind die Selbst- und Fremdbewertung.

Qualitätsdarlegung

Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Erzeugen von Transparenz über Qualität gerichtet ist

(GMDS-Arbeitsgruppe "Qualitätsmanagement in der Medizin", 2006)

Qualitätsdarlegung dient der Darstellung qualitätsrelevanter Informationen nach innen (betriebliches Qualitätsberichtswesen, Selbstbewertung, Managementreview) und nach außen (Qualitätsberichte, Zertifizierung, Qualitätspreise). Unter der Qualitätsdarlegung nach außen sind Aktivitäten zu verstehen, die bei Kunden und Partnern im Gesundheitswesen Vertrauen schaffen, dass eine Organisation alle festgelegten, üblicherweise vorausgesetzten und verpflichtenden Erfordernisse und Erwartungen erfüllt.

Der Qualitätsbericht nach § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 SGB V umfasst folgende Anforderungen:

  • Art und Anzahl der erbrachten Leistungen,
  • Umsetzung von Anforderungen durch einen Katalog von Mindestmengen,
  • Darstellung über den Stand der Qualitätssicherung unter Berücksichtigung der Maßnahmen der Qualitätssicherung nach § 135a Abs. 2,
  • Stand der Qualitätssicherung in Bezug auf die indikationsbezogene Notwendigkeit und Qualität der erbrachten Leistungen, einschließlich von Mindestanforderungen an Struktur- und Ergebnisqualität.

Inhalt und Umfang eines strukturierten Qualitätsberichtes für zugelassene Krankenhäuser wird durch den Gemeinsamen Bundesausschuss nach § 91 SGB V beschlossen. Damit werden folgende Ziele verfolgt:

  1. Information und Entscheidungshilfe für Versicherte und Patienten im Vorfeld einer Krankenhausbehandlung,
  2. eine Orientierungshilfe bei der Einweisung und Weiterbetreuung der Patienten insbesondere für Vertragsärzte und Krankenkassen,
  3. die Möglichkeit für die Krankenhäuser, ihre Leistungen nach Art, Anzahl und Qualität nach außen transparent und sichtbar darzustellen.

Qualitätslenkung

Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erfüllung von Qualitätsanforderungen gerichtet ist

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.10)

Qualitätslenkung umfasst Arbeitstechniken und Tätigkeiten, deren Zweck sowohl die Überwachung eines Prozesses als auch die Beseitigung von Ursachen nicht zufrieden stellender Ergebnisse in allen Phasen der Leistungserbringung ist. Deren Konsequenz ist im Allgemeinen die Initiierung oder Verfeinerung von Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen. Die Qualitätslenkung sollte sich auf prozessbezogene Kennzahlen bzw. Qualitätsindikatoren stützen. Qualitätslenkung in Einrichtungen des Gesundheitswesens erfolgt z. B. durch Verlaufskontrollen, Visiten, Konsile, Verfahren mit externen Qualitätsvergleichen, interne Report-Systeme.

Qualitätsmanagement

Aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich Qualität

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.8)

Leiten und Lenken bezüglich Qualität umfassen üblicherweise das Festlegen der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele, die Qualitätsplanung, die Qualitätslenkung, die Qualitätssicherung und die Qualitätsverbesserung.

Qualitätsmanagementhandbuch

Dokument, in dem das Qualitätsmanagementsystem einer Organisation festgelegt ist.

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.7.4)

Qualitätsmanagement-Handbücher (QM-Handbücher) können hinsichtlich Detaillierung und Format unterschiedlich sein, um sie an die Größe und Komplexität einer einzelnen Organisation anzupassen.
Ein Leitfaden für die Erstellung eines QM-Handbuches stellt die DIN EN ISO 10013:1996 mit folgender Empfehlung für den Inhalt dar:
a) Bezeichnung, Zweck und Anwendungsbereich;
b) Inhaltsverzeichnis;
c) einführende Seiten über die betreffende Organisation und das Handbuch selbst;
d) die Qualitätspolitik und die Qualitätsziele der Organisation;
e) Beschreibung des Aufbaus der Organisation, der Verantwortlichkeiten (Zuständigkeiten und Befugnisse);
f) Beschreibung der Elemente des QM-Systems und Verweise auf QMVerfahrensanweisungen;
g) falls angebracht, einen Abschnitt über Begriffe;
h) falls angebracht, einen Leitfaden zum Handbuch;
i) falls angebracht, einen Anhang für begleitende Daten.

Somit legt die Organisation im QM-Handbuch fest, für welche Bereiche ihr Qualitätsmanagement-System gelten soll und welche Zuständigkeiten bzw. Verantwortlichkeiten gegeben sind.

Während im Leitfaden Empfehlungen zur Gestaltung eines QM-Handbuches gegeben werden, fordert der Nachweis über ein funktionierendes, normkonformes QM-System im Rahmen einer Zertifizierung das Folgende:
 "Die Organisation muss ein Qualitätsmanagementhandbuch erstellen und aufrechterhalten, das Folgendes enthält:
a) den Anwendungsbereich des Qualitätsmanagementsystems einschließlich Einzelheiten und Begründungen für jegliche Ausschlüsse,
b) die für das Qualitätsmanagementsystem erstellten dokumentierten Verfahren oder Verweise darauf und
c) eine Beschreibung der Wechselwirkungen der Prozesse des Qualitätsmanagementsystems."

Somit wird im QM-Handbuch hinterlegt, welche Verfahren und Prozeduren für die Leistungserbringung im Einzelnen anzuwenden sind, und wie die Wechselwirkungen bzw. Schnittstellen der Prozesse definiert sind. Des weiteren ist das Verfahren zur Aktualisierung und Verwaltung des QM-Handbuchs sowie zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des QM-Systems (III.11 Bewertung des Qualitätsmanagementsystems) festzulegen. Das QM-Handbuch muss entsprechend der Norm den Ist-Zustand der Organisation beschreiben und dient als Grundlage für Audits, Selbst-/Fremdbewertung und Zertifizierung.

Qualitätsplanung

Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Festlegen der Qualitätsziele und der notwendigen Ausführungsprozesse sowie der zugehörigen Ressourcen zum Erreichen der Qualitätsziele gerichtet ist.

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.9)

Qualitätspolitik

Übergeordnete Absichten und Ausrichtung einer Organisation zur Qualität, formell ausgedrückt durch die oberste Leitung

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.4)

Qualitätssicherung

Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Erzeugen von Vertrauen darauf gerichtet ist, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden.

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.11)

In der aktuellen Terminologie der Normenreihe wird Qualitätssicherung - gemäß der wörtlichen Übersetzung - als "Qualitätszusicherung" verstanden (in einer Vorläuferversion DIN EN ISO 8402:1995 wurde hierfür der Begriff "Qualitätsmanagement-Darlegung" gebraucht).

Hierunter sind Aktivitäten zu verstehen, die bei Kunden und Partnern im Gesundheitswesen Vertrauen schaffen, dass eine Organisation alle festgelegten, üblicherweise vorausgesetzten und verpflichtenden Erfordernisse und Erwartungen erfüllt. In diesem Sinne kann Qualitätssicherung z.B. in Form von Qualitätsdarlegungen bzw. Qualitätsnachweisen erfolgen (Qualitätsberichte, Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9001:2000 oder gemäß KTQ®, Anerkennung für Excellence, Qualitätspreise ...).

In der Gesundheitsversorgung in Deutschland spielte der Begriff Qualitätssicherung bisher eine zentrale Rolle für verschiedenste Aktivitäten. Es wurde traditionell zwischen interner und externer Qualitätssicherung unterschieden. "Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen" umfassten durchaus Aspekte der Qualitätsverbesserung und des Qualitätsmanagements.
Unter "externer Qualitätssicherung" wurden (und werden) insbesondere Qualitätssicherungsmaßnahmen mit externen Vergleichen verstanden. Einige der bekanntesten Verfahren - z.B. in der Perinatologie und Neonatologie als Vollerhebungen, in der Chirurgie nach der Tracer-Methodik mit bestimmten Eingriffen - beruhen auf diesem methodischen Konzept, nämlich standardisiert qualitätsrelevante Daten zu dokumentieren (als Qualitätsaufzeichnungen im Sinne der DIN EN ISO 9001:2000), diese als Qualitätsindikatoren einrichtungsübergreifend statistisch auszuwerten und damit der einzelnen Einrichtung ein Instrument der Qualitätsbewertung an die Hand zu geben, so dass aus der retrospektiven Analyse ggf. künftige Handlungsänderungen abgeleitet werden können.

Im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung (§§ 135 ff. SGB V) zur Qualitätssicherung in der stationären Versorgung haben Maßnahmen der externen vergleichenden Qualitätssicherung einen zentralen Stellenwert erhalten. Nicht nur im Gesetzestext (SGB V und XI), auch sonst wird im Gesundheitswesen häufig der Begriff "Qualitätssicherung" noch im traditionellen Wortsinn verwendet.

Grundgedanke der "quality assurance" ist die Qualitätssicherung im Sinne vertrauensbildender Tätigkeiten, die für die Darlegung eines Qualitätsmanagementsystems erforderlich sind. Dazu gehören die Validierung, Verifizierung, Qualifizierung und Bewertung als Grundlage eines wirksamen Qualitätsmanagementsystems. Der Nachweis der Qualitätsfähigkeit kann ein wichtiger Aspekt bei der Vertragsgestaltung, z.B. mit Kostenträgern oder bei der Entscheidung des Patienten für eine bestimmte Einrichtung, und damit ein Wettbewerbsvorteil sein. Somit kann Qualitätssicherung sowohl nach innen wie nach außen Vertrauen in die Fähigkeit einer Organisation schaffen. Nach innen bestätigt es Auditoren die Konformität mit einer Norm oder dient dem Qualitätsmanager bei der Weiterentwicklung des Systems. Dabei kann sich der Nachweis auf Bereiche beschränken, in denen möglicherweise Zweifel an der Qualitätsfähigkeit auftauchen.

Qualitätsverbesserung

Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erhöhung der Eignung zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen gerichtet ist.

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.12)

Die Anforderungen können jeden beliebigen Aspekt betreffen, wie Wirksamkeit, Effizienz oder Rückverfolgbarkeit.

Zielsetzung eines Qualitätsmanagementsystems ist, durch Bereitstellung von erforderlichen Ressourcen und durch Beherrschung der Prozesse die Dienstleistungen des Unternehmens in der im Anforderungsprofil festgelegten Ergebnisqualität zu erbringen. Durch die ständige Verbesserung der Struktur- und Prozessqualität fördert das Qualitätsmanagementsystem die Fähigkeit zur Erfüllung von steigenden Qualitätsanforderungen. Dazu muss eine Organisation zielgerichtet geeignete Überwachungs-, Mess-, Analyse- und Verbesserungsprozesse planen und verwirklichen. Dabei schlägt insbesondere der Aspekt  "Effizienz" die Brücke zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit. Dies entspricht damit der einrichtungsinternen Umsetzung dieser u.a. in SGB V festgelegten gesundheitspolitischen Forderung nach Verbesserung von Effizienz und Qualität in der Gesundheitsversorgung.

Qualitätsziel

Etwas bezüglich Qualität Angestrebtes oder zu Erreichendes

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.5)

Qualitätsziele beruhen im Allgemeinen auf der Qualitätspolitik der Organisation und werden im Allgemeinen für die zutreffenden Funktionsbereiche und Ebenen in der Organisation festgelegt.

Risikomanagement

Unter Risikomanagement versteht man den planvollen Umgang mit Risiken. Dies umfasst die Analyse (Identifikation, Messung und Gewichtung) potentieller Risiken und die Festlegung einer Risikostrategie mit dem Ziel, die Risiken zu beherrschen. Die hierbei eingesetzten Instrumente (FMEA, Szenario-/ Kreativitätstechniken, Expertenbefragung u.a.) entsprechen denen des Qualitätsmanagements.

(DIN ISO 9001:2000)

Ständige Verbesserung

Wiederkehrende Tätigkeiten zur Erhöhung der Eignung, Anforderungen zu erfüllen.

(DIN EN ISO 9000:2005, Nr. 3.2.13)

Der Prozess des Festlegens von Zielen und des Findens von Verbesserungsmöglichkeiten ist ein ständiger Prozess. Der Gebrauch von Auditfeststellungen und Auditschlussfolgerungen, Datenanalyse, Bewertungen oder anderen Mitteln durch die Leitung führt üblicherweise zu Korrekturmaßnahmen oder Vorbeugungsmaßnahmen.

Das Konzept der ständigen Verbesserung (bislang im angloamerikanischen Sprachgebrauch als "Continuous quality improvement, CQI" bzw. im Deutschen als kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP bekannt, in der Vorläuferversion der Norm als "Qualitätskreis" oder "Qualitätsspirale" beschrieben) geht zurück auf W. E. Deming und den von ihm - basierend auf Vorarbeiten seines Lehrers Shewhart - entwickelten Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA), der zugleich Anwendungs- und Erklärungsmodell ist. Basierend auf der Überzeugung, dass jeder Vorgang als Prozeß betrachtet und als solcher schrittweise verbessert werden kann, dient der PDCA-Zyklus als Vorgehensmodell für den Prozess der ständigen Verbesserung:

  • Zielvorgabe/Planung,
  • Ausführung/Realisierung,
  • Analyse/Prüfung,
  • Verbesserung/Weiterentwicklung.

Umfassendes Qualitätsmanagment

Auf die Mitwirkung aller ihrer Mitglieder gestützte Managementmethode einer Organisation, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch Zufriedenstellung der Kunden auf langfristigen Geschäftserfolg sowie auf Nutzen für die Mitglieder der Organisation und für die Gesellschaft zielt.

  • Der Ausdruck 'alle ihre Mitglieder' bezeichnet jegliches Personal in allen Stellen und allen Hierarchie-Ebenen der Organisationsstruktur.
  • Wesentlich für den Erfolg dieser Methode ist, dass die oberste Leitung überzeugend und nachhaltig führt, und dass alle Mitglieder der Organisation ausgebildet und geschult sind.
  • Der Begriff 'Qualität' bezieht sich beim umfassenden Qualitätsmanagement auf das Erreichen aller geschäftlichen Ziele.
  • Der Begriff 'Nutzen für die Gesellschaft' bedeutet Erfüllung der an die Organisation gestellten Forderungen der Gesellschaft.
  • Total quality management (TQM) oder Teile davon werden gelegentlich auch 'total quality', 'CWQC' (company-wide quality control), 'TQC' (total quality control) usw. genannt.

(DIN EN ISO 8402:1995, Nr. 3.7159)

Der Begriff "Total Quality Management" ist in der aktuellen Fassung der DIN EN ISO 9000:2005 nicht mehr gesondert definiert. Nach heutigem Verständnis des Qualitätsmanagementansatzes ist diese Führungsmethode bereits so umfassend ausgelegt, dass die frühere Differenzierung zwischen Qualitätsmanagement und umfassendem Qualitätsmanagement nur noch minimal ist. Die Weiterentwicklung von Qualitätsmanagement zu umfassendem Qualitätsmanagement im Sinne eines ganzheitlichen, unternehmensweiten Managementansatzes beinhaltet die besondere Hervorhebung einer konsequenten Mitarbeiterorientierung, Umweltschutz, gesellschaftliche Verantwortung, Partnerschaften (vgl. EFQM). "Damit kann Total Quality Management als die umfassendste (Qualitäts-)Strategie angesehen werden, die für ein Unternehmen denkbar ist. Vom Kunden über die eigenen Mitarbeiter bis hin zum Zulieferanten werden alle Bereiche erfasst und integriert."

Damit wird mit diesem anspruchsvollem Konzept das Qualitätsmanagement nachhaltig in alle Bereiche integriert.

Dokument erstellt am 25. April 2016, zuletzt aktualisiert am 24. Februar 2017