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Kurzer erster Überblick der häufig gestellten Fragen; weitergehende Informationen werden nach und nach zu jeder Bezeichnung unter "Auszüge" eingestellt

  • Ab wann gilt die neue Weiterbildungsordnung?
    Die neue Weiterbildungsordnung tritt zum 01.07.2020 in Kraft.
  • Muss ich meine Weiterbildung nach der neuen Weiterbildungsordnung durchführen
    Wenn Sie die Weiterbildung ab dem 01.07.2020 beginnen, müssen Sie die Weiterbildung zwingend nach den neuen Regelungen durchführen.
    Haben Sie eine Weiterbildung vor dem 01.07.2020 begonnen, können Sie die Weiterbildung nun nach neuer Weiterbildungsordnung durchführen und abschließen oder nach alter. Sie haben das Wahlrecht, müssen allerdings Fristen beachten. 
  • Welche Übergangsfristen gelten?
    Eine Facharztweiterbildung nach bisheriger Weiterbildungsordnung müssen Sie bis 30.06.2030 abgeschlossen und beantragt haben. Andere Bezeichnungen müssen bis 30.06.2023 abgeschlossen und beantragt sein. Für die Fristwahrung gilt jeweils der rechtzeitige Eingang des Antrages auf Anerkennung/Prüfungszulassung in der ÄKN. 
  • Was ändert sich für den Ablauf der Weiterbildung nach neuer Weiterbildungsordnung?
    Die Dokumentation muss elektronisch im eLogbuch erfolgen. (Der Zugang wird in den nächsten Monaten ermöglicht. Hierzu sollte die Webseite sowie das Ärzteblatt beobachtet werden. Bis zur Bereitstellung kann alternativ eine Dokumantation in Papierform wie bisher erfolgen.)
    Abschnitte dürfen nun teilweise auch kürzer als 6 Monate sein, mindestens jedoch 3 Monate. 
  • Wie funktioniert das eLogbuch?
    Man muss sich über das Webportal der zuständigen Ärztekammer anmelden und ein elektronisches Logbuch anlegen. Dort kann man Eintragungen vornehmen und an den Weiterbilder senden, der dann diese Angaben bestätigen oder kommentieren kann. Es ist jedem Weiterbildungsassistenten überlassen, wann er das eLogbuch der Ärztekammer freigibt und überprüft; spätestens mit dem Antrag auf Prüfungszulassung.
    Weiterbildungszeugnisse müssen trotzdem ausgestellt werden und können im WebPortal hochgeladen, werden, wie auch andere Dokumente: Protokolle über Weiterbildungsgespräche, Kursbescheinigungen und sonstige Bescheinigungen. 
  • Welche Bezeichnung sind neu eingeführt worden?
    Zusatz-Weiterbildung Immunologie, Zusatz-Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik, Zusatz-Weiterbildung Sexualmedizin, Zusatz-Weiterbildung Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH), Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Urologie sowie Zusatz-Weiterbildung Transplantationsmedizin. 
  • Wie können diese neuen Bezeichnungen erworben werden?
    Die Weiterbildung kann regulär unter Anleitung von Weiterbildern neu begonnen werden. Dazu müssen jedoch zunächst Ärzte zur Weiterbildung ermächtigt werden.
    Daneben kann auch ein Erwerb nach Übergangsbestimmungen in Betracht kommen. Dazu müssen die vorgegebenen Kompetenzen nachgewiesen werden. Der Nachweis kann auf verschiedenste Art erbracht werden, also gerade nicht zwingend durch Weiterbildungszeugnisse, weil es für die neuen Bezeichnungen gerade keine anerkannten Weiterbilder gab. Weiterhin muss eine Erfahrungszeit nachgewiesen werden über einen Zeitraum, der mindestens der regulären Weiterbildungszeit entspricht.
    Darüber hinaus können besondere Übergangsbestimmungen gelten, die dann zu der entsprechenden Bezeichnung getroffen wurde, z.B. der zusätzliche Nachweis von Kursen für die Sexualmedizin. 
  • Müssen Fristen beachtet werden?
    Ja. Ein Antrag im Sinne der Übergangsbestimmung muss bis 30.06.2022 bei der ÄKN eingegangen sein. Fristverlängerungen sind ausgeschlossen. 
  • Stimmt es, dass keine stationären Weiterbildungszeiten mehr notwendig sind?
    Nein. Teilweise sind weiterhin Pflichtzeiten im stationären Bereich geregelt, z.B. in der Inneren Medizin. Aber auch in Gebieten, die stationäre Weiterbildungszeiten nicht mehr ausdrücklich als Pflichtzeit nennen, ergibt sich aus den Kompetenzen, dass diese nicht ausschließlich ambulant erwerbbar sind. Ohne Erfahrungszeit im stationären Bereich können unzweifelhaft nicht alle Kompetenzen z. B. für die Facharztbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin oder Neurologie erworben werden, obwohl hier eine Pflichtweiterbildungszeit im stationären Bereich nicht ausdrücklich geregelt ist. Die zu erwerbenden Kompetenzen bringen also mit sich, dass man diese strukturiert nur stationär erwerben kann. Dies wird mit den neuen Weiterbildungsermächtigungen geprüft und zukünftig dann ausgewiesen. 
  • Gibt es die vom Deutschen Ärztetag geforderte Öffnung nebenberuflicher Weiterbildung?
    Ja. Neben der Anrechenbarkeit von Abschnitten -teilweise mit einer Dauer von 3 bis 6 Monaten- finden sich teilweise nur Vorgaben über die zu erwerbenden Kompetenzen ohne festgelegte Mindestweiterbildungszeiten, z.B. bei der Allergologie oder bei der Speziellen Viszeralchirurgie. Entscheidend sind mit dem Weiterbilder abgestimmte Konzepte, die mittels Weiterbildungsprogramm Grundlage der vorher zu erteilenden Weiterbildungsermächtigung sein müssen.
  • Was ist  hinsichtlich den Schwerpunktweiterbildungen zu beachten?
    Schwerpunktweiterbildungen sind zwar mit kürzeren Mindestweiterbildungszeiten verbunden. Allerdings muss diese Zeit zwingend ergänzend zur Facharztweiterbildung erfolgen und kann nicht mehr teilweise bereits während der Facharztweiterbildung durchgeführt werden. 
  • Gibt es in Niedersachsen weiterhin Zusätzliche Weiterbildungen?
    Die Kategorien Zusatzbezeichnungen und Zusätzliche Weiterbildungen sind so nicht mehr differenziert geregelt; sie heißen nun bundeseinheitlich Zusatz-Weiterbildung. Dabei wird jeweils definiert, wenn eine Bezeichnung gebietsübergreifende Inhalte einschließt. Gebietsübergreifend sind nun z. B. auch die Psychotherapie, Geriatrie und Spezielle Schmerztherapie.
  • Welche Änderungen sind noch zu beachten?
    Alle Änderungen können nicht abschließend aufgezählt werden. Es ist zu empfehlen, die alte und neue Weiterbildungsordnung gegenüberzustellen und zu prüfen. Dies gilt besonders für die einzelnen Kompetenzen. Tendenziell wurden weniger Richtzahlen vorgegeben, was jedoch nicht bedeutet, dass dann keine praktischen Leistungen zu erbringen sind. Es obliegt vielmehr dem Weiterbilder, zu beurteilen, wie und wann er einen Kompetenzerwerb bescheinigen kann.

Einige häufig nachgefragte Punkte zu folgenden Bezeichnungen:

Strahlenschutz:
In vielen Bezeichnungen wurde ein Kompetenzblock Strahlenschutz geregelt. Weiterzubildende müssen dann die Vorgaben der Strahlenschutzverordnung erfüllen: Kenntnis-, Grund- und Spezialkurs sowie praktische Erfahrungszeiten mit Untersuchungszahlen.
Zum Beispiel regelt die Facharztweiterbildung Allgemeine Chrirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie den Kompetenzblock Indikation, Durchführung und Befunderstellung von konventioneller Röntgendiagnostik.

Allgemeinmedizin:
Die Mindestweiterbildungszeit in der stationären Inneren Medizin ist auf 12 Monate reduziert worden, muss allerdings nun zwingend in der akuten Inneren Medizin stattfinden.
24 Monate der 5-jährigen Mindestweiterbildungszeit müssen zwingend unter Anleitung eines Allgemeinmediziners mit entsprechender Weiterbildungsermächtigung erfolgen. Außerdem muss ein Mindestabschnitt in einem dritten Gebiet absolviert werden. Werden diese Abschnitte erfüllt, können 18 Monate weiterhin bei einem hausärztlich tätigen und zur Weiterbildung ermächtigten Internisten absolviert werden.

Allgemeinchirurgie:
Statt Basisweiterbildungszeiten sind die Pflichtzeiten in der Viszeralchirurgie sowie in der Orthopädie und Unfallchirurgie von jeweils 12 Monate auf jeweils 18 Monate verlängert worden. Die strahlenschutzrechtliche Vorgaben bzw. eine Röntgenfachkunde (Kurse und Erfahrungen) sind zu belegen.

Anästhesiologie:
Es müssen 12 Monate Intensivmedizin absolviert werden. Eine Anrechnung auf die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin ist nicht mehr möglich. Die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin ist dafür grds. auf 18 Monate Mindestweiterbildungszeit reduziert worden.

Innere Medizin:
Die 5-jährige Mindestweiterbildungszeit ist geblieben, aber nunmehr auch eine ambulante Weiterbildung eröffnet worden.
In den Schwerpunkten der Inneren Medizin wurde eine Zweiteilung vorgenommen:
Innere Medizin und Angiologie, Innere Medizin und endokrinologie und Diabetologie sowie Innere Medizin und Rheumatologie sind nur noch mit 12 Monaten stationärer Pflichtweiterbildungszeit verbunden; in den anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Innere Medizin sind 24 Monate stationär im Schwerpunktbereich zu absolvieren.

Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie:
Als neues wissenschaftliches Verfahren wurde die systemische Therapie aufgenommen.