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Hannover,

Kenntnisreicher Wegbegleiter durch die Pandemie

Dr. med. Matthias Pulz erhielt die Ehrenplakette der Ärztekammer Niedersachsen: Unter seiner Leitung hat sich das Niedersächsische Landesgesundheitsamt während der Pandemie als unverzichtbare Stütze von Bevölkerung, Gesundheitswesen und Politik erwiesen.

Der stellvertretende Präsident der Ärztekammer Niedersachsen und Vorsitzende der Bezirksstelle Hannover Dr. med. Thomas Buck (r.) überreicht die Ehrenplakette an den ehemaligen Präsidenten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts Dr. med. Matthias Pulz (l.). Foto: Monika Schröder / ÄKN

Während der Corona-Pandemie war das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) unter der Leitung seines damaligen Präsidenten Dr. med. Matthias Pulz eine hochfunktionale, kompetente Schnittstelle zwischen Politik, kommunalen Gesundheitsämtern und weiteren Institutionen des Gesundheitswesens. In seiner Amtszeit hat Pulz, der das NLGA vom 1. Januar 2007 bis zum 31. August 2021 leitete, die Labortätigkeit der Behörde außerdem auf den neuesten Stand der Technik gebracht und ihr infektiologisches, umweltbezogenes Monitoring ausgebaut.

„Ich möchte Sie für den großen persönlichen Einsatz, den Sie gemeinsam mit Ihrer hochmotivierten Mitarbeiterschaft unter anderem während der Krise der COVID-19-Pandemie gezeigt haben, auszeichnen“, sagte Dr. med. Thomas Buck und überreichte Dr. med. Matthias Pulz am 10. September 2026 die Ehrenplakette der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). Mit der höchsten Auszeichnung der niedersächsischen Ärzteschaft würdigte der Vorsitzende der Bezirksstelle Hannover und stellvertretende ÄKN-Präsident die besondere Expertise, die der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie als NLGA-Präsident bewiesen habe. So habe die Behörde gemeinsam mit dem Team des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover 2011 innerhalb weniger Wochen den Verursacher eines bundesweiten EHEC-Ausbruchs ermittelt, der damals zu fast 4.000 Erkrankungsfällen und insgesamt 53 Todesfällen geführt habe. Im Jahr 2014 sei es Pulz dann anlässlich des ersten großen Ebola-Ausbruchs in Westafrika gelungen, die Diagnostik frühzeitig im NLGA-Labor zu etablieren. Auch zu Beginn des Jahres 2020 war das NLGA als erstes Labor in Niedersachsen in der Lage, den PCR-Nachweis von SARS-CoV-2 durchzuführen: „Während der Corona-Pandemie waren Sie von Anfang an mit Ihrer Expertise zur Stelle und haben in Niedersachsen maßgeblich dazu beigetragen, die pandemiebedingten Einschränkungen zu überwinden“, sagte Buck anerkennend, als er Pulz die Auszeichnung zu Beginn der 30. Robert-Koch-Tagung für Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Niedersachsen in den Räumen der Ärztekammer Niedersachsen verlieh.

Bevor Dr. med. Matthias Pulz 1997 am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt die Leitung der Abteilung „Mikrobiologie, Krankenhaushygiene, Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie“ übernahm, absolvierte er nach seiner Approbation Ende 1985 in Hamburg verschiedene berufliche Stationen. So war Pulz unter anderem am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Immunologie des Universitätsklinikums in Hamburg-Eppendorf, in der Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Hochschule Hannover, am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg tätig. Zuletzt leitete Pulz am Landesuntersuchungsamt für das Gesundheitswesen Nordbayern in Erlangen das Sachgebiet „Virologie, Serologie und molekularbiologische Diagnostik“, bevor er an das NLGA wechselte. Dort übernahm er für die Jahre 2003 bis 2006 die Position des Stellvertreters von Präsident Professor Dr. med. Adolf Windorfer, bevor er 2007 zum Präsidenten des NLGA ernannt wurde. Pulz war darüber hinaus lange Jahre Mitglied in verschiedenen nationalen Gremien und Arbeitsgruppen des öffentlichen Gesundheitsdienstes. 2017 wurde er für besondere Verdienste um das öffentliche Gesundheitswesen mit der Johann-Peter-Frank-Medaille des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) ausgezeichnet. 2021 trat er in den Ruhestand.

Ein Schwerpunkt von Pulzʼ Tätigkeit als NLGA-Präsident galt der Reduzierung von Antibiotikaresistenzen. Denn Krankenhausinfektionen durch antibiotikaresistente Erreger stellten für ihn eine wichtige infektiologische Herausforderung dar. Deshalb etablierte er 2011 zur Erfassung und Bewertung von Antibiotikaresistenzen in Niedersachsen mit dem Sentinel-System ARMIN ein Antibiotika-Resistenz-Monitoring, das Auswertungen zu regionalen Trends im stationären und ambulanten Bereich ermöglicht. Außerdem erschien 2013 unter Federführung des NLGA ein Ratgeber für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in erster Auflage. Eine weitere von Pulz priorisierte Aufgabe stellen die vektorübertragenen Infektionskrankheiten wie die durch infizierte Zecken verbreitete Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dar. Das NLGA hat die Ausweisung von Risikogebieten durch das Robert Koch-Institut in Niedersachsen eng begleitet.

 

Hintergrund-Informationen
Mit der Ehrenplakette werden niedersächsische Ärztinnen und Ärzte ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung eingesetzt und um das Ansehen des Arztberufs verdient gemacht haben. Der Vorschlag für die Verleihung wird in der Regel von der zuständigen Bezirksstelle aufgrund eines Beschlusses ihres Vorstandes eingereicht. Über die Verleihung beschließt der Landesvorstand. Die Ehrenplakette stellt die höchste Auszeichnung dar, die die Ärztekammer Niedersachsen verleiht. Die Ehrenplakette ist aus Silber. Sie zeigt auf der Vorderseite das Niedersachsenross mit der Umschrift „Dank und Anerkennung – Ärztekammer Niedersachsen“, auf der Rückseite den Äskulapstab mit der Umschrift „Aegroti salus suprema lex“.
 

Über die Ärztekammer Niedersachsen
Die Ärztekammer Niedersachsen ist die standesrechtliche Vertretung der rund 48.000 Ärztinnen und Ärzte im Flächenland Niedersachsen. Sie nimmt in Selbstverwaltung öffentliche Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und erfüllt zugleich weisungsgebunden übertragene staatliche Aufgaben. Außerdem setzt sie sich für eine qualitativ hochwertige ärztliche Fort- und Weiterbildung ein und betreut die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.

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Kontakt:
Stabsstelle Presse
Inge Wünnenberg
Stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: 0511 3802-2102
E-Mail: kommunikation(at)aekn.de

 

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