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Presse Hannover, (ÄKN)

Die Ärztekammer Niedersachsen errichtet an der Berliner Allee 20 in Hannover ein neues Ärztehaus für die über 43.600 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen. Die Zentrale der ärztlichen Selbstverwaltung ist nicht nur ein reines Verwaltungsgebäude, sondern auch Seminar-, Konferenz-, Veranstaltungs- und Fortbildungszentrum, in dem jährlich unter anderem 2.200 Seminare und mehr als 10.000 Prüfungen stattfinden. Außerdem beherbergt das neue Ärztehaus das sogenannte "Ärzteparlament", die Kammerversammlung. Deren 60 Mitglieder kommen regelmäßig mit vielen weiteren Akteuren des Gesundheitswesens in Hannover zusammen, um die Weichen für die Zukunft der niedersächsischen Gesundheitsversorgung und der Ärztlichen Selbstverwaltung zu stellen.

Zu den zentralen Aufgaben der Ärztekammer gehören zunächst - wie im Kammergesetz für die Heilberufe (HKG) festgelegt -, sowohl die Berufsaufsicht über die Ärzteschaft als auch die Beratung der niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte in Fragen der Berufsausübung. Gemäß der Maßgabe effektiver Selbstregulierung und Selbstkontrolle sorgt der ärztliche Berufsstand ferner für die notwendige Fachkompetenz der Kammermitglieder: Die Qualität der ärztlichen Berufsausübung wird durch Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung gewährleistet, gesichert und gesteigert. In die Zuständigkeit fällt außerdem die Streitschlichtung zwischen Mitgliedern und zwischen Ärzteschaft einerseits und Patientinnen und Patienten andererseits. Darüber hinaus übernimmt die Ärztekammer eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, indem sie Behörden berät, in Gesundheitsfragen zum politischen Geschehen Stellung bezieht und nicht zuletzt den Öffentlichen Gesundheitsdienst aktiv unterstützt.

Der Neubau der Ärztekammer Niedersachsen ist vorausschauend geplant: Ausgehend von der Mitgliederentwicklung von 7.330 Mitgliedern im Jahr 1950 zu aktuell mehr als 43.600 sowie dem steigenden Personalbedarf sind Raumreserven von 12 Prozent eingeplant, um den zukünftigen möglichen Raumbedarf abzudecken. Bis dieser benötigt wird, werden die Räumlichkeiten an berufsständisch nahe Verbände vermietet, um temporären Leerstand zu vermeiden.

Notwendig geworden ist der Neubau aufgrund einer Belastung durch die seinerzeit gängig verbauten Schadstoffe (vor allem asbesthaltiger Faserzement und diverse, inzwischen verbotene Lösungsmittel als Bestandteil der verwendeten Lacke und Farben), durch erhebliche Mängel im Brandschutz sowie durch in den Keller eintretendes Grundwasser. Alle Belastungen hätten mindestens eine Kernsanierung notwendig gemacht, die aber die massive Problematik mit dem Grundwasser nicht gelöst hätte. Außerdem konnte das ursprünglich als Behelfskrankenhaus angelegte Gebäude aufgrund seiner Stützkonstruktion nicht in dem Maße umgebaut werden, wie es die oben beschrieben Anforderungen erforderlich gemacht hätten.

Insgesamt ist der Neubau eine wirtschaftliche und berufspolitisch sehr sinnvolle Lösung, an der alle Selbstverwaltungsgremien in jedem Schritt ordnungsgemäß beteiligt waren: die von der Kammerversammlung getroffenen Beschlüsse zum Projekt erfolgten einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit. Der Neubau ist perspektivisch auf viele Jahrzehnte geplant.

MinRat Thomas Spieker M.A., Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen

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