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Bericht zur Lage Hannover,

Vizepräsidentin Marion-Charlotte Renneberg berichtet (8. Sitzung am 25. November 2017) aus dem Arbeitskreis "Ärztlicher Nachwuchs" und wirbt für Deeskalationstraining für Ärztinnen und Ärzte.

Marion Charlotte Renneberg, Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), ergriff nach der Kammerpräsidentin das Wort. Im zweiten Teil des traditionellen Berichts zur Lage widmete sie sich drei Themen, die ihr besonders am Herzen liegen.

So berichtete sie zunächst aus dem Vorstandsarbeitskreis "Ärztlicher Nachwuchs", der in diesem Jahr bereits viermal getagt hat. Der Arbeitskreis setzt sich zusammen aus zwei Studierenden und fünf jungen Ärzten. "Wir sind mit diesem Arbeitskreis ganz nah an den Bedürfnissen der jungen Kolleginnen und Kollegen und denen, die es noch werden wollen", betonte Renneberg. Der Arbeitskreis sei hoch motiviert und engagiert an die Arbeit gegangen und habe sich bereits mit vielen Themen beschäftigt. "Deutlich wurde für mich vor allem der Wunsch nach größerer Transparenz", erklärte Renneberg. "Viele angehende Ärzte kommen mit der Ärztekammer erst in Berührung, wenn die Approbation vorliegt und dann sind sie häufig überfordert, weil sie gar nicht genau wissen, was sie zu tun haben." Die Hausärztin hat diese Erfahrung bereits auf der diesjährigen PJ-Messe in der Medizinischen Hochschule Hannover gemacht. "Was die Kammer so an Aufgaben hat, das haben wir gar nicht gewusst", zitierte Renneberg aus einem Gespräch, das sie im Rahmen der Messe führte. Und das sei kein Einzelfall.

Der Arbeitskreis hat anhand der Tatsache, dass ein hoher Informationsbedarf für Studierende und junge Ärzte über die Arbeit der ÄKN besteht, einige Möglichkeiten erarbeitet, um die Informationen an den Mann  und die Frau zu bringen:

  • Ein fester Ansprechpartner in der ÄKN für Studierende und frisch approbierte Ärzte
  • Checkliste für den Übergang vom Studium in den Beruf
  • Aktive Unterstützung während der Weiterbildungszeit
  • Den ärztlichen Nachwuchs gezielter ansprechen über Social Media, Homepage, et cetera

"Einige Punkte konnten wir bereits umsetzen", freute sich Renneberg: "Die Vorsitzenden der ÄKN-Bezirksstellen Göttingen, Hannover und Oldenburg stehen als feste Ansprechpartner für Studierende der Humanmedizin zur Verfügung und die Checkliste für den Übergang vom Studium in den Beruf ist auch schon in Arbeit."

Des Weiteren wünscht sich der Arbeitskreis, dass Interessierte bereits im Studium an die ärztliche Berufspolitik herangeführt werden. "Ich möchte daher mit Ihnen [den Mitgliedern der Kammerversammlung; Anm. d. Red.] darüber diskutieren, ob wir in der ÄKN eine freiwillige Mitgliedschaft für Studierende der klinischen Semester möglich machen wollen", so die Vizepräsidentin. Hierzu äußerten sich im Nachgang zahlreiche Mitglieder der Kammerversammlung zustimmend und es wurden schon die ersten Vorschläge eingebracht, wie so eine freiwillige Mitgliedschaft aussehen könnte.

Danach widmete sich die Vizepräsidentin dem Thema "Gewaltprävention für Ärzte". Sie rief der Kammerversammlung die hohe Dunkelziffer ins Gedächtnis, die man berücksichtigen müsse, wenn man über Gewalt und Aggression gegenüber Ärzten spreche. Öffentlich wolle sich dazu kaum jemand äußern, aber anonymisierte Studien zeigen, dass fast 50 Prozent der Befragten im letzten halben Jahr aggressivem Verhalten ausgesetzt waren und rund einem Viertel sogar aktiv Gewalt angedroht wurde. Renneberg plädierte für eine Sensibilisierung für die Themen Aggression und Gewalt: "Wir müssen uns das Risiko bewusst machen, damit wir damit umgehen können." Das soll über neue Fortbildungen geschehen: zum Beispiel am 21. März 2018 in Hannover mit dem Titel "Umgang mit Grenzüberschreitungen und Gewaltandrohung in der Arztpraxis/Klinik" und auch im Rahmen der Langeooger Fortbildungswochen 2018 der ÄKN ist solch ein Seminar geplant. Außerdem wird aktuell ein Kurskonzept entwickelt, das die Prävention von Gewalt zum Thema hat.

Abschließend berichtete Renneberg noch über die positive Resonanz auf das Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin. Seit dem Startschuss am 1. Oktober haben sich bereits mehr als 250 Ärzte in Weiterbildung eingeschrieben und mit Erscheinen dieser Ausgabe des niedersächsischen ärzteblatts werden auch die offiziellen Auftaktveranstaltungen in Hannover und Oldenburg stattgefunden haben. Die Hausärztin betonte: "Mit dem Kompetenzzentrum trägt die ÄKN aktiv dazu bei, die Qualität der wohnortnahen medizinischen Versorgung in dem Flächenland Niedersachsen langfristig zu sichern."

Autorin:
Stephanie Aue

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