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Hannover,

Die tödliche Bilanz des Sommers 2026

Noch nie waren die gesundheitlichen Konsequenzen des Klimawandels in Deutschland so offensichtlich wie in diesem Sommer. Angesichts mehrfacher extremer Hitzewellen mit tausenden Todesopfern fordert die Ärztekammer Niedersachsen eine deutliche Verstärkung des Hitzeschutzes für Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen.

 

Foto: AucArtStudio – stock.adobe.com

Im Laufe des Sommers 2026 haben mehrere großflächige und lang andauernde Hitzewellen nach Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit 14.000 hitzebedingte Todesfälle verursacht.1 Diese enorme Anzahl macht deutlich, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Schutz vor gesundheitlichen Gefahren durch Hitze nicht ausreichend sind und dringend verstärkt werden müssen. „Als Ärztinnen und Ärzte warnen wir seit Jahren vor den gesundheitlichen Risiken des Klimawandels. Vor allem für alte, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen kann Extremhitze, wie wir sie in den vergangenen Wochen oft erlebt haben, lebensgefährlich werden. Die hohe Zahl der hitzebedingten Toten zeigt klar und deutlich, wie unzureichend wir darauf vorbereitet sind, mit Extremhitzeperioden als Folge des menschengemachten Klimawandels umzugehen. Wir müssen jetzt gezielt Maßnahmen ergreifen, um Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende im Gesundheitswesen besser zu schützen. Die Tragödie des Sommers 2026 darf sich nicht wiederholen“, so Dr. med. Marion Charlotte Renneberg, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN).

Konkret fordert die ÄKN verstärkte Investitionen in den Hitzeschutz von Arztpraxen, Medizinischen Versorgungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. „Für die Patientensicherheit und zum Schutz unserer Mitarbeitenden müssen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung technisch und baulich entsprechend ausgestattet sein, um eine kritische Überhitzung über längere Zeiträume zu verhindern“, so Renneberg.

Entsprechende Investitionen sind bisher nicht in der Vergütung von Praxen beziehungsweise in den durch die Länder zu leistenden Investitionskosten der Krankenhäuser berücksichtigt. Da außerdem sowohl ambulante als auch stationäre Leistungserbringer bereits durch das beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz finanziell stark belastet sein werden, fordert die ÄKN ein gesondertes Investitionsprogramm des Bundes und der Länder zur Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Hitzeschutzes. „Extreme Hitze ist eine neue Herausforderung an die gesundheitliche Daseinsvorsorge. Für eine gesicherte medizinische Versorgung in längeren Hitzeperioden sind insbesondere im baulichen Bereich erhebliche Maßnahmen erforderlich“, betont Renneberg.

Hinsichtlich des Umfangs von Hitzeschutzmaßnahmen darf bei der Planung nicht alleine von der aktuellen Situation ausgegangenen werden. Um eine nachhaltige Hitzeresilienz des Gesundheitswesens zu erreichen, müssen auch Prognosen zur zukünftigen Entwicklung einbezogen werden. „Wir müssen uns klar darüber sein: Der Klimawandel nimmt weiter zu und die gesundheitlichen Gefahren ebenso. Es reicht nicht, unsere Maßnahmen an diesem Sommer auszurichten. Wir müssen für noch extremere Hitzeperioden gewappnet sein“, unterstreicht Renneberg. „Und natürlich müssen wir auch abseits der Patientenversorgung den Hitzeschutz für die Bevölkerung allgemein stärken. Dazu zählen entsprechende bauliche Maßnahmen insbesondere in Städten, die Stärkung der Gesundheitskompetenz im Hinblick auf Hitzeprävention und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei hitzebedingten Notfällen sowie nicht zuletzt eine stetige Weiterentwicklung und Anpassung der kommunalen Hitzeschutzpläne.“   
 

 

Quellen
1 Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität des Robert Koch-Instituts
https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
 

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Über die Ärztekammer Niedersachsen
Die Ärztekammer Niedersachsen ist die standesrechtliche Vertretung der rund 48.000 Ärztinnen und Ärzte im Flächenland Niedersachsen. Sie nimmt in Selbstverwaltung öffentliche Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und erfüllt zugleich weisungsgebunden übertragene staatliche Aufgaben. Außerdem setzt sie sich für eine qualitativ hochwertige ärztliche Fort- und Weiterbildung ein und betreut die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.

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Kontakt:
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Telefon: 0511 3802-2102
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