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Hannover,

Ärztekammer Niedersachsen lehnt Pläne zur Apothekenreform ab

Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums zu einer Apothekenreform sehen eine umfangreiche Übertragung von ärztlichen Aufgaben an Apothekerinnen und Apotheker vor. Die Ärztekammer Niedersachsen sieht hierin eine Gefährdung der Patientensicherheit und lehnt die Reformpläne ab.

Foto: Farknot Architect – stock.adobe.com

Nach aktuellen Plänen des Bundesgesundheitsministeriums sollen Apothekerinnen und Apotheker zukünftig verschreibungspflichtige Medikamente auch ohne ärztliche Verordnung an Patientinnen und Patienten abgeben dürfen. Dies betrifft nicht nur Folgerezepte bei chronischen Erkrankungen, sondern darüber hinaus auch Erstverschreibungen bei angeblich unkomplizierten Fällen. 

Die Ärztekammer Niedersachsen sieht hierin eine Gefährdung der Patientensicherheit. „Die Abgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten ohne vorherige eingehende ärztliche Untersuchung ist ein gefährliches und unnötiges Vorhaben. Dies sind Aufgaben, für die ärztliche Expertise sowie Kenntnisse über die Patientin oder den Patienten und die jeweilige gesundheitliche Situation nötig sind. Es ist zudem ein geschützter Gesprächsraum wichtig: Eine Medikamentenverordnung lässt sich nicht einfach am Verkaufstresen abwickeln“, warnt Dr. med. Marion Charlotte Renneberg, stellvertretende Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). 

Genauso kritisch betrachtet die als Hausärztin niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin die Ausweitung der in Apotheken zugelassenen Impfungen. Zusätzlich zu Grippe und COVID-19 sollen dem Gesetzesvorhaben zufolge weitere Impfungen angeboten werden können: „Apothekerinnen und Apotheker können das Impfen im Gegensatz zu uns Ärztinnen und Ärzten nicht entsprechend begleiten“, so Renneberg. „So kann es zu Impfreaktionen, sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen kommen. Dann müsste in der Apotheke ohnehin eine Ärztin oder ein Arzt hinzugerufen werden: Das macht den Vorgang unnötig kompliziert und gefährlich.“

 

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Über die Ärztekammer Niedersachsen
Die Ärztekammer Niedersachsen ist die standesrechtliche Vertretung der rund 47.000 Ärztinnen und Ärzte im Flächenland Niedersachsen. Sie nimmt in Selbstverwaltung öffentliche Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und erfüllt zugleich weisungsgebunden übertragene staatliche Aufgaben. Außerdem setzt sie sich für eine qualitativ hochwertige ärztliche Fort- und Weiterbildung ein und betreut die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.

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Kontakt:
Referat Gesundheitspolitik und Kommunikation
Niko Gerdau
Pressesprecher
Telefon: 0511 3802-2102
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