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Hannover,

Ärztekammer warnt: Nikotinkonsum unter Jugendlichen nimmt wieder zu

Erstmals seit 20 Jahren steigt die Anzahl rauchender Jugendlicher signifikant an. Vor allem E-Zigaretten werden in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen häufig konsumiert. 

Foto: AdobeStock.com / Vivid Pixels

Hannover, 29. Mai 2026. Rauchen bleibt eine der häufigsten vermeidbaren Todesursachen in Deutschland. 131.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Rauchens. Das entspricht jedem siebten Todesfall insgesamt. Den größten Anteil machen Krebserkrankungen aus (42 Prozent), etwa ein Drittel entfällt auf kardiovaskuläre Erkrankungen und ein Viertel auf Atemwegserkrankungen.1 Darauf macht die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai aufmerksam.

Die Folgen des Rauchens belasten das deutsche Gesundheitssystem laut Tabakatlas 2025 jedes Jahr mit mehr als 30 Milliarden Euro. Die Einnahmen durch die Tabaksteuer sind aber nur halb so hoch.

Das Gesundheitsrisiko durch E-Zigaretten wird oft unterschätzt

Aktuelle Zahlen aus der Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) belegen, dass die Zahl der jungen Raucherinnen und Raucher zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder signifikant steigt. Demnach liegt der Anteil der rauchenden Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren bei 9,6 Prozent. 2021 waren es noch 6,1 Prozent. 18,6 Prozent der Jugendlichen geben an, Erfahrung mit dem Konsum von Einweg- oder Mehrweg-E-Zigaretten zu haben. Bei Tabak-Zigaretten liegt der Anteil bei 15,5 Prozent.2

Als besorgniserregend bewertet die ÄKN, dass E-Zigaretten durch bunte Verpackungen und zugesetzte Aromen so gestaltet sind, dass sie vor allem junge Menschen ansprechen. Hinzu kommt, dass diese Produkte niedriger besteuert und somit im Verhältnis kostengünstiger sind als Tabakzigaretten. Die Aromen überdecken sowohl den Eigengeschmack von Nikotin als auch das Kratzen im Hals, das beim Verdampfen entsteht und sind damit ein potentielles Einstiegsprodukt. „Wir müssen gegensteuern. Je früher Menschen mit dem Rauchen anfangen, desto schwerer ist es später im Leben, wieder aufzuhören. Rauchprodukte gehören nicht in bunte Verpackungen und süße Aromen nicht in Liquids für E-Zigaretten“, warnt Dr. med. Marion Charlotte Renneberg, Präsidentin der ÄKN.

Renneberg betont, dass E-Zigaretten keinesfalls eine harmlose Variante im Vergleich zu anderen Rauchprodukten seien. Das enthaltene Nikotin ist ein süchtig machendes Nervengift und beeinträchtigt zudem das Herz-Kreislauf-System, indem es die Blutgefäße verengt und somit Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigt. Ein weiteres nur schwer abzuwägendes gesundheitliches Risiko bergen die zugesetzten Aromastoffe, die krebserregend sein können oder die Lunge schädigen können.

Weil Nikotin sehr schnell abhängig macht, das Rauchen häufig in Alltagssituationen integriert ist und oft auch eine soziale Funktion hat, fällt vielen Menschen der Ausstieg sehr schwer. „Wir sollten Raucherinnen und Raucher nicht stigmatisieren. Gleichzeitig müssen wir das Rauchen als Gesellschaft ernster nehmen – vor allem wenn es um Jugendliche geht“, schließt Renneberg. Informationen und Hilfestellungen, die den Einstieg in ein gesünderes und rauchfreies Leben erleichtern, finden Betroffene auf www.rauchfrei-info.de oder bei Hausärztinnen und Hausärzten.

Quellen
1https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/Download/Tabakatlas-Deutschland-2025.pdf
2https://www.bioeg.de/fileadmin/user_upload/Studien/PDF/DAS_2025_Bericht_Tabak-Nikotinprodukte.pdf

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Telefon: 0511 3802-2106
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