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Hannover,

Für ein sicheres, gesundes Silvester ohne Feuerwerksverletzungen und mit weniger Luftverschmutzung

Feuerwerk an Silvester verursacht enorme gesundheitliche Schäden – dabei gäbe es gesundheitsbewusste Alternativen. Die Ärztekammer Niedersachsen fordert daher ein Feuerwerksverbot, wie es die Niederlande bereits beschlossen haben und das eine Mehrheit der Deutschen befürwortet.

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt privates Feuerwerk inzwischen ab. Foto: InfinitumProdux – stock.adobe.com

Die Niederlande sind Vorreiter in Europa: Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 dürfen Privatpersonen kein Feuerwerk mehr abbrennen. Stattdessen wird es kommunale Feuerwerke geben.„Die Niederlande gehen hier genau den richtigen Weg: Sie reduzieren die Luft- und Lärmemissionen deutlich und unterbinden den gewaltvollen Missbrauch von Feuerwerk, wie wir ihn seit Jahren zunehmend erleben. Gleichzeitig bieten sie lokal begrenzte Alternativen für diejenigen, die auf ein Feuerwerk als Teil des Rituals nicht verzichten mögen“, so Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). 

Mehrheit in Deutschland für ein Verbot 

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Feuerwerksregeln wie in den Niederlanden: Laut einer Anfang Juli 2025 veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind 59 Prozent für ein Verbot der privaten Böllerei. Nur 39 Prozent sprechen sich dagegen aus.2 Auch Polizeigewerkschaften, Umweltschutzverbände, medizinische Fachgesellschaften und viele andere Organisationen fordern seit Jahren ein Silvester mit deutlich weniger oder gar keinem Feuerwerk. Anfang des Jahres übergaben die Gewerkschaft der Polizei und die Deutsche Umwelthilfe dem Bundesinnenministerium fast zwei Millionen Unterschriften aus zwei Petitionen für ein bundesweites Böllerverbot. Die ÄKN fordert ebenfalls bereits seit Jahren geänderte Rahmenbedingungen zu Silvester zum Schutz der Gesundheit. Auch die Ärztekammer Berlin unterstützte vor Kurzem ein Böllerverbot.3 „Wir müssen jetzt darüber reden, wie wir Silvester zum Wohle aller endlich gesünder gestalten. Es gibt genug Alternativen wie kommunale, professionell veranstaltete Feuerwerke oder auch Drohnenshows, um das Fest zu feiern – ohne Hörschäden, Lungenschäden, Panikattacken, Verbrennungen, Verstümmelungen und sogar Todesfälle“, unterstreicht Wenker. Zum Jahreswechsel 2024/2025 waren in Deutschland insgesamt fünf Menschen durch Feuerwerk zu Tode gekommen.4 Eine Auswertung der Deutschen Krankenhausgesellschaft des ICD-Codes (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) W49.9 – eine Beschreibung von unter anderem aufgrund von Feuerwerk typischen Verletzungen wie amputierte Finger oder Augenverletzungen – zeigte ein vier Mal so häufiges Auftreten zu Silvester im Vergleich zum übrigen Jahr. Betrachtet wurden hierbei lediglich schwerste Fälle mit stationärem Versorgungsbedarf.5 „Für Ärztinnen und Ärzte, Rettungskräfte und Pflegefachpersonal bedeutet Silvester eine enorme Mehrbelastung – und insbesondere im Rettungsdienst inzwischen oft auch eine Gefahr für die eigene Gesundheit“, betont Wenker. 
 

Quellen
1 Die Zeit
https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-07/boellerverbot-niederlande-beschluss-2026

2 Stern
https://www.stern.de/politik/boellerverbot-an-silvester--die-mehrheit-der-deutschen-ist-dafuer-35873168.html

3 Ärztekammer Berlin
https://www.aekb.de/aktuelles/detail/aerztekammer-berlin-fordert-bundesweites-boellerverbot

4 Tagessschau
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/boellerverbot-polizei-100.html

5 Deutsches Ärzteblatt
https://www.aerzteblatt.de/news/die-krankenhaeuser-sind-in-der-silvesternacht-stark-belastet-23f04585-7e0c-47a9-965d-0284adccedd6
 

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