
35 Jahre lang war Dr. med. Gisbert Voigt in der Zeit von 1984 bis 2019 in Melle als niedergelassener Facharzt für Kinderheilkunde in einer Gemeinschaftspraxis tätig. Doch sein mannigfaltiges ehrenamtliches Engagement für das Wohl und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen geht bis heute weit über die Versorgung von Patientinnen und Patienten hinaus. Deshalb hat die niedersächsische Ärzteschaft am 28. November 2025 während der letzten Sitzung der Kammerversammlung in der 19. Wahlperiode Dr. med. Gisbert Voigt die Ehrenplakette der Ärztekammer Niedersachsen – ihre höchste Auszeichnung – verliehen.
„Wenn er sich nicht mit großer Leidenschaft seinem zweiten Steckenpferd – den Themen der Weiterbildung und der Fertigstellung der neuen, 2020 in Kraft getretenen Weiterbildungsordnung – gewidmet hat, trat Dr. med. Gisbert Voigt auf den Deutschen Ärztetagen, auf Fachkonferenzen und auch auf der gesundheitspolitischen Ebene unermüdlich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein“, betonte Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, in ihrer Laudatio. Voigt habe zum Beispiel den Schutz junger Menschen vor Rauchern, eine aufsuchende Unterstützung für hilfebedürftige Familien zur Prävention von Vernachlässigung und gewalttätigen Übergriffen sowie auch einen besseren Impfschutz und zuverlässige Impfquoten gefordert, so Wenker. Eine weitere Herzensangelegenheit allerdings, die Kinderrechte nach den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie im Grundgesetz zu verankern, sei bisher leider noch nicht von Erfolg gekrönt.
Dr. med. Gisbert Voigt, 1950 in Gütersloh geboren, wurde 1998 in die Kammerversammlung gewählt und gehört dem 60-köpfigen niedersächsischen Ärzteparlament bis heute an. In der Zeit von 2006 bis 2015 wurde er zudem mit dem Amt des stellvertretenden Präsidenten der Ärztekammer Niedersachsen betraut und stand außerdem von 2005 bis 2020 als Vorsitzender der Ärztekammer-Bezirksstelle Osnabrück vor. Die Ehrenplakette erhielt der Pädiater jetzt jedoch vor allem für seinen unermüdlichen Einsatz in der Öffentlichkeit im Kampf gegen Kindesmissbrauch und -vernachlässigung. Zugleich stellt die Auszeichnung eine Wertschätzung von Voigts langjährigem Wirken als Mitglied und auch als Vorsitzender des Kuratoriums der niedersächsischen Landesstiftung „Kinder von Tschernobyl“ dar. In seiner Funktion als Vorsitzender (2013-2023) setzte sich Voigt zum Beispiel nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 für eine Erweiterung des Stiftungszwecks ein. „Als Vorsitzender erwirkte er die Erlaubnis, dass die Stiftung aufgrund der derzeitigen Kriegssituation in der Ukraine nun dringend benötigte medizinische Geräte an Kinderkrankenhäuser in der Westukraine liefert“, unterstrich Wenker. Schließlich habe der Arzt noch zusätzlich 2019 im Ruhestand begonnen, organtransplantierte Kinder und Jugendliche während ihrer mehrwöchigen Reha auf dem Ederhof der Rudolf Pichlmayer-Stiftung im österreichischen Osttirol ärztlich zu betreuen. „Wir ehren heute dieses außerordentliche Engagement für das Wohl und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft“, schloss Wenker. Voigt, der von der Ehrung überrascht wurde, bedankte sich, während er Standing Ovations des Ärzteparlaments erhielt: „Ja, Kinder und Kindergesundheit sind mein Leben!“
Hintergrund-Informationen
Mit der Ehrenplakette werden niedersächsische Ärztinnen und Ärzte ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung eingesetzt und sich um das Ansehen des Arztberufs verdient gemacht haben. Der Vorschlag für die Verleihung wird in der Regel von der zuständigen Bezirksstelle aufgrund eines Beschlusses des Bezirksstellenvorstands beim Landesvorstand der Ärztekammer Niedersachsen eingereicht. Die Verleihung beschließt der Landesvorstand. Die Ehrenplakette stellt die höchste Auszeichnung der Ärztekammer Niedersachsen dar. Die Ehrenplakette ist aus Silber. Sie zeigt auf der Vorderseite das Niedersachsenross mit der Umschrift „Dank und Anerkennung – Ärztekammer Niedersachsen“, auf der Rückseite ist der Äskulapstab mit der Umschrift „Aegroti salus suprema lex“ (Das Heil des Kranken ist oberstes Gesetz) dargestellt.
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Über die Ärztekammer Niedersachsen
Die Ärztekammer Niedersachsen ist die standesrechtliche Vertretung der rund 47.000 Ärztinnen und Ärzte im Flächenland Niedersachsen. Sie nimmt in Selbstverwaltung öffentliche Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und erfüllt zugleich weisungsgebunden übertragene staatliche Aufgaben. Außerdem setzt sie sich für eine qualitativ hochwertige ärztliche Fort- und Weiterbildung ein und betreut die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.
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