
Die Zusammenlegung der drei Krankenhäuser an einem Standort ist nach Ansicht von Jens Wagenknecht, Vorsitzender der ÄKN-Bezirksstelle Wilhelmshaven und Hausarzt aus Varel, ein zukunftsweisendes Konzept. „Es ist absolut sinnvoll, anstelle der drei aktuell bestehenden Häuser mit ihren zum Teil konkurrierenden Leistungsangeboten ein leistungsfähiges Zentralklinikum zu errichten. In einem modernen und auf die heutigen Abläufe der stationären Versorgung zugeschnittenem Neubau an einem verkehrsgünstigen Standort kann ein breites und spezialisiertes Versorgungsangebot abgebildet werden. Es gibt innerhalb der Ärzteschaft zwar auch Bedenken gegen eine Zusammenführung, doch aus meiner Sicht stellt sie insgesamt eine sehr gute Zukunftsperspektive für die regionale Gesundheitsversorgung dar“, unterstreicht Wagenknecht.
Mehr Beteiligung nötig
Trotz der grundsätzlichen Vorteile beobachten der Bezirksstellenvorsitzende sowie sein Stellvertreter Klaus-Peter W. Schaps, als Hausarzt niedergelassener Internist aus Wilhelmshaven, eine große Verunsicherung sowohl bei den Mitarbeitenden der Kliniken als auch bei der Bevölkerung. „Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal sowie alle anderen Berufsgruppen werden aktuell so gut wie nicht in den Veränderungsprozess einbezogen. Sie erfahren Neuigkeiten über ihren Arbeitsplatz zum Teil erst aus den Medien. Dies erzeugt Unsicherheit und im schlimmsten Fall kommt es zu Abwanderung. Die Mitarbeitenden müssen jetzt eingebunden werden und ihr Fachwissen und ihre Erfahrung müssen in die Planungen einfließen“, fordert Wagenknecht.
Weiterbildung muss kontinuierlich stattfinden
Im Falle eines schlecht strukturierten Veränderungsprozesses sieht die Bezirksstelle auch hohe Risiken für die ärztliche Weiterbildung. Nur ein kontinuierliches Fortsetzen der Qualifizierung von Ärztinnen und Ärzten könne weiterhin den ärztlichen Nachwuchs für die Krankenhäuser und auch für die Praxen in der Region sichern. „Junge Ärztinnen und Ärzte werden in den Krankenhäusern zu Fachärzten weitergebildet. Oft sind sie dann anschließend weiter in den Kliniken tätig oder wechseln in nahe gelegene Praxen. Wenn dieser Prozess im Rahmen der Umstrukturierungen gestört wird, hat dies Auswirkungen auf das Versorgungsangebot der ganzen Region. Die Weiterbildung muss daher von Anfang bis Ende konsequent mitgedacht werden“, betont Schaps.
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