
Am morgigen Freitag soll das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat beraten und beschlossen werden. Die vorgesehenen Kürzungen stellen eine enorme Belastung für die Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten in Niedersachsen dar. Gleichzeitig bleiben kostentreibende Probleme des Gesundheitswesens ungelöst. Hierzu erklären die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen Dr. med. Marion Charlotte Renneberg sowie die beiden stellvertretenden Präsidenten Dr. med. Thomas Buck und Hans Martin Wollenberg wie folgt:
„Sinn und Zweck dieses Gesetzesentwurfs ist einzig und alleine, Ausgaben für das Gesundheitswesen einzusparen. Zwangsläufig werden so auch die Leistungen schrumpfen. Dies wird den aktuellen und insbesondere zukünftigen Herausforderungen bei der Versorgung einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung nicht gerecht. Stattdessen benötigen wir echte Reformen für die Gesundheitsversorgung. Unser Ziel muss sein, die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten modern und zukunftssicher zu gestalten. Hierfür braucht unser Gesundheitssystem jetzt grundlegende Veränderungen.
Aktuell sehen wir Entwicklungen, die genau in die falsche Richtung laufen – beispielsweise der vorgesehene Wegfall der telefonischen Krankschreibung sowie die Forderung nach einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag. Beides wird die Zahl der Krankmeldungen nicht verringern und führt zu mehr bürokratischem Aufwand.
Auf der anderen Seite bleiben Chancen, unsere Ressourcen effizienter einzusetzen, zu oft ungenutzt. Insbesondere die Digitalisierung ist im deutschen Gesundheitssystem im Vergleich mit anderen Ländern viel zu schwach entwickelt. Gleichzeitig sind die bürokratischen Anforderungen stetig gewachsen. Dieses ungünstige Zusammenspiel aus veralteten Rahmenbedingungen und ausufernder Administration können wir uns schlicht nicht mehr leisten. Weitere Chancen, die wir aktuell nicht ausreichend nutzen, sind Prävention und Gesundheitskompetenz. Statt nur auf Krankheiten und ihre Behandlung zu schauen, müssen wir einen stärkeren Fokus darauf legen, Gesundheit möglichst lange zu erhalten.“
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