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Presseinformation vom 17. Juli 2021: Kammerversammlung beschließt Erhöhung des Baubudgets

Die Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen hat eine Erhöhung des Baubudgets auf 99,74 Millionen Euro beschlossen. Grund sind auch pandemiebedingte Kostensteigerungen und Lieferverzögerungen.

Die Corona-Pandemie hat weltweit Auswirkungen auf Bau- und Rohstoff-Lieferungen sowie auf die Preisgestaltung. Es kommt zu Lieferverzögerungen von Baustoffen und zu regelrechten Kostenexplosionen für einzelne Gewerke, weil die Rohstoffpreise in die Höhe geschossen sind. Das alles hat leider massive Konsequenzen für den Neubau der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN): auch Verzögerungen im Baufortschritt durch verspätete Lieferungen sowie gestiegene Preise für einzelne Gewerke führen zu deutlich mehr Kosten als bislang eingeplant.

Vor diesem Hintergrund hat die Kammerversammlung der ÄKN in ihrer heutigen außerordentlichen Sitzung über eine erneute Anhebung des Baubudgets debattiert. Nach intensiven Diskussionen unter den anwesenden Delegierten und einer umfassenden Information über die aktuelle Lage durch die ÄKN-Geschäftsführung wurde mit überwältigender Mehrheit einer Budgeterhöhung um 9,74 Millionen Euro auf nun insgesamt 99,74 Millionen Euro zugestimmt – bei zwei Gegenstimmen und zwei  Enthaltungen.

Kontakt: Thomas Spieker, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen
Telefon: 0511/380-2020, E-Mail: kommunikation(at)aekn.de


Presseinformation vom 3. Juni 2021 - Statement der ÄKN zur Bilanzpressekonferenz des Landesrechnungshofs am 2. Juni 2021

Die Ärztekammer Niedersachsen errichtet an der Berliner Allee 20 in Hannover ein neues Ärztehaus für die über 43.600 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen. Die Zentrale der ärztlichen Selbstverwaltung ist nicht nur ein reines Verwaltungsgebäude, sondern auch Seminar-, Konferenz-, Veranstaltungs- und Fortbildungszentrum, in dem jährlich unter anderem 2.200 Seminare und mehr als 10.000 Prüfungen stattfinden. Außerdem beherbergt das neue Ärztehaus das sogenannte "Ärzteparlament", die Kammerversammlung. Deren 60 Mitglieder kommen regelmäßig mit vielen weiteren Akteuren des Gesundheitswesens in Hannover zusammen, um die Weichen für die Zukunft der niedersächsischen Gesundheitsversorgung und der Ärztlichen Selbstverwaltung zu stellen.

Zu den zentralen Aufgaben der Ärztekammer gehören zunächst - wie im Kammergesetz für die Heilberufe (HKG) festgelegt -, sowohl die Berufsaufsicht über die Ärzteschaft als auch die Beratung der niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte in Fragen der Berufsausübung. Gemäß der Maßgabe effektiver Selbstregulierung und Selbstkontrolle sorgt der ärztliche Berufsstand ferner für die notwendige Fachkompetenz der Kammermitglieder: Die Qualität der ärztlichen Berufsausübung wird durch Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung gewährleistet, gesichert und gesteigert. In die Zuständigkeit fällt außerdem die Streitschlichtung zwischen Mitgliedern und zwischen Ärzteschaft einerseits und Patientinnen und Patienten andererseits. Darüber hinaus übernimmt die Ärztekammer eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, indem sie Behörden berät, in Gesundheitsfragen zum politischen Geschehen Stellung bezieht und nicht zuletzt den Öffentlichen Gesundheitsdienst aktiv unterstützt.

Der Neubau der Ärztekammer Niedersachsen ist vorausschauend geplant: Ausgehend von der Mitgliederentwicklung von 7.330 Mitgliedern im Jahr 1950 zu aktuell mehr als 43.600 sowie dem steigenden Personalbedarf sind Raumreserven von 12 Prozent eingeplant, um den zukünftigen möglichen Raumbedarf abzudecken. Bis dieser benötigt wird, werden die Räumlichkeiten an berufsständisch nahe Verbände vermietet, um temporären Leerstand zu vermeiden.

Notwendig geworden ist der Neubau aufgrund einer Belastung durch die seinerzeit gängig verbauten Schadstoffe (vor allem asbesthaltiger Faserzement und diverse, inzwischen verbotene Lösungsmittel als Bestandteil der verwendeten Lacke und Farben), durch erhebliche Mängel im Brandschutz sowie durch in den Keller eintretendes Grundwasser. Alle Belastungen hätten mindestens eine Kernsanierung notwendig gemacht, die aber die massive Problematik mit dem Grundwasser nicht gelöst hätte. Außerdem konnte das ursprünglich als Behelfskrankenhaus angelegte Gebäude aufgrund seiner Stützkonstruktion nicht in dem Maße umgebaut werden, wie es die oben beschrieben Anforderungen erforderlich gemacht hätten.

Insgesamt ist der Neubau eine wirtschaftliche und berufspolitisch sehr sinnvolle Lösung, an der alle Selbstverwaltungsgremien in jedem Schritt ordnungsgemäß beteiligt waren: die von der Kammerversammlung getroffenen Beschlüsse zum Projekt erfolgten einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit. Der Neubau ist perspektivisch auf viele Jahrzehnte geplant.

MinRat Thomas Spieker M.A., Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen


Presseinformation vom 26. September 2019 - Kammerversammlung steht weiter zu Neubau – Qualität und Nachhaltigkeit müssen erhalten bleiben

Einhellige Zustimmung der Kammerversammlung zu veränderten Rahmenbedingungen des Neubaus

Die aktuelle Baumarktentwicklung und die Baumarktkonjunktur haben die Ärztekammer Niedersachsen gezwungen, den Budgetrahmen für den Neubau der Landesgeschäftsstelle an der Berliner Allee neu zu kalkulieren. Gestern hat das Parlament der niedersächsischen Ärzteschaft - die Kammerversammlung - getagt und intensiv darüber beraten, an welchen Stellen noch Kosten eingespart werden könnten.

In einer umfassenden Präsentation wurde der Kammerversammlung in allen Details dargestellt, in welchen Bereichen sich Kostensteigerungen ergeben haben. Alleine die Kostensteigerung am Baumarkt habe demnach - gegenüber den Ausgangsannahmen aus dem 3. Quartal 2017 - 10 Prozent betragen. Und um bis zu 65 Prozent sind die Kosten in einzelnen Gewerken der Technischen Gebäudeausstattung (TGA) gegenüber dem ursprünglich kalkulierten Kostenrahmen des Projektsteuerers aus 02/2018 angestiegen.

Das betrifft nicht nur das Bauprojekt der Ärztekammer: So gibt das Land Niedersachsen inzwischen auch Zuschüsse, wenn bei Modernisierungen von Krankenhäusern Baupreissteigerungen die ursprüngliche Kalkulation durchkreuzt haben (vgl. Berichterstattung in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 16.06.2019). Auch Bauprojekte der Stadt Hannover im Rahmen des Schulinvestitionsprogramms 500plus haben sich von 500 Millionen Euro auf 695 Millionen Euro verteuert (vgl. Berichterstattung in der Neuen Presse vom 19.09.2019) und die Sanierung des Kreishauses im Landkreis Osnabrück wird nun rund 48 Millionen Euro kosten - statt der ursprünglich geplanten 14 Millionen Euro (vgl. Berichterstattung in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 07.09.2019).

Hinzu kommen beim Bauprojekt der Ärztekammer Niedersachsen Faktoren, die erst im Laufe des Abrisses beziehungsweise der Tiefbauarbeiten zu Tage getreten sind, wie zum Beispiel nicht verzeichnete Medienleitungskanäle zu den Nachbargebäuden, die aufwendig zurückgebaut werden mussten.

Vor diesem Hintergrund haben der Bau-Beirat, der Vorstand und die Geschäftsführung der Ärztekammer in intensiven Workshops bereits an vielen Stellen Kostenreduzierungen vorgenommen. Ein weiteres Bündel an möglichen Kosteneinsparungen, die aber mit einem massiven Einschnitt in die Gebäudequalität einhergehen würden, wurde im Anschluss an die Präsentation den Delegierten zur Abstimmung vorgestellt.

Die Mitglieder der Kammerversammlung diskutierten eine gute Stunde ausführlich und intensiv, ob sie eine Reduzierung des neu kalkulierten Budgetrahmens von rund 3 Prozent annehmen, dafür aber eine Reduzierung von Qualität und Nachhaltigkeit des Gebäudes in Kauf nehmen sollten. Zumal die Kammerbeiträge hiervon aktuell nicht berührt werden, hat sich das Parlament der niedersächsischen Ärzteschaft entschieden, keine Abstriche an der Qualität ihres rational und angemessen geplanten Gebäudes zuzulassen, das den Erfordernissen der niedersächsischen Ärzteschaft für kommende Jahrzehnte dienen soll - insbesondere auch, um langfristig Kosten einzusparen, die mit teuren Nachrüstungen einhergehen würden.

Die Delegierten stimmten daher bei sieben Enthaltungen einstimmig der Erhöhung des Gesamtbudgetrahmens um rund 10 Prozent zu. Darin ist auch wieder ein Risikopuffer enthalten, um eventuell auftretende Unwägbarkeiten abpuffern zu können

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Presseinformation vom 16. März 2018 - Einladend, ökologisch, stadtbildprägend - Entwurf für neues Ärztehaus an der Berliner Allee vorgestellt

Ärztekammer Niedersachsen entscheidet sich für ein abgestuftes Bürogebäude mit gläserner Fassade / Überzeugender Entwurf des Berliner Architektenbüros Grüntuch Ernst Hannover,

Die Mitglieder der Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) haben sich einstimmig für ein abgestuftes Gebäude mit transparenter Fassade, begrünten Terrassen und nutzungsorientierten Strukturen entschieden. "Der Entwurf des Berliner Architektenbüros Grüntuch Ernst überzeugt durch sein individuelles und nutzungsorientiertes Raumkonzept, seine städtebauliche Integration und seinen hohen ökologischen Anspruch", erläutert Kammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker.
Bereits zum Ende des vergangenen Jahres hatten die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle den Standort an der Berliner Allee 20/Ecke Schiffgraben verlassen und ein Interimsgebäude in der Karl-Wiechert-Allee 18-22 bezogen. Das alte Gebäude muss wegen gravierender baulicher Mängel und aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Mitarbeiter abgerissen werden. Es ist in einem erheblichen Umfang mit Schadstoffen wie Asbest und Formaldehyden belastet. Außerdem konnten zeitgemäße Brandschutzauflagen nicht erfüllt werden und es gab gravierende Probleme mit eindringendem Grundwasser. Ohne den dauerhaften Einsatz von Pumpen wären die Kellerbereiche bereits jetzt permanent überflutet. Eine gefährliche Situation, denn die komplette Elektroinstallation war über sogenannte Bodenkanäle ausgeführt worden – über Kabel, die im Wasser liegen, obwohl das Material eine entsprechende Wasserdichtigkeit nicht aufweist.

Mit dem Neubau erhält die ÄKN an ihrem traditionellen Standort im Zentrum Hannovers eine zeitgemäße neue Landesgeschäftsstelle. Der Baukörper verläuft mit seiner langen Flanke entlang der Berliner Allee und schafft so eine beruhigende Rahmung für den großen Stadtblock mit seinen drei sehr verschiedenen Gebäuden. Die sanft geschwungene Fassade mit einem mittigen Haupteingang an der Berliner Allee wirkt einladend und zugänglich. Durch die graduelle Höhenstaffelung und die entsprechende Gliederung der Fassade fügt sich der große Baukörper sensibel und selbstbewusst in seine heterogene Umgebung ein. Begrünte Dachflächen schaffen eine wohltuende Balance zwischen urbanem Leben und direktem Naturbezug und tragen zu einem ökologisch nachhaltigen Gebäudebetrieb bei. Die aufwärtsstrebende Dynamik der skulpturalen Figur wächst in einer gegenläufigen Schleife empor zu einem zehngeschossigen Hochpunkt an der vielbefahrenen Straßenkreuzung von Berliner Allee und Schiffgraben. Mit seiner klaren Eleganz und der charakteristischen Volumenstaffelung setzt das Haus ein stadtbildprägendes Zeichen.

"Der Neubau vereint die Funktionen eines effizienten Bürogebäudes mit einem modernen Zentrum für Schulungen und Veranstaltungen. Das Gebäude ist zugleich repräsentativer Sitz der Landesgeschäftsstelle und offenes Haus für die institutionelle Selbstverwaltung der rund 41.000 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen", beschreibt der Hauptgeschäftsführer der ÄKN, Professor Dr. med. Nils R. Frühauf, MBA. So entstehen Räume für Fortbildungen, für das Prüfungswesen von Ärzten und Medizinischen Fachangestellten, für Patientenforen, öffentliche Veranstaltungen und Kunst. Das neue Ärztehaus wird ein Haus der Begegnung. Diese Vernetzung findet ihren architektonischen Ausdruck in einer dreigeschossigen Wandelhalle im Zentrum des Hauses. Sie verbindet alle gemeinschaftlichen Bereiche: die Seminar- und Konferenzräume im Erdgeschoss, das Kasino (Cafeteria) in der ersten Etage und die Prüfungsräume im zweiten Geschoss. Das großzügige Raumgefühl und die helle, freundliche Atmosphäre der Wandelhalle stärken den offenen und kommunikativen Charakter des Hauses. Die klare Gliederung und geschossübergreifende Blickbezüge nach innen und außen erleichtern die Orientierung. "Die Büroebenen mit insgesamt circa 200 Büroräumen sind so organisiert, dass eine flexible Raumaufteilung möglich ist und auch die Flure als Aufenthaltsorte genutzt werden können. Optimierte Bürogrundrisse ermöglichen einen nachhaltigen, effizienten Betrieb", erklärt Frühauf.

"Der Neubau bildet einen klaren, prägnanten Stadtbaustein, der die zugrundeliegenden Werte erkennbar vertritt: Transparenz und Offenheit, Vernetzung und Nachhaltigkeit, Repräsentation, Klarheit und Vertrauen", erklärt Kammerpräsidentin Wenker. Sie untermauert nochmals die Notwendigkeit eines Neubaus: "Wir haben den Neubaubedarf durch fachkundige und unabhängige Stellen mit der gebotenen Sorgfalt ermitteln lassen. Das haben wir getan, weil wir verantwortungsvoll mit den Beitragsmitteln der freien Berufsgruppe der rund 41.000 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen umgehen. Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so auch unsere Beschäftigten in der Ärztekammer Niedersachsen, haben das Recht, in gesunder Umgebung zu arbeiten. Die Ärztekammer Niedersachsen hat eine Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“
Die ÄKN kalkuliert die reinen Baukosten auf insgesamt rund 50 Millionen Euro und rechnet mit einer Fertigstellung des neuen Gebäudes in circa vier Jahren.

Die Architekten: Armand Grüntuch und Almut Grüntuch-Ernst haben 1991 ihr gemeinsames Architekturbüro in Berlin gegründet. Er hat an der RWTH Aachen und der IUAV Venedig studiert, sie an der Universität Stuttgart und der AA in London. Beide haben an der HdK Berlin gelehrt. Seit 2011 ist Almut Grüntuch-Ernst Professorin an der TU Braunschweig. Von 2010 bis 2015 war sie Mitglied der Kommission für Stadtgestaltung München und ist seit 2016 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Armand Grüntuch ist seit 2016 Mitglied des Beirats der Bundesstiftung Baukultur. Das Werk umfasst Wohn- und Bürogebäude, Verkehrsbauten, Hotels und Bildungseinrichtungen, aber auch Sonderaufgaben wie die Konzeption und Gestaltung des deutschen Beitrags auf der Architekturbiennale 2006 in Venedig. Ihre Bauten tragen zur Transformation und Funktionsmischung, Vielfalt und Verdichtung des urbanen Raums bei. Die hohe Qualität ihrer realisierten Projekte, u.a. in Berlin, Hamburg, Leipzig und zuletzt Chemnitz und Madrid, führt zu zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen.

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Presseinformation vom 15. Juni 2017 - Ärztekammerversammlung einstimmig für Neubau des Ärztehauses Hannover

Die asbestbelastete Altimmobilie an der Berliner Allee wird einem modernem Bürogebäude für die Kammer, Verbände und andere Gesundheitsinstitutionen weichen

Die Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat sich gestern Abend einstimmig für den Neubau des Ärztehauses an der Berliner Allee 20 entschieden. "Mit dem Neubau werden wir ein offenes, transparentes und energetisch nachhaltiges Haus der Begegnung errichten, das auch Bürgerinnen und Bürgern, Patientinnen und Patienten, Wohlfahrtsverbänden und der Wissenschaft offen stehen wird. Wir wollen als Ärzteschaft im zentralen Stadtbild Hannovers an vertrauter und angestammter Stelle präsent bleiben", erklärte Kammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker nach der Entscheidung. "Wir haben den Neubaubedarf durch fachkundige und unabhängige Stellen mit der gebotenen Sorgfalt ermitteln lassen. Das haben wir getan, weil wir verantwortungsvoll mit den Beitragsmitteln der freien Berufsgruppe der über 40.400 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen umgehen. Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so auch unsere 180 Beschäftigten in der Ärztekammer Niedersachsen, haben das Recht, in gesunder Umgebung zu arbeiten. Die Ärztekammer Niedersachsen hat eine Fürsorgepflicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betonte Dr. Wenker. 

Interimistisch wird die ÄKN-Hauptverwaltung Ende 2017 für den Neubauzeitraum in ein Bürogebäude in der Karl-Wiechert-Allee 18-22 (Hannover Groß-Buchholz) ausweichen.

Nach einer beim Projektmanagementbüro Drees und Sommer in Auftrag gegebenen und der Kammerversammlung als oberstem Beschlussorgan der ärztlichen Selbstverwaltung vorgelegten Studie ist eine Kernsanierung des Ärztehauses Hannover an der Berliner Allee 20 aufgrund der beschriebenen Erkenntnisse und Ergebnisse nicht zu empfehlen.

Grundwasser:
Der Grundwasserspiegel in Hannover ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Im Februar 2016 hat dies zum Überlaufen von zwei bisher unauffälligen Drainageschächten im Keller des Ärztehauses geführt. Der Grundwasserspiegel zeigt sich auch in Form von teilweise massiven Ausblühungen im Putz des Treppenhauses sowie ständigen Austritt von Salzkristallen im Kellergeschoss unterhalb des Vortragssaales. Ein Vergleich der Pegelstände mit dem Bodenniveau des Kellergeschosses ergab, dass der Heizungskeller als tiefster Punkt des Gebäudes inzwischen dauerhaft 0,60 m und die übrigen Kellerbereiche im Durchschnitt etwa 0,25 m im Grundwasser stehen. Ohne den dauerhaften Einsatz von inzwischen zehn Pumpen wären die Kellerbereiche dauerhaft überflutet. Dies ist insbesondere kritisch zu sehen, weil seinerzeit die komplette Elektroinstallation über sogenannte Bodenkanäle ausgeführt wurde: die Stromversorgung des Gebäudes erfolgt über Kabel, die dauerhaft im Wasser liegen, obwohl das Material eine entsprechende Wasserdichtigkeit nicht aufweist.

Schadstoffe:
Im Gebäude ist fast flächendeckend Asbestfaserzement verbaut. Eine Untersuchung der Gebäudesubstanz durch entsprechende Schadstoffgutachter ergab, dass auch Wand- und Deckenputz an vielen Stellen asbesthaltig sind. Hinzu kommen diverse kanzerogene (krebserregende) Lacke und Farben, die bspw. für den Anstrich von Holzoberflächen benutzt wurden.

Brandschutz:
Bereits bei den Umbaumaßnahmen der letzten Jahre stellte sich heraus, dass der Brandschutz im Bestandsgebäude mangelhaft ist. Zwar sind die Brandschutzbestimmungen in den letzten Jahren massiv verschärft worden, es zeigt sich aber an vielen Stellen, das selbst die vergleichsweise milden Brandschutzbestimmungen zur Gründungszeit des Gebäudes schon bei der Errichtung nicht eingehalten wurden. Bspw. kann das Haupttreppenhaus als wesentlichster Fluchtweg für die Evakuierung im Brandfall seinen Zweck nicht erfüllen, weil eine wirkliche Abschottung zu den einzelnen Etagen fehlt.

Gebäudehülle/ Energieeffizienz/ Abdichtung:
Ein energieeffizienter Betrieb des Haues ist ausgeschlossen. Auch die Investition in eine "intelligente" Gebäudeleittechnik scheidet aus, da schon das Nachrüsten der hierfür erforderlichen Kabel und Rohrleitungen in den Kellerbereichen aus statischen Gründen nicht möglich ist. Auch der vorhandene Schallschutz liegt weit unter den Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinien bzw. der entsprechend einschlägigen DIN-Normen.

  • Auch bei einer Kernsanierung sei davon auszugehen, dass der Bestandsschutz verloren geht. Das würde bedeuten, dass die Bauordnung z.B. bei den Abstandsflächen eingehalten werden muss, was zur Folge hätte, dass doch ein Abriss vorgenommen werden müsste, wenn es zu keiner einvernehmlichen Regelung mit den Nachbarn kommt.

  • Es bestehe das Risiko, dass im Untergeschoss keine Wasserdichtigkeit erzielt wird, da noch weitere Schäden entdeckt werden könnten, welche ggf. technisch nicht langfristig saniert werden können.

  • Es bestehe das Risiko, dass sich bei der Betonsanierung herausstellt, dass tragende Bauteile nicht nur mit Spritzmörtel bearbeitet werden müssen, sondern ggf. komplett erneuert oder ausgetauscht werden müssen, da die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben ist.

  • Die Investitionskosten für eine Kernsanierung seien fast identisch mit denen eines Abbruchs und Neubaus. Jedoch werde bei gleichen Kosten auf der einen Seite ein altes Gebäude nur saniert und auf der anderen Seite entstehe ein werthaltiger Neubau.

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